Mit Directive 8020 soll es für Supermassive wieder vorangehen: Ganz überzeugt sind wir aber noch nicht!
Special
Dead Space meets Dark Pictures: Mit Directive 8020 macht Supermassive Games einen Abstecher in die Weiten des Weltraums. Wir durften es auf der Gamescom schon spielen.
Bei unserer Session müssen wir für eine Szene - basierend auf einer von uns falsch ausgeführten Entscheidung - aber ein großes Lob aussprechen. Nachdem wir uns um das Loch gekümmert und einen schleimigen Organismus entdeckt haben, wird Simms plötzlich ins All geschleudert.
Zwar hatten wir die Gelegenheit sie zu retten, doch wir scheiterten beim Quick-Time-Event, wodurch unsere Kollegin in für uns unerreichbare Gefilde getrieben wird. Die folgende Szene ist traurig und dennoch grandios inszeniert.
Die beiden wechseln mit dem Wissen, dass es keine Rettung gibt, noch ein paar Worte, während Simms immer weiter in die Dunkelheit abdriftet. In den Stimmen der Figuren ist Schmerz und Trauer zu hören, während langsam immer mehr Stille einsetzt. Das sind die Momente, die wir uns im fertigen Spiel häufiger wünschen.
Quelle: Supermassive Games
Immer dran denken: Im Weltall hört dich niemand schreien! Was Simms in dem Augenblick wohl gesehen hat?
Versteckspiel
Einen kurzen Abschnitt im weiteren Verlauf des ersten Kapitels durften wir ebenfalls noch spielen. Während Carter nach wie vor die Geschehnisse rund um Simms verarbeitet, hört er mysteriöse Schreie in einem Bereich des Raumschiffs. Wir gehen mit ihm dem Ganzen auf den Grund und entdecken unsere totgeglaubte Kollegin.
Doch irgendetwas stimmt nicht mit ihr, denn sie greift uns direkt mit einer Art Elektroschocker an. Uns bleibt also nichts anderes übrig, als die Flucht anzutreten. In dem Bereich dürfen wir deutlich häufiger selbst das Heft in die Hand nehmen und uns aktiv von Deckung zu Deckung bewegen, während unsere Widersacherin ihre Runden dreht und wilde Dinge vor sich hin plappert.
Erneut kann uns in diesem Katz-und-Maus-Spiel die Atmosphäre überzeugen. Die Dunkelheit auf dem Raumschiff, die immer wieder vom Flackern des Elektroschockers erhellt wird, bringt eine wunderbar gruselige Grundstimmung. Am Ende entkommt Carter nicht und landet blutüberströmt am Boden des Schiffs. Doch das war schließlich nur die Einleitung.
Quelle: Supermassive Games
Das Schicksal von Carter im ersten Kapitel ist vorgegeben und dient als Tutorial.
Im fertigen Spiel soll es wieder darum gehen, im Idealfall alle Charaktere vor dem Tod zu bewahren. Wie in den Vorgängern sind dafür sowohl die getroffenen Entscheidungen als auch Reaktionen bei Quick-Time-Events verantwortlich.
In die Haut einer der Hauptfiguren schlüpft übrigens die bekannte Schauspielerin Lashana Lynch. Die Britin hat in den letzten Jahren in Blockbustern wie James Bond 007: Keine Zeit zu sterben, The Woman King und The Marvels mitgespielt und setzt nun eine Tradition in den Spielen von Supermassive fort. Die sind schließlich immer wieder dafür bekannt, echte Schauspieler in die Hauptrollen zu setzen.
Quelle: Supermassive Games
Lashana Lynch ist eine der Hauptfiguren im Spiel. Wir kennen die Schauspielerin unter anderem als Agentin Nomi aus James Bond 007: keine Zeit zu sterben.
Im Weltraum hört uns niemand schreien
Die Entwickler erfinden mit Directive 8020 sicherlich das Rad nicht neu, aber scheinen zumindest an den alten Makeln zu arbeiten. Das fällt auch schon an der verbesserten Mimik und Gestik der beiden Hauptfiguren auf. Manchmal schleichen sich noch ein paar zu übertriebene Emotionen ein, aber insgesamt wirken die Reaktionen auf die Vorkommnisse authentisch.
Die Beleuchtung kann sich ebenfalls sehen lassen und Lichtspielereien runden die Stimmung optisch sehr gut ab. Auch Audioeffekte, Soundtrack und englischsprachige Vertonung sind bislang erstklassig. Für die Immersion eines Horrorspiels sind solche Dinge schließlich absolut wichtig.
Meinung
Ob Directive 8020 wirklich einen Schritt nach vorn macht oder nur das erste Kapitel hochwertiger als die Vorgänger wirkt, lässt sich nach der kurzen Session noch nicht final abschätzen. Es wäre schön, wenn auch die kürzeren Titel in der Zukunft an die Qualität eines Until Dawn oder The Quarry herankommen.
Bis zum Release bleibt noch ein wenig Zeit, was allerdings ein gutes Zeichen ist. Die Entwickler scheinen nicht auf eine Veröffentlichung rund um Halloween zu pochen und lassen sich dieses Mal Zeit. Directive 8020 soll im ersten Quartal 2026 auf PC, PS5 und Xbox Series X/S erscheinen und der erste Teil einer neuen Reihe an Horrorspielen aus dem Hause Supermassive Games sein.
