Diablo 4 möchte offenbar gern ein MMO sein, traut sich aber nicht

Special Andreas Bertits
Blizzard erklärt, dass Diablo 4 kein MMO wird, obwohl es viele MMO-Elemente besitzt.
Quelle: Blizzard

Im aktuellen Blog zu Diablo 4 erklärt Blizzard, dass das Hack and Slay kein MMORPG wird. Dennoch deuten die angegebenen Multiplayer-Features genau darauf hin.

Im aktuellen Blog zuDiablo 4 ist zu lesen: "Unser Ziel war es schon immer, Elemente aus Shared-World-Spielen einzubauen, ohne dass sich das Spiel jemals so anfühlt, als würde es in das Massively-Multiplayer-Territorium abdriften." Diablo 4 soll also kein MMORPG werden, hört sich aber trotzdem danach an.

Ein Single-Player-MMO?

Im selben Blog ist zu lesen, dass ihr in Diablo 4 (jetzt kaufen ) in einer "Shared World" unterwegs seid. Das heißt, ihr spielt gemeinsam mit anderen Spielern in derselben Welt und könnt auch auf diese Spieler treffen. Vor allem in Städten werden euch einige begegnen. Unterwegs soll das eher selten der Fall sein, es sei denn, es handelt sich um ein World-Event, wie etwa das Auftauchen eines Weltenbosses. Das soll dann deutlich mehr Spieler anziehen, mit denen ihr interagiert.

Das hört sich doch stark nach "MMO" an. Einzig die Anzahl der Spieler, auf die ihr treffen könnt, wird einem echten MMORPG wohl nicht gerecht. Wobei Blizzard sich genau bei dieser Zahl noch bedeckt hält. Warum also die Aussage, dass wir kein MMORPG erhalten?

Die Ankündigung von Diablo 4 auf der Blizzcon im vergangenen Jahr hat bereits einige Kritik der Fans nach sich gezogen. Denn schon damals hörte sich das Action-RPG stark nach einem MMO an. Und das gefiel manchem Spieler nicht. Ja, mit Freunden Abenteuer zu erleben ist cool und war schon immer Bestandteil der Reihe. Aber eben nur in kleinen Gruppen und mit Freunden. Dieses Gefühl, alleine (oder eben mit einer Handvoll Kumpels) gegen diese Übermacht des Bösen anzutreten, macht für manchen einen großen Reiz des Spiels aus. Dieses Spielgefühl könnte verloren gehen, wenn man nun plötzlich auf fremde Mitspieler stößt, die vielleicht noch dieselben Quests wie man selbst erledigt.

Blizzard hat diese Kritik gehört und möchte die Single-Player-Fans von Diablo nicht vergraulen. Für manche von ihnen ist alleine der Begriff "MMORPG" ein rotes Tuch. Daher meidet das Unternehmen diese Bezeichnung. Dennoch zeigen Onlinespiele wie etwa Destiny oder Warframe sowie The Division, wie gut das Shared-World-Konzept ankommt. Blizzard würde damit bestimmt jede Menge neuer Spieler für Diablo gewinnen. Was also tun? Man will die Single-Player-Fans nicht vergraulen, möchte aber gleichzeitig die Onlinespieler als Kunden haben. Games-as-a-Service-Titel bringen einfach jede Menge Geld ein.

Also muss Diablo 4 das Spielgefühl eines Single-Player-Titels vermitteln, ohne dabei den Online-Aspekt zu vernachlässigen. Das kann dadurch funktionieren, dass die Spieler zwar in einer Onlinewelt unterwegs sind, dort aber nur auf sehr wenige Mitspieler treffen und vor allem die Story alleine erleben können. Ob dieses Spielprinzip aber aufgeht, wird sich erst noch zeigen. Wann? Wenn Diablo 4 erscheint. Doch das kann noch dauern.

Quelle: Blog von Blizzard

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