Jack Slate und sein vierbeiniger Partner jagen wieder Gangster. Bietet die Actionorgie frische Ideen?
Dead to Rights: Retribution
Die Brutalität des Titels geht bisweilen schon über den guten Geschmack hinaus. Ich habe bisher nur wenige Spiele gesehen, in denen der rote Lebenssaft so überflüssig (im wahrsten Sinne des Wortes) verwendet wird. Blut spritzt wirklich nahezu in jeder Szene, selbst wenn Jack seinem Widersacher einfach "nur" das Genick bricht. Besonders übertrieben ist, dass das Spiel bei jedem Headshot in Zeitlupe schaltet und die Gegner, bevor man einen Finishing-Move anwenden kann, mit einer Geste sichtlich um Gnade flehen. Letztlich wohl auch ausschlaggebend dafür, dass Dead to Rights: Retribution nicht offizell in Deutschland erscheint, ist die Tatsache, dass die Adrenalinleiste, mit der man das Spiel für einige Sekunden in Zeitlupe schalten kann, unter anderem mit Headshots und Finishing-Moves aufgefüllt wird. Ein wenig entschuldigend für den hohen Gewaltgrad ist der unrealistische, comicartig wirkende Stil des Titels. Besonders den Gegnern haben die Entwickler ein abgefahrenes Design spendiert. So trifft man auf halbnackte, tätowierte Glatzköpfe oder Mitglieder der Triad-Gang, die mit ihren gefärbten Haaren und geschminkten Gesichtern aussehen wie eine Mischung aus Punk und Clown. Die Story des Spiels ist zwar an sich gelungen und beinhaltet eine Menge Dramatik. Aber auch wenn die Geschichte in Grant City, ähnlich wie das aus Batman bekannte Gotham City eine Stadt des Verbrechens, spielt, würde es mich dennoch interessieren, warum jetzt da auf einmal ein Polizist vor meinen Augen niedergeschossen wird und Jack sich plötzlich mitten in einer Straßenschlacht mit Gangmitgliedern befindet. Es ist auch nicht besonders realistisch, wenn man als Shadow den bewusstlosen Jack nach der Explosion eines Zuges unter einem herabstürzenden Waggon hervorziehen muss, dieser aber, sobald dies geschafft ist, quicklebendig aufsteht als wäre nichts gewesen.
Dead to Rights: Retribution
Technisch gesehen macht Dead to Rights: Retribution vieles richtig. Die Grafik ist ordentlich und die atmosphärische Ausleuchtung lässt die düsteren Areale äußerst hübsch aussehen. Die Animationen sind allerdings ein zweischneidiges Schwert. Vor allem die Bewegungen von Shadow sehen sehr gut aus. Bei Schlägereien mit Jack wirken die Finishing-Animationen und Konterangriffe jedoch abgehackt zur vorherigen Bewegung. Der Sound weiß durch hervorragende (englische) Synchronsprecher zu überzeugen, die Musik wird aber eher sparsam eingesetzt und bleibt zu unauffällig.
