Das spielbestimmende Magiesystem hebt dieses Hack&Slay-RPG deutlich von der bekannten Konkurrenz ab.
Süchtigmachendes Spielprinzip?
Dawn of Magic
Action-RPGs mit intelligent agierenden Gegner gibt es wohl eher selten. Wenn man in Dawn of Magic einem Feind einen Eiszapfen vor den Latz knallt, sollte dieser aber dennoch irgendwie mal reagieren. Ansonsten hetzen die Schergen immer stur auf euch zu. Lauft ihr lang genug weg, lassen diese wieder von euch ab. Die Bedienung zeigt sich typisch. Per Hotkey werden Lebens- und Chi-Tränke im Dutzend weggeputzt, während ihr eure individuell zusammengestellten Zaubersprüche auf eine Aktionsleiste legt. Mit der rechten Maustaste wird der Spruch entbrannt, während ihr mit dem linken Button in den Nahkampf übergeht. Gerade aber die Nahkampfsteuerung ist ziemlich hackelig ausgefallen, weswegen ihr oft daneben klicken dürftet, was das eine oder andere mal zum frühzeitigen Tod führen kann. Glücklicherweise werdet ihr am letzten Portal wieder belebt. Allerdings solltet ihr zur eurer Leiche zurückkehren, um die fallengelassenen Gegenstände wieder einzusammeln
Dawn of Magic
Business as usual, gedippt mit einer ordentlichen Prise Magie, doch irgendwie will das süchtigmachende Spielprinzip eines Hack & Slays-Spiels nicht so richtig aufkommen. Zwar sammelt ihr auch diesmal wieder Erfahrungspunkte und neue Gegenstände, doch die bekannte "ich erreiche schnell noch einen Levelaufstieg, dann mache ich wirklich Schluss"-Einstellung will einfach nicht aufkommen. Das liegt am gewöhnlichen und ziemlich langweiligen Spieldesign. Zudem ist die Vielfalt der Waffen, Rüstungen, Halsketten usw. nicht besonders abwechslungsreich. Immerhin ist die Storykampagne mit etwa 30 Stunden Spielzeit recht ausführlich geworden. Darüber hinaus gibt es allerdings nichts zu tun, außer ihr wollt Online mit eurem Helden antreten, wobei ihr leider nicht euren Singlepalyer-Charakter übernehmen könnt. Ein zweiter Solo-Versuch mit einer anderen Charakterklasse, dürfte nur wenig lohnen, zumal es in der Welt von Dawn of Magic recht wenig zu entdecken gibt.
Die Technik, nicht ganz so magisch
Dawn of Magic
Die optische Darbietung von Dawn of Magic wirkt leicht angestaubt. Immerhin bot das zwei Jahre alte Dungeon Siege 2 stellenweise weitaus mehr. Vom grafisch hervorragendem Titan Quest ist Dawn of Magic hingehen weit entfernt. Was am meisten stört, sind eigentlich die eher rudimentären Licht- und Schatteneffekte, welche die Dungeons nicht besonders düster aussehen lassen. Zudem sind Schatten von Figuren und Bäumen äußerst grob aufgelöst, was auch auf die Texturen des eigenen Charakters zutrifft. Bodentexturen hingegen sind messerscharf. Dafür sehen Städte und Siedlungen sehr ordentlich aus und begeistern mit teilweiser recht komplexer Architektur. Außerhalb der Städte ist allerdings kaum ein einprägsames Detail zu beobachten. Als bombastisch können hingegen die grafischen Effekte der Zaubersprüche bezeichnet werden. Teilweise geht dabei aber komplett die Übersicht verloren. Einen Tag- und Nachtwechsel hält Dawn of Magic ebenfalls parat. Der aber geht ziemlich ruckartig von statten. In der einen Sekunde scheint die Sonne, in der nächsten ist es zappenduster. Ein weicherer Übergang wäre wünschenswert gewesen. Die recht geringe Sichtweite ist dann auch noch erwähnenswert. Dafür läuft das Spiel selbst auf älteren Systemen immer noch angenehm flüssig.
Dawn of Magic
Ruhig, melancholische Klänge in den Städten, bedrohliches im Kampfgebiet. Während ihr euch durch die Monsterhorden schnetzelt, werdet ihr die unspektakuläre, wenn auch passende, Hintergrundmusik kaum bemerken. Was Dawn of Magic fehlt, sind allerdings die martialischen Soundeffekte, die eigentlich ertönen sollten, wenn man einen Monster nach dem anderen zu Hackfleisch verarbeitet. Wichtige Charaktere haben eine englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln spendiert bekommen, die leider recht unmotiviert klingt. Seid ihr beispielsweise in der riesigen Stadt Avon unterwegs, wird der Bildschirm oft mit Textfenstern überflutet. Da ist gelegentlich kaum noch etwas zu erkennen. Insgesamt zeigt sich Dawn of Magic in dieser Hinsicht sehr unauffällig. Zur Steigerung der Atmosphäre hätte da unbedingt mehr kommen müssen.
