Dirt 4 im Test: Karriere-Modus, Technik & Fazit
Test
Dirt 4: Wir haben das Rennspiel von Codemasters ausgiebig getestet und verraten euch im Review, ob Simulations-Fans und Normalo-Raser Spaß haben werden.
Dirt 4 im Test: Karriere-Typ
Zumindest wurde aber der Karriere-Modus gründlich überarbeitet, wirkt nun aufgeräumter und ist ein wenig motivierender. Statt weiterhin auf den Festival-Charakter von Dirt 2 und 3 zu setzen, orientiert man sich auch hier mehr an der nüchternen Präsentation von Dirt Rally und legt den Fokus auch ganz klar auf die eigentlichen Rallyes. Landrush und Rallycross sind mit vier, respektive fünf Veranstaltungen nicht besonders groß vertreten. Bei der normalen Rallye hingegen gibt es ganze 17 Meisterschaften, und bei den historischen Rallyes auch nochmal zwölf.
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Quelle: PC Games
Im Karriere-Modus darf man nun sein eigenes Team gründen und seine Fahrzeuge fleißig mit Sponsoren-Aufklebern zupflastern.
Zwar ist die Präsentation auch bei diesem Codemasters-Rennspiel immer noch ein wenig steril, und eigentlich macht ihr mal wieder nichts anderes als Rennen um Rennen zu fahren, um schließlich das nächste Rennen oder eine neue Meisterschaft freizuschalten, doch nun habt ihr auch die Möglichkeit, einen eigenen Rennstall auf die Beine zu stellen. Fahrt ihr anfangs nur als Auftragsfahrer für andere Rennställe, dürft ihr, wenn ihr genügend Credits erworben habt, eigene Autos kaufen und diese schließlich auch nach euren Vorlieben lackieren. Leider stehen hier aber nur drei vorgefertigte Muster zur Verfügung. Gut, dass man davon später ohnehin nicht viel sieht, wenn die Karre erstmal mit Sponsoren zugepflastert wurde.
Ihr erhaltet pro Rennen nämlich Fähigkeitspunkte und steigt so im Level auf. Je nach Level dürft ihr mit euren verdienten Credits neue Objekte kaufen. So holt ihr euch beispielsweise eine größere Garage, um mehr Autos kaufen zu können, oder investiert eure virtuellen Moneten in eine bessere Werkstatt, wodurch ihr wiederum bessere Teile in eure Autos einbauen könnt. Außerdem solltet ihr immer wieder in euer Team investieren. Ein guter Chef-Ingenieur und ein paar fähige Mechaniker sollten auf jeden Fall in eurem Team sein. Vor allem, wenn ihr im Simulations-Modus unterwegs seid, werdet ihr dankbar sein, wenn die Jungs zwischen den Wertungsprüfungen euer lädiertes Vehikel wieder zusammenflicken.
Selbst Beifahrer und Spotter lassen sich einstellen. Sehr schön: Wählt ihr einen Waliser, sagt der Beifahrer euch mit dickem walisischen Dialekt die Kurven an. Stellt ihr hingegen einen besseren PR-Agenten ein, handelt dieser bessere Sponsoren-Deals für euch aus. Das System ist sehr simpel (und obendrein vollkommen optional) und dürfte niemanden überfordern, trägt aber zur Motivation und authentischen Darstellung des Motorsports im Spiel bei. Nervig ist nur, dass ihr immer wieder erst aus der Karriere raus müsst, um ins Team-Menü zu kommen. Das ist unnötig fummelig und wird hoffentlich mit einem Patch noch behoben.
Quelle: PC Games
Abseits der Strecke sieht Dirt 4 leider oftmals arg verwaschen aus.
Dirt 4 im Test: Licht und Schatten
So sehr wir Dirt 4 für sein Gameplay auch loben müssen, technisch lässt der Titel leider ein paar Federn. Während Dirt Rally auf den Konsolen noch super flüssig mit 60 Bildern pro Sekunde lief, haben sich nun ein paar Ruckler eingeschlichen. Zwar läuft auch Dirt 4 mit 60 fps, doch bei den Rennen mit mehreren Mitbewerbern gleichzeitig auf der Strecke kommt es immer wieder zu kleinen aber auffälligen Rucklern sowie leichtem Tearing. Bei den normalen Rallyes bemerkt man davon jedoch nichts - die laufen weiterhin absolut flüssig. Allerdings merkt man auch hier, das für ein Spielgefühl mit 60 Bildern pro Sekunde einige Kompromisse eingegangen werden mussten. Schon Dirt Rally wirkte auf den Konsolen ein wenig verwaschener als auf dem PC, sah aber immer noch gut aus. Doch bei Dirt 4 sind die Schönheitsfehler ein wenig ausgeprägter. Vor allem den Hintergründen bei manchen Strecken fehlt es klar an Texturen. Besonders fällt dies bei den Rallye-Pisten in Michigan auf. Hier fährt man zumeist mitten durch den Wald, wo die Bäume gerade herbstlich bunt erstrahlen. Leider sind die Bäume nicht richtig ausmodelliert und die Blätter sehen eher wie drangeschmierte Matschklumpen aus. In Wales ist man zwar auch oft auf Waldwegen unterwegs, doch hier kann man diesen Makel zumeist mit den schönen Lichteffekten kaschieren. Michigan bleibt einem jedoch besonders im Gedächtnis, da hier die ersten Veranstaltungen der Karriere stattfinden und es ein wenig zu lange dauert, bis man endlich das nächste Gebiet freischaltet.
Quelle: PC Games
In der Cockpit-Perspektive sind die Positionskämpfe beim Rallycross noch intensiver.
Deshalb Zu behaupten, Dirt 4 sei hässlich, wäre aber nicht nur übertrieben, sondern schlichtweg falsch. Der Titel mag seine Schönheitsfehler haben, überzeugt dafür aber mit den angesprochenen Lichteffekten und vor allem dem namensgebenden Dreck. Es ist einfach eine wahre Freude, zu beobachten, wie sich langsam der Schmutz am Fahrzeug sammelt und auf der Karosserie verteilt. Doch auch die Strecken selbst (von den Hintergründen eben abgesehen) und die Wettereffekte sind optisch durchaus beeindruckend. Ob nun das Regenwasser auf dem Asphalt steht, auf einer trockenen Erdpiste der Staub aufgeschleudert wird oder der Wüstenkurs von Mexiko durch stürmisches Mistwetter in eine Schlammpiste verwandelt wird, wo sich das Wasser in dicken Pfützen sammelt - man bekommt sofort immer Lust, über die Kurse zu rasen. Da sich die Wetterverhältnisse natürlich nicht nur auf den Untergrund, sondern auch auf das Fahrverhalten auswirken, kommt trotz der geringen Anzahl an Kursen auch immer wieder ein wenig Abwechslung ins Spiel. Gerade im Simulations-Modus wirken die Rennen so immer wieder frisch.
Überhaupt mag Dirt 4 in einigen Bereichen seine unübersehbaren Fehler haben und immer noch nicht den größten Umfang bieten, doch das überragende Gameplay des Titels kann man nicht oft genug hervorheben. Dirt 4 ist jederzeit spaßig, fordernd und fesselnd. So bietet es einem gar nicht genug Zeit, um lange über Ruckler, eine doofe Zeilenverschiebung oder hässliche Bäume nachzudenken, da man sich zu sehr auf die gemeinen Kurse und die bissigen KI- oder Online-Kontrahenten konzentrieren muss, wenn man als Erster über die Ziellinie düsen möchte. Die Neuausrichtung der Dirt-Reihe ist somit zwar nicht perfekt, aber doch sehr gut gelungen. Jetzt darf dann bitte der Grid-Serie eine Frischzellenkur verpasst werden.
Update: Dirt 4 auf der PS4 Pro
Wir konnten das Rallye-Spiel nun auch mehrere Stunden auf der PS4 Pro testen, wo uns die technische Umsetzung mehr überzeugte als auf der Standard-Playstation 4. Zwar sind auch hier die Hintergründe teilweise verwaschen, aber die Landrush- und Rallycross-Rennen mit mehreren Kontrahenten auf der Strecke laufen absolut flüssig und auch Tearing konnten wir hier nicht ausmachen.
Quelle: PC Games
Im Gegensatz zur PS4-Fassung läuft die PC-Version auch bei Landrush-Rennen immerzu flüssig. (PC)
Dirt 4 im Test: Die PC-Version
Nach etlichen Stunden mit der PC-Fasssung können wir nun auch endlich eine Wertung dafür geben. Spielerisch unterscheidet sich die Rechenknecht-Variante natürlich nicht von den Konsolen-Versionen. Auch hier wird euch ein überragendes Fahrgefühl geboten. Technisch macht die PC-Fassung jedoch natürlich einen besseren Eindruck. Es gibt keinerlei Tearing oder Ruckler, selbst bei voll aufgedrehten Wettereffekten. Auch die 60 fps der PS4-Fassung werden locker überboten. Die Hintergründe sind zudem nicht verwaschen und sehen viel schärfer aus. Besonders schön ist die Grafik außerhalb der Rennstrecken dennoch nicht.
