Die neue Erweiterung Lord of Hatred für Diablo 4 löst endlich eines der größten Probleme von Blizzards ARPG.
Blizzards Action-RPG Diablo 4 hat eine ziemlich holprige Zeit hinter sich. Nachdem es zum Launch ordentlich Kritik von Spielern hagelte, hat das Studio in zahlreichen Updates versucht, auf das Feedback der Community einzugehen.
So wurde der Loot etwa gleich mehrere Male überarbeitet, das Endgame um allerlei Aktivitäten erweitert und viele andere Dinge. Obwohl Diablo 4 (jetzt kaufen ) mittlerweile ein deutlich besseres Spiel ist als noch zum Launch, hat ein ganz bestimmtes Problem die Bemühungen Blizzards jedoch quasi völlig untergraben. Übrigens: In unserem Test zu Diablo 4: Lord of Hatred erfahrt ihr sämtliche Details zur mit Spannung erwarteten Erweiterung.
Ist Diablo 4 endlich gerettet? Lord of Hatred fixt den größten Kritikpunkt
Die Talentbäume - oder Talentäste, wie sie von der Community liebevoll getauft wurden - sind nämlich verdammt langweilig. Es gibt kaum interessante Entscheidungen und ein großer Teil der Talentpunkte muss in passive Fähigkeiten gesteckt werden, damit der eigene Charakter fünf Prozent mehr Rüstung hat.
Mit der anstehenden Erweiterung Lord of Hatred hat sich Blizzard daher vorgenommen, die Talentbäume von Grund auf zu überarbeiten. Es gibt keine passiven Talente mehr, jede aktive Fähigkeit lässt sich auf viele verschiedene Arten modifizieren und auch die Build-Vielfalt soll erheblich verbessert werden.
Und nachdem ich nun ein paar Dutzend Stunden mit Lord of Hatred verbracht habe, kann ich mit Freuden berichten, dass das Talentbaum-Update ein voller Erfolg war. Diablo 4 reiht sich mittlerweile endlich in die Liste anderer wahnsinnig guter Action-RPGs - wie Path of Exile - ein, in denen ich mich gelegentlich wie ein Depp fühle, während ich mir einen Build zusammenbastle.
Für jeden einzelnen Skill gibt es mittlerweile verschiedene Talente, die dessen Funktionsweise fundamental verändern. Mein Hexenmeister ruft durch eine Fähigkeit etwa einen riesigen Dämon herbei, der zehn Sekunden in einem kleinen Bereich um sich herum Schaden verursacht.
Quelle: Blizzard
Für jedes Talent darf man zwei kleine und einen großen Modifikator wählen.
Cool sieht der Dämon zwar aus, allzu hilfreich ist er jedoch nicht, da man ihn in der Basisversion nicht neu positionieren kann. Wenn ein Boss also einfach wegspringt, war die Fähigkeit quasi nutzlos.
Diese Schwäche lässt sich aber ganz leicht durch die verschiedenen Talente ausgleichen. Eines davon lässt mich die Fähigkeit etwa erneut wirken, wodurch der Dämon an eine andere Position springt, und obendrauf gehört sie nun zur Abgrund-Zauberschule.
Sie profitiert fortan also von allen Abgrund-Boni, weswegen ich meinen Build wohl vor allem mit solchen Fähigkeiten abrunden sollte. Darunter etwa das Finstere Verlies, welches Gegner in einem kleinen Bereich einsperrt ... Moment mal.
Das erneute Wirken des erwähnten Dämons bringt natürlich nichts mehr, wenn sich Gegner ohnehin nicht bewegen können. Meinen ursprünglichen Plan musste ich daher verwerfen und habe mich dann dafür entschieden, sowohl das Verlies als auch den Dämon in eine Höllenfeuerfähigkeit zu verwandeln.
Dadurch erhalte ich ebenfalls einfachen Zugriff auf meine Dämonengestalt, die wiederum von einem meiner anderen Dämonen erheblich verbessert wird. Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wie ich am besten Schwefel generiere, der von meinen flammenden Totenschädeln zum Explodieren gebracht wird - oder ich gehe doch zu meinem ursprünglichen Plan mit den Abgrund-Fähigkeiten zurück und setze stattdessen voll und ganz auf Stealth-Fähigkeiten.
Quelle: Blizzard
Als Hexenmeister kann man sein Build etwa rund um diese schicke Dämonenform gestalten.
Ich habe in Lord of Hatred vermutlich schon jetzt mehr Zeit damit verbracht, mir die ganzen Talente anzuschauen und über mögliche Builds nachzudenken, als in den knapp drei Jahren seit Launch von Diablo 4.
Im Endeffekt gibt es von jeder Fähigkeit nämlich drei Versionen, die mit anderen Skills interagieren, andere Affixe präferieren und natürlich auch von verschiedenen Set-Talismanen profitieren.
Zwar wird es auch in Lord of Hatred klar einige Builds geben, die schlicht wesentlich stärker sind als andere Dinge, die man mit der Klasse anstellen kann, es macht jedoch endlich richtig Spaß, sich eigene Builds auszudenken und dann im überarbeiteten Endgame zu überprüfen, ob die auch etwas taugen.
Durch die großflächigen Änderungen ist es wohl keine Übertreibung, zu behaupten, dass es sich bei Diablo 4: Lord of Hatred eher um eine 2.0-Version des Spiels handelt. In der Vorabversion habe ich bisher den Hexenmeister und die Jägerin auf Herz und Nieren überprüft und zum richtigen Launch am 28. April 2026 kann ich es kaum erwarten, mir die restlichen Klassen anzuschauen.
Übrigens sind die überarbeiteten Talentbäume ab Release der Erweiterung standardmäßig Teil des Spiels. Ich kann jedem Diablo-Fan also nur empfehlen, das Spiel am 28. April mal wieder anzuwerfen, um sich von den ganzen Neuheiten selbst zu überzeugen. Durch den Kauf der Erweiterung kommen dann ein paar exklusive Talente hinzu, welche die Build-Vielfalt noch weiter steigern.
