Die Würze zum Controller gegen die Wand schmeißen?

Test Melanie Greier

Ja es ist endlich so weit, Publisher Capcom hat sich das Entwicklerteam von Ninja Theory mit ins Boot geholt und der Marke "Devil May Cry" einen Reboot verpasst. Die Meinungen zu dem Zeitpunkt als dies angekündigt wurde, waren bekanntlich eher negativ. Wie kann man einer so festsitzenden Marke ein neues Gesicht verpassen, ohne es in den Grundwesenszügen zu verändern? Die britischen Entwickler haben sich dieser Aufgabe angenommen und präsentieren uns nun in (nicht gänzlich) neuem Gewand DmC - Devil May Cry. Was bietet uns der Reboot der beliebten Serie und wie hat sich Ninja Theory geschlagen? Wir haben die Xbox 360-Version für euch getestet und möchten euch die Erkenntnisse keineswegs vorenthalten!

Die Achtfachkombo

Und jetzt wird das Kämpfen erst richtig spannend. Mit so vielen Auswahlmöglichkeiten könnt ihr nun endlose und immer wieder verschiedene Kombos ausführen um euren Feinden den Garaus zu machen, zum Beispiel in dem ihr euch zuerst zu ihnen per Sense schwingt, dann mit eurem Schwert auf sie einprügelt, den härteren Kalibern die Axt vor die Brust schwingt, und zum Ende des Tanzes euren Gegnern noch ordentlich Blei mitgebt. Die Möglichkeiten der Waffenkombination sind schier unendlich. Allerdings erfordert dies natürlich auch Übung, denn viele Waffen bringen viele Tastenkombinationen mit sich, an die man sich erst gewöhnen muss. Dies ist bei DmC allerdings weniger das Problem und lässt sich schnell erlernen und sollte auch unbedingt angewandt werden! Denn während des Kampfes werdet ihr einem Stilranking unterzogen, um zu sehen wie cool ihr kämpft. Diese Stilrangaktionen werden ausgeführt in dem immer wieder zwischen den Waffen gewechselt wird um höhere Boni zu kassieren. Habt ihr eine Gegnergruppe besiegt, wird der letzte Schlag schön mit dem Stilmittel der Zeitlupentechnik in Szene gesetzt. Ja, Dante ist verdammt cool!

DmC - Devil May Cry (12) Quelle: Capcom DmC - Devil May Cry (12) Besiegte Feinde lassen wie gewohnt Orbs in verschiedenen Farben zurück: Grüne stellen eure Gesundheit wieder her, rote Orbs fungieren als Währung während weiße Dantes Verbesserungsleiste füllen. Ist dies erreicht, erhält man einen Verbesserungspunkt um sich im Laden neue Fähigkeiten und Angriffe zulegen zu können. Diese Läden findet ihr in Form einer Heiligen Statue immer mal wieder auf dem Weg durch eure verschiedenen Missionen. Hier ist es möglich, neue Grundfähigkeiten für Dante zu erstehen, beziehungsweise bereits bestehende zu verbessern und auszubauen. Auch könnt ihr neue Angriffe und Verbesserungen für jede einzelne eurer Waffen kaufen, sei es eine bereits im Besitz befindliche Attacke zu verstärken oder vollends neue dazu zu gewinnen. Bei der Statue könnt ihr zudem eure hart verdienten roten Orbs ausgeben um kleine und große Lebenssteine und goldene Orbs kaufen zu können, die euch wiederbeleben. Anderweitig gibt es allerdings keine andere Möglichkeit einzukaufen außer nach erfolgreich abgeschlossener Mission. Bevor ihr eine neue beginnt, könnt ihr im Menü den Laden besuchen, euer Aussehen verändern, die Bestenliste betrachten und sofern ihr dies wünscht, den Schwierigkeitsgrad ändern.

DmC - Devil May Cry (9) Quelle: Capcom DmC - Devil May Cry (9) Gut ausgerüstet startet ihr eure Missionen. Diese verlaufen recht linear und beginnen meist in der realen Menschenwelt. Gekämpft wird allerdings nur im Limbus. Neben dem reinen Verkloppen der Gegner gibt es allerdings auch Missionsabschnitte die vom streng linearen Weg abführen – sofern diese gefunden werden. In jeder Mission müsst ihr eine bestimmte Anzahl an verlorenen Seelen finden. Dies sind Oberkörper die qualvoll Jaulend aus der Wand herausragen und die ihr per Nahkampfwaffen von ihrem Leid befreien müsst. Habt ihr dies erfolgreich getan, wird euer Missionsfortschritt-Bonus angekurbelt. Allerdings ist es nicht immer einfach die Seelen zu finden. Doch meist durch gekonntes Anwenden eurer Waffen in Sprungeinlagen sollte dies kein Problem sein. Durch gezieltes Suchen findet ihr in den Missionen versteckt auch Schlüssel in verschiedenen Variationen zum Beispiel in Kupfer, Silber oder Gold. Mit diesen könnt ihr die Türen zu den Geheimmissionen öffnen, allerdings passt nicht jeder Schlüssel zu jeder Tür. Habt ihr richtig kombiniert, dürft ihr die geheimen Missionen bestreiten. Diese können so aussehen, dass ihr eine bestimme Feindesanzahl in einer gewissen Zeit erledigen müsst oder nur mit Dämonenwaffen kämpfen dürft. Ihr könnt diese Aufgaben auch jederzeit im Hauptmenü so oft wie ihr wollt wiederholen. In Missionen außerdem auffindbar sind sogenannte Dämonentüren. Diese sind versiegelt und zeigen euch anhand ihrer Farbe an, mit welcher eurer Dämonenwaffen ihr die Tür bearbeiten müsst um euch Zutritt zu verschaffen. Blau signalisiert euch dass ihr die Sense benötigt, rot bedeutet ihr müsst mit der Axt draufhauen. Diese beiden Waffen kommen allerdings nicht nur zum Einsatz wenn es darum geht, verschlossene Türen zu öffnen sondern auch bei bestimmten Gegnergruppen. Es gibt Feinde die nur mit einer bestimmten Waffe verwundbar sind. Auch dies wird meist durch die Farbe des Gegners angezeigt. Um dem linearen Missionsfortschritt ebenfalls ein Stück ausweichen zu können, haben die Macher einige Reaktions- und Geschwindigkeitspassagen eingebaut. Sei es in einer bestimmten Zeit von A nach B zu springen, da sich Mundus überlegt hat, uns wortwörtlich den Boden unter den Füßen zu entziehen oder ein Raum voller schwebender Plattformen in dem es gilt, so viele Ebenen wie möglich zu erreichen um alle Geheimnisse der Mission zu finden. Diese Missionsabschnitte mit den vielen Sprungeinlagen können zu Beginn etwas nervig und anstrengend sein, nach und nach meistert man diese allerdings immer besser bis sie zum Schluss hin eher langweilig werden.

Die Würze zum Controller gegen die Wand schmeißen?

DmC - Devil May Cry (7) Quelle: Capcom DmC - Devil May Cry (7) Ich für meinen Teil habe zum Schluss der Missionen immer fest mit einem knackigen Endgegner gerechnet, doch diese waren leider eher seltener an der Tagesordnung. Doch sobald es zu einem Bosskampf kam, waren sie umso besser. Devil May Cry typisch gibt es zu jedem Gegner eine bestimmte Bewältigungstaktik um diesen zu besiegen. Auch auf die Einlagen mit Sense und Axt wird natürlich nicht verzichtet. Doch das wirklich geniale an den Bosskämpfen sind die Gegner an sich. Wunderbar inszeniert mit meist richtig fiesem und ekelhaftem Aussehen, heizen sie Dante nicht nur körperlich ordentlich ein, sondern lassen es sich nicht nehmen, ihn mit übelsten und bösesten Schimpftiraden zu beleidigen. Das lässt er natürlich nicht auf sich sitzen und schießt mindestens genauso hart zurück. Sehr amüsant mit anzusehen, macht es allerdings leider nicht wett, dass die Bosskämpfe im Großen und Ganzen zu leicht ausgefallen sind. Insgesamt ist das Kämpfen nicht sonderlich schwer, Kenner der Devil May Cry-Spiele sollten womöglich zum härtesten Schwierigkeitsgrad tendieren um richtig gefordert zu werden. Nach einmaligem Durchspielen gibt es dann auch noch einen schwierigeren Grad, der Dante nach nur einem zugesetzten Schlag tötet.

Zum Missionsende gibt es dann außerdem noch ein weiteres Kampfranking in dem folgende Kriterien bewertet werden: Stilpunkte, eure Missionszeit, Fortschritt (richtet sich nach den gefundenen Türen und Verlorenen Seelen). Diese drei Punkte werden nach dem bekannten Buchstabensystem bewertet, wobei SSS die beste Note ist. Zudem fließt in eure Missionsbewertung mit ein, wie viele Gegenstände ihr verbraucht habt und wie oft ihr gestorben seid.

  1. Seite 1 Parallelwelt und Storytiefe
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  3. Seite 3 Fazit & Wertung
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