Mit dem siebten Teil hat es Blue Byte geschafft die bekannten Siedler-Elemente gekonnt mit Neuem zu verbinden.
Die Siedler 7
Womit wir bereits das Kampfsystem angeschnitten hätten, welches komplett umgekrempelt wurde. Es gibt nämlich keine Soldaten mehr die in Wachtürmen ausgebildet werden, stattdessen verfügen wir Anfangs über einen einzigen General um den sich unsere Kämpfer scharen. Später dann, wenn wir über Kasernen verfügen, können es derer auch bis zu vier werden. Die Soldaten selbst wiederum werden in der örtlichen Taverne rekrutiert, wozu wir natürlich löhnen müssen. Lassen sich die unteren Ränge noch einfach mit Brot und Gold "kaufen", brauchen wir für die höheren schon bessere Nahrung, also Fleisch und höhere Beträge. Diese sind aber deswegen so wichtig, weil wir nur mit ihnen feindliche Befestigungen niederringen können, was nötig ist um feindliche Sektoren einnehmen zu können. Was man an dem Kampfsystem nun gut oder schlecht finden kann, ist, dass es absolut vorhersehbar funktioniert. Greift man mit mehr Soldaten an als der Gegner aufbieten kann, gewinnt man auch garantiert. Ebenso weiß man nach wenigen Kämpfen wie viele Soldaten welches Grades bei welcher Befestigung verlustig gehen, bevor man diese einnehmen kann. So kann man sich schnell ausrechnen wie viele Soldaten man braucht um jeden beliebigen Sektor einzunehmen, inkl. der finalen Übernahme der Schlüsselgebäude.
Die Siedler 7
Ebenfalls komplett neu im Spiel sind die sogenannten Siegpunkte, die es in zwei Varianten gibt. Zum einen gibt es welche die man zum Beispiel bekommt wenn man das meiste Gold besitzt oder die größte Armee. Diese Punkte kann man gewinnen und wieder verlieren. Die andere Art sind diejenigen die man für bestimmte Aufgaben erhält, wie das Bezwingen eines bösen Wolfs, die einem nicht mehr weggenommen werden können. Setzt eine Mission nun voraus diese und jene Siegpunkte zu erringen um zu gewinnen, setzt ein dreiminütiger Countdown ein, sobald man das geschafft hat. Es gilt nun diese drei Minuten die Punkte zu halten, währenddessen der Gegenspieler natürlich versucht einem diese wieder abzuknöpfen. Das kann mitunter ganz schön nervenaufreibend sein und sorgt für enorme Spannung, in der Einzelspieler-Kampagne ebenso wie - und da ganz besonders - beim Mehrspielerspiel.
Die Siedler 7
Ganz besondere Rollen nehmen die Mönche und die Händler im Spiel ein, welche sich in ihrer Funktionsweise grundsätzlich voneinander unterscheiden. Mönche werden in der Kirche "hergestellt", wozu es hauptsächlich Bier braucht, und sie sorgen für Forschung und Wissen, was uns wiederum neue Fähigkeiten im Spiel eröffnet. Erst wenn wir beispielsweise die niedrigste Stufe der Mönche, die Novizen, ausgebildet haben, verfügen wir über das Wissen Schusswaffen herzustellen, welche wiederum nötig sind um Befestigungen einnehmen zu können. Neben der Forschung selbst machen sie uns aber auch Wissen zugänglich indem wir sie in andere Klöster, abseits unseres Reiches, schicken. Das Lustige an ihnen ist, dass sie unbehelligt durch Feindesland gehen können, was den Händlern wiederum verwehrt ist. Diese brauchen gesicherte Routen damit sie Handeln können. Sie sind es auch die wir zuletzt in der Kampagne bekommen, doch sorgen sie erst dafür, dass sich uns ganz neue Möglichkeiten im Spiel eröffnen. Denn wenn wir erst handeln können, können wir mitunter ganze Wirtschaftszweige brach liegen lassen. Wozu beispielsweise selbst Metal herstellen, wenn man dieses auch eintauschen kann?
Bleiben noch die Prestigepunkte zu erwähnen, die wir entweder erhalten indem wir sogenannte Prestigegebäude bauen, also Denkmäler und dergleichen, oder indem wir bestimmte Missionsziele erreichen. Von den Prestigepunkten hängt wiederum ab, ob wir bestimmte Gebäude ausbauen können bzw. bestimmte Fähigkeiten, wie die Geologie, überhaupt erst erhalten. Besonders der Geologe ist ein praktischer Kerl, ermöglicht er es uns doch bereits ausgebeutete Minen erneut zu plündern.
Die Siedler 7
All das in der Summe ergibt ein ganz schön komplexes Gameplay, in welches wir Anhand der Kampagne Stück für Stück eingearbeitet werden. Doch genau dort möchte ich etwas Kritik platzieren, die Kampagne um Prinzessin Zoé wirkt im Ganzen gesehen nämlich fast wie ein großes Tutorial für das Endlos- und Mehrspielerspiel. Das ist gut, weil man so fit gemacht wird für das relativ komplexe Gameplay, wirkt aber auch bisschen so, als fehle da noch etwas. Derweil ist es im Grunde wahrlich lobenswert, dass uns mit Die Siedler 7 ein wirklich ausufernder Mehrspieler-Mode geboten wird, trotzdem hätte ich mir persönlich von der Kampagne, was den Umfang betrifft, weniger die Spielzeit, mehr erwartet. Allerdings bedeutet dies nicht, dass die Kampagne nicht fordern würde, die zieht nämlich im Schwierigkeitsgrad kontinuierlich an und ich behaupte, dass nur wenige ohne Neustart bestimmter Karten ihr Ende erreichen. Denn daran hielten die Entwickler nach wie vor fest, bestimmte Rohstoffe irgendwann ausgehen zu lassen. Hat man bis dahin nicht die jeweiligen Ziele erreicht, ist im wahrsten Sinne des Wortes Schicht im Schacht.
