Deadly Premonition im Gamezone-Test

Test Goreminister

Definitiv der beste Trash"Top"-Titel dieser Generation. Alan Wake und Silent Hill treffen auf Onechanbara in Twin Peaks!

Silent Hill meets Alan Wake vs. Onechanbara und die Werke von David Lynch?

Deadly Premonition Deadly Premonition Schaut man sich die ersten Minuten des Spiels an mag man vielleicht spontan denken, dass es sich hierbei um einen grottenschlechten Silent Hill oder Siren-Klon handelt. Doch nachdem der Prolog überstanden wurde, macht das Spiel eine komplette Kehrtwende und verwirrt nicht nur durch die abgefahrenen Charaktere oder die Story, sondern auch durch seine ungewöhnliche Gameplay-Mechanik. Aus einem komplett linear verlaufenden 3rd Person Shooter mit kleineren Schalter-Rätselpassagen im Stile von Resident Evil und Co. entpuppt sich Deadly Premonition nach ca. 45 Minuten zu einer Art Open World-Erlebnis, das die Macher von Alan Wake zwar anfangs angestrebt, aber nie umgesetzt haben. Natürlich erreicht man keine Hochglanz-Qualität, da das Spiel technisch zu jeder Sekunde wie ein mäßiges Last Gen-Spiel wirkt, doch sollte man nicht zu vorschnell urteilen. Greenvale ist erstaunlich groß und lässt sich bei Bedarf frei erkunden, wobei ihr nicht nur der eigentlichen Hauptmission folgen, sondern auch zahlreiche Nebenmissionen bestreiten könnt. Diese Nebenmissionen können in der freien Zeit angenommen und gelöst werden, da diverse Schauplätze des Hauptstrangs erst zu gewissen Zeiten besucht werden können. Richtig; Deadly Premonition bietet sogar Tag- und Nachtwechsel und während die Tage der Ermittlungen ins Land ziehen kann man abseits der Mordfälle eine Menge erleben. Dabei sollte man immer darauf achten, dass unser Spezialagent stets mit einer Menge Donuts und Kaffee versorgt wird, denn auch Kriterien wie Hunger und Müdigkeit kommen zum Tragen, rücken aber niemals nervend in den Vordergrund. York muss sich sogar rasieren und seine Kleidung wechseln, denn nach einer Zeit beginnt diese zu müffeln, während der Bart in Echtzeit sprießt und gedeiht.

Deadly Premonition Deadly Premonition Um während der Ermittlungen von A nach B zu reisen, stehen York unterschiedliche Fahrzeuge zur Verfügung, die wir aus der Ego-Perspektive lenken und sogar Blinker setzen oder bei heftigem Regen die Scheibenwischer aktivieren können. Diese Fahrsequenzen sind, wie der Rest des Spiels, unglaublich schlecht und erinnern vielmehr an einen Budget-Titel aus der Last Gen-Ära, vor allem wenn man sich die grauenvolle Fahrphysik und den nervigen Motorensound zu Gemüte führt. Jedes andere Spiel würde für solche Ungereimtheiten in der Luft zerrissen, doch irgendwie schadet das dem Gameplay in Deadly Premonition nicht. Zumindest nicht wirklich, wenn man sich darauf einlassen kann, eine Trash-Granate zu spielen. Hinterm Lenkrad des Wagens, der sogar stets aufgetankt werden muss, steuern wir verschiedene Lokalitäten an, die mit ihrem reichhaltigen Angebot an Gegenständen locken, die wir mit unserem Sold kaufen können. Kaffee um wach zu bleiben, Lutscher oder Eingemachtes um den Hunger zu stillen oder neue Kleidung, bzw. Feuerwaffen warten in Greenvale auf York.

Deadly Premonition Quelle: Rising Star Games Deadly Premonition Auf der anderen Seite gibt es neben den Open World-Segmenten die linearen "Schlauchlevel" in denen York einer Menge Zombie-Geist-ähnlichen Gestalten begegnet, die er beseitigen muss. Hierbei orientiert man sich an einer Art Resident Evil 4-Gameplay, sprich man kann mit der Waffe diverse Gegner aufs Korn nehmen, sich allerdings nicht dabei bewegen. Run and Gun ist also nicht drin. Im Grunde genommen sind diese Passagen recht simpel und einfach, doch steigt der Schwierigkeitsgrad im Verlauf des Spiels ein wenig an, da die Räume enger und die Gegner zahlreicher werden. Dank der unendlich verfügbaren Munition für die Standard-Schusswaffe werden die obskuren Klon-Gestalten aber nie eine wirkliche Bedrohung bis auf einige düstere Gesellen, die sogar mit Waffen auf Yorky-Boy losgehen. Schießende Zombies? Oh ja, und es wird noch viel verwirrender, denn nicht nur die Schießbudenfiguren warten auf York sondern auch etwas härtere Gegner, denen man mit Hilfe von Shotguns oder Maschinenpistolen den Schädel wegpusten muss. Wie bei jedem guten Zombiefilm gilt hier die Kopfschuss-Devise, die lästige Probleme wie von selbst löst; doch es gibt auch einen weiteren Trick. Die Kreaturen können York nämlich nicht erkennen, wenn dieser die Luft anhält, doch steigt dabei der Puls und somit kann er nicht ewig "unsichtbar" bleiben. Unterbrochen werden diese "Schieß/Rätsel"-Passagen durch die Begegnungen mit einem mysteriösen Axtmörder und den damit verbundenen Quick-Time Events, welche auch bei den "Profiling"-Szenen zum Tragen kommen. Gut, um ein Profiling zu starten muss lediglich die A-Taste gedrückt werden wenn man dazu aufgefordert wird, doch hat man zuvor die nötigen Hinweise gesammelt erhält man in (erst verzerrten, dann klaren) Zwischensequenzen weitere Hinweise auf die Morde. Dabei würde es den Spieler nach einer gewissen Spielzeit sicher nicht einmal wundern, wenn er während der Sequenzen ein rosa Kaninchen mit Zauberhut und Zombiegesicht sehen würde.

Deadly Premonition Quelle: Rising Star Games Deadly Premonition Im Vergleich zu derzeitigen Toptiteln zieht Deadly Premonition natürlich ganz klar den Kürzeren, doch wurde alles recht ausgewogen und mit der nötigen Abwechslung inszeniert. Das täuscht allerdings nicht über die Tatsache hinweg, dass man den Titel augenscheinlich für die letzte Konsolengeneration konzipiert hat. Denn anders kann man sich den enorm hohen Trashfaktor nicht erklären. Stellt euch den Thriller Alan Wake mit der Technik eines Onechanbara vor und ihr habt eine ungefähre Vorstellung von der (nahezu nicht vorhandenen) technischen Qualität des Spiels. Aber steht die Technik immer über dem Spielprinzip? Eine berechtigte Frage der man sich stellen sollte...

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