Cursed Mountain im Gamezone-Test

Test CharLu

Der Horrortrip in die unheimlichen tibetanischen Klöster wurde offensichtlich recht lieblos auf den PC konvertiert.

Bereits im September 2009 konnten Wii-Spieler mit Eric Simmons in den Himalaya aufbrechen, damit der verschollene Bruder Frank gefunden werden kann. Seinerzeit mit eher mäßigem Erfolg bedacht, schob man nun eine PC-Fassung des Horror-Adventures nach, in der Hoffnung auf diese Weise dem hart umkämpften Verkaufskuchen ein größeres Stück abzutrotzen. Dass man dabei gesamt auf den Spuren des Wii-Ablegers wandelt, soll dabei offenkundig nicht als störend empfunden werden.

Böse Vorzeichen

Cursed Mountain Cursed Mountain In der Rolle des Eric Simmons seid ihr auf der Suche nach eurem verschollenen Bruder Frank. Euer Weg führt euch tausende Kilometer gen Osten in das Himalaya Massiv, von wo aus die letzten Lebenszeichen eures Bruders aufgeschnappt worden sind. Als ihr dort ankommt, stellt ihr fest, dass nicht nur euer Bruder spurlos verschwunden ist, auch die Einwohner der Bergregion, die Sherpas, sind wie vom Erdboden verschluckt. Andere, versprenkelte, noch anwesende Sherpas planen ihre Flucht und sind gleichzeitig starr vor Angst, unfähig euch in irgendeiner Weise zu helfen. Alsbald kommt ihr dahinter, welche Ursache das Verhalten der Einwohner hat, denn der Chomolonzo, seines Zeichens der heilige Berg der Sherpas, sendet seine bösen Omen aus. Das sind Geister längst Verstorbener, die nun auf der Erde wandeln. Und als ob das noch nicht genug ist, werdet ihr nicht nur mit diesen Erscheinungen Bekanntschaft machen, auch andere, nicht wirklich einladende, freundlich gesinnte Geschöpfe aus einer anderen Welt kreuzen eure Pfade.

Aufgestellte Nackenhärchen und Gänsehaut

Eigentlich ist das Element Horror eine feine Sache, vor allem da Spiele-Vertreter dieser Spezies bereits in der Vergangenheit bewiesen haben, wie sich guter Horror - nebst Geschichte, versteht sich - präsentieren kann. "Silent Hill", "Resident Evil" und Co. als Vorbild nehmend, sollen der verfluchte Berg gleiches Flair versprühen. Bezogen auf den Einstieg scheint das auch gut zu funktionieren. Verängstige Bergbewohner, der verschwundene Bruder, dazu Gestalten aus einer anderen Welt - was will man mehr, wenn man mit Eric Simmons in Lhando, immerhin der höchst gelegenen Stadt auf der Welt, seine Reise antritt. Garniert mit allerlei gewöhnlichen als auch ungewöhnlichen Vorkommnissen, müsst ihr bald unterschieden, was real ist und was nicht. Dabei spielen die Brauchtümer der Sherpas, ihr Glaube, ihre Sitten, ihr Verhalten eine wichtige Rolle. Nicht nur, dass ihr einen durchaus guten Einblick in das Leben des Bergvolkes erlangt, die damit entstehende, dichte Atmosphäre verspricht ein angenehmes, virtuelles Ambiente, das ihr so schnell nicht verlassen wollt. Gute Rätselkost wechselt sich mit gekonnt gesetzten Schock-Einlagen ab.

Lass dem Übel freien Lauf

Cursed Mountain Cursed Mountain Eine wahre Wonne für Survival-Horror-Fans - ganz recht. Allerdings bleibt dieser Umstand nur kurz euer Gast, denn aus einem nicht nachvollziehbaren Grund präsentiert "Cursed Mountain" sozusagen aus dem Nichts heraus einen Wechsel, der jeden aufkommenden Spielspaß schier kaputt macht. So schön dabei die Umgebungen zu gefallen wissen, immerhin präsentieren sie sich abwechslungsreich und in gekonntem Einklang mit der Vertonung, aber die Geschichte als auch die Geschehnisse wollen nicht mehr so recht ins Bild passen. Unlogisch ist dabei nur ein Adjektiv, das den spielerischen Geist besucht und Fragezeichen hinterlässt. Ein klarer Fall zum "an den Kopf klatschen" ist das Ende bzw. die Auflösung des Ganzen. Was man sich dabei gedacht hat, wird wohl für alle Zeit ein Rätsel bleiben - das, mit Verlaub, auch nicht mehr wirklich entschlüsselt werden muss. Erschwerend kommt hinzu, dass die anfänglichen Rätsel irgendwie platter als auch seltener werden. An dessen Stelle treten mehr und mehr Schießeinlagen. Sicher, auch in "Silent Hill" oder "Resident Evil" wird geschossen - aber dosiert, gekonnt, abgestimmt auf die restlichen Aktionen. Geschichte, Rätsel, Aufgaben, Missionen kippen eigentlich zu keiner Zeit in die eine oder andere Richtung - alles hält sich die Waage und ergibt ein ordentliches Ganzes, das in allen Belangen bis zum Schluss begeistern kann - inkl. einem interessanten, durchaus als "oho"-Ende zu bezeichnendem Finish. "Cursed Mountain" bleibt nicht nur dies dem Spieler schuldig, sondern kippt auch eklatant in vorzugsweise die Shooter-Richtung und vernachlässigt das eigentlich geschaffene Flair des Rätsel-lastigen Adventures. Selbige reduzieren sich auf simple Finden-Queste, die zudem mit einem überaus leichten Schwierigkeitsgrad jede Lust am Weiterspielen vernichten.

"Wii" kann man nur?

Cursed Mountain Cursed Mountain Kritische Stimmen äußern sich gerne, dass Nintendos Wii keine anständige Grafik servieren könne. Zugegeben, es gibt genug Titel, die optisch sicher eine Überarbeitung bedürfen - aber diese Titel finden sich auch auf den anderen Konsolen, genauso wie auf dem PC. Und bezogen auf "Cursed Mountain" müssen wir gestehen, dass die Präsentation so schlecht nicht ist. Das hängt wohl auch damit zusammen, dass seinerzeit die Optik auf der Wii mehr als nur ansehnlich ausgefallen ist, und somit auch die gereichte Kost auf dem heimischen Computer kein schlechtes Bild abgibt. Ein Grund dafür dürfte sicherlich das interessante, durchaus auch etwas ausgefallene Setting des Himalayas sein. Gepaart mit der Mystik als auch den Geheimnissen, entpuppt sich die Gesamtheit an Locations als ordentliches Szenario. Man mag bemängeln, dass partiell die Texturen nicht unbedingt sauber daher kommen und recht matschig wirken. Auch der eine oder andere Effekt wirkt ein wenig gruselig, wenn auch nicht unbedingt auf die Geschichte bzw. die Geschehnisse bezogen. Vor allem Wasserdarstellungen oder Nebelschwaden wären prädestinierte Kandidaten für eine gründliche Überarbeitung gewesen, da selbige eher ein wenig gewollt und wenig gekonnt aussehen. Allerdings sind das auch schon die größten Kritikpunkte, die sich anbringen lassen, denn die weitläufigen, düsteren Tempelanlagen versprühen einen dunklen Charme, der zumindest optisch voll und ganz punkten als auch überzeugen kann. Das daneben die Animationen der Charaktere hin und wieder eher ungelenk und leicht staksig wirken, darf verschmerzt werden. Eingestreute Cutscenes runden den grafischen Auftritt - in dem Fall durchaus positiv zu verstehen - ab.

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