Auf dem Gameboy haben die Sims leider nur noch wenig mit Ihren Kollegen auf den großen Konsolen gemeinsam.
Sim oder nicht Sim, das ist hier die Frage!
Nachdem die Sims bereits ein sehr erfolgreiches Konsolendebüt gefeiert haben, war es abzusehen, dass man auch eine Umsetzung für den Gameboy Advance anstreben wird. Nun sind sie endlich da: Die Sims im Hosentaschenformat. Ob das Spielprinzip auch unterwegs so fesselnd ist wie Zuhause, lest Ihr in unserem Test.
Euer Sim kann zu Beginn des Spiels nach allen Regeln der Kunst erstellt werden und bekommt zudem einige Eigenschaftspunkte auf seine charakterlichen Züge verteilt. Sobald diese Prozedur abgeschlossen ist, beginnt das Spiel und Ihr dürft bei Eurem lieben Opa Haferstroh auf dem Lande einziehen, neue Freunde finden und zahlreiche Missionen erledigen. Das Spielprinzip ist auf der GBA kaum noch mit dem Original zu vergleichen: Zielgruppengerecht hat man das Spiel von einer Lebenssimulation zu einem halben Rollenspiel gemacht und die Steuerung der Spielfigur komplett in die Hände der Spieler übergeben. Ihr steuert also Euren Sim nicht mehr durch indirekte Befehle, sondern direkt per Steuerkreuz durch die Gegend. Somit habt Ihr zwar 100%ige Kontrolle über den Sim, nur leider geht dadurch der spannende Simulationscharakter des Spiels völlig verloren. Die einzelnen Bedürfnisse wie z.B. Unterhaltung, Hygiene und Hunger können zwar immer noch durch entsprechende Tätigkeiten befriedigt werden, aber dieses zentrale Feature aller anderen Sims-Spiele wird hier zu Nebensache degradiert und mit der Zeit einfach lästig.
Damit Ihr genügend zu tun habt und Euch nicht so schnell die spielerische Langeweile plagt, gibt es jederzeit bestimmte Ziele, welche alle feinsäuberlich im Pausemenü aufgelistet werden. Meist handelt es sich um simple Tätigkeiten wie z.B. "Sprich mit Person X am Ort Y" oder "Bringe Gegenstand A zu Person B". Nichts weltbewegendes also. Ab und an gilt es auch mal mit einem anderen Sim eine Freundschaft zu schließen. Dies funktioniert selbstverständlich durch ein gut geführtes Gespräch, bei dem Ihr einfach nur verschiedene Antworten in einer Liste auswählt. Die Texte der Gespräche sind meist ziemlich skurril ausgefallen und man ist sich manchmal nicht ganz sicher ob die potenzielle Antwort das Gegenüber nun verärgert oder erfreut. Dennoch schafft man es relativ schnell eine Freundschaft einzugehen und kann dann sogar anfangen zu kuscheln oder zu knutschen, was entweder mit Teddybärchen oder Kussmündern auf dem Bildschirm dargestellt wird. Einen so lieb gewonnen Sim kann man auch dazu bewegen in der eigenen Bude einzuziehen, dies ändert aber nur den Umstand, dass die Person dann nicht mehr in der Stadt herumläuft, sondern eben ständig in der gemeinsamen Wohnung abhängt.
Im Laufe der Zeit wird das Spiel auch seinem Titel gerecht und man darf aus der Scheune von Opa Haferstroh ausziehen und sich in einem neuen Viertel der Stadt niederlassen. Um die neue Wohnung auch schön einzurichten, kann man beim örtlichen Händler diverse Einrichtungsgegenstände erwerben. Die wollen natürlich bezahlt werden und damit sind wir beim nächsten wichtigen Punkt dieser Umsetzung: Bei dieser Version der Sims dürft Ihr endlich selbst arbeiten, dies geschieht in Form von simplen Minigames, welche allerdings nur relativ wenig Geld abwerfen. Wer sich also den dicksten Plasmafernseher oder ein tolles Himmelbett für die eigene Wohnung kaufen will, muss schon zahlreiche Runden in den Minigames bestehen, was mitunter etwas dröge und langweilig werden kann.
Optisch wurden die Sims sauber auf den GBA umgesetzt, besser hätte man dies wohl nicht machen können. Ihr erlebt das Spielgeschehen aus einer festen isometrischen Perspektive in der man sich sehr schnell zurrecht findet. Die Animationen für diverse Tätigkeiten sind ganz gut gelungen, man hat sich hier offensichtlich viel Mühe gegeben um dem Anspruch der Sims-Fans gerecht zu werden. In Sachen Sound werden Euch dafür aber nur relativ belanglose Melodie-Dauerloops geboten, welche sich je nach Tageszeit und Ort unterscheiden. Viel braucht Ihr Euch also nicht von der musikalischen Untermalung erwarten, die wenigen vorhandenen Sims-Geräusche sind ebenfalls ganz nett, aber auch nicht weltbewegend.
