Der Spielemarkt auf Smartphones boomt. Titel wie Infinity Blade, die Asphalt-Serie oder simple Spiele mit Suchtgefahr wie Angry Birds oder Threes verkaufen sich wie geschnitten Brot und schaffen manchmal auch den Sprung auf eine klassische Konsole. Zu letzterer Gattung zählt sich neben Angry Birds neuerdings auch das Knobelspiel "Cut the Rope", welches eine 3DS-Umsetzung spendiert bekam. Doch macht eine Portierung von einem Mobilgerät zum nächsten wirklich Sinn?
Preissteigerung ohne Mehrwert
Das Spielprinzip hinter Cut the Rope ist simpel und genial zugleich. Die Aufgabe des Spielers ist es, ein kleines grünes Geschöpf namens Om Nom mit einer Süßigkeit pro Level zu füttern. Diese hängt je nach Schwierigkeitsgrad an einem oder mehreren Seilen. Getreu dem Titel müssen die Seile strategisch durchtrennt werden, um die schmackhafte Süßware in den Schlund der Kreatur wandern zu lassen. Mit fortlaufender Spieldauer erwarten den Spieler sowohl neue Hindernisse, als auch Hilfsmittel um Om Nom zu füttern und nebenbei die für das Rating am Level-Ende wichtigen Sterne einzusammeln. Obwohl die 650 Levels sich zunächst nach viel anhören, hat man binnen kürzester Zeit bereits einen Großteil gelöst und Monotonie macht sich breit. Man merkt dem Spielkonzept schlicht und ergreifend an, dass es ein Lückenfüller und kein vollwertiges Spiel für eine lange Bahnfahrt sein soll. Dieses Prinzip funktioniert auf Smartphones ideal, wirkt aber auf dem 3DS etwas aufgesetzt und deplatziert.
Quelle: Activision
Cut the Rope Trilogy im Test (7)
Die "Cut the Rope Trilogy" beinhaltet sowohl das Basisspiel als auch die beiden Versionen Cut the Rope: Timetravel und Cut the Rope: Experiments, welche auch für alle gängigen Smartphones erhältlich sind. Die Smartphone-Ableger sind sowohl als kostenlose Version mit Werbeeinblendungen als auch als kostenpflichtige Version ohne Werbung erhältlich. Der Kaufpreis pro Version: 0,89€. Anders sieht es bei der 3DS-Version aus. Hier kosten die drei Spiele satte 30€. Ein angemessener Preis, wenn die Umsetzung mit neuen Features oder Inhalten aufwarten könnte, was aber keineswegs der Fall ist. Die Sammlung ist eine 1:1-Portierung mit saftigem Aufschlag.
Die technische Umsetzung ist ebenfalls alles andere als gelungen. Zwar ist das Om Nom nun in schickem 3D-Look ausmodelliert, auf den optischen Mehrwert warten wir jedoch auch nach 300 Level noch. Denn: Das Hauptaugenmerk gilt dem Aufbau der zu lösenden Mechanik und nicht der Spielfigur selbst. Zudem kann der 3DS selbst in seiner XL-Variante keineswegs mit den hochauflösenden Displays und Abmessungen heutiger Smartphones mithalten. Auch den 3D-Effekt des Handhelds kann die Spielesammlung nicht nutzen, da die Rätsel per Stylus auf dem unteren Bildschirm gelöst werden. Somit verkommt das zweite Display zur Farce mit Tiefeneffekt. Die Steuerung per Stylus funktioniert hingegen angenehm präzise und ist ein deutlicher Handling-Gewinn für alle drei Titel.
