Ein tolles Spiel für Kids und jung gebliebene Eltern. Unglaublich zauberhaft, wunderschön inszeniert und unterhaltsam!
Verwöhnte Lauscher
Disneyland Adventures
Unvergesslich sind aber vor allem die deutschen Synchronsprecher. Wenn Donald Duck mit seiner unvergleichlichen und unverwechselbaren Stimme quäkt bzw. Mickey Mouse geradezu liebevoll nach Autogrammen bittet, leuchten nicht nur die Augen der Kinder. Was hier auf unsere Lauscher kommt, erfreut jeden Disney Fan. Sehr schade nur, dass man nicht hundertprozentige Sorgfalt walten lies. Während sich Charaktere wie Donald und Mickey originalgetreu anhören und sich so manch andere Sprecher wahrlich bemühen, bekannte Stimmen gelungen nachzuempfinden, fehlen bei andere Figuren leider komplette Soundspuren. Chip und Chap oder der chaotische aber liebenswürdige außerirdische Stich bzw. der knuddelige Bär Balu aus dem Dschungelbuch begeistern wie alle anderen Figuren mit unglaublich putzigen Animationen. Was sie aber zu erzählen haben, können wir nur erahnen oder mit etwas Glück den deutschen Untertiteln entnehmen. Diese daher nicht im Optionsmenü deaktivieren, das könnte letztendlich Verwirrungen stiften, vor allem bei den Kids.
Disneyland Adventures
Beständig schenkt uns die Sonne übrigens ein strahlendes Lächeln und beschert dem virtuellen Disneyland einen hohen Besucheransturm. Tausende Leute wandern herum, die Kinder lachen, die Eltern diskutieren und alle scheinen richtig viel Spaß zu haben. Auch die Vielfalt ist gegeben und es dauert schon eine ganze Weile, bis man auf die selben Familien im Park trifft. Einen kleinen Haken hat die nette Geräuschkulisse, die mit aus dem Park bekannten Melodien, typischen Durchsagen und Aufrufen, Jahrmarktsmusik und diversen Klingeltönen der Buden angereichert ist: Unsere Disney-Lieblinge sprechen Deutsch, das Publikum des Vergnügungspark aber nicht! Die Eltern rufen nach ihren Kindern, fragen nach der nächsten Attraktion oder ob jemand Eis haben will, Wiederholung stellt sich nur bei genauem hinhören und nach einiger Zeit ein. Doch wer seine Lauscher spitzt, vernimmt nur englisches Gemurmel. Klar, die Kids von heute lernen recht früh diese Fremdsprache, schade ist es aber dennoch, dass man diesbezüglich hier nicht mehr Obacht gegeben hat.
Mittendrin statt nur dabei!
Disneyland Adventures
Neben der freien Welt, in der man sich nach Herzenslust austoben und völlig ungehindert bewegen darf, sorgen kleine Fahrattraktionen für kurze Entspannung, oder richtig große Abenteuer für ausufernde Unterhaltung. Ihr werdet in richtig umfangreiche Minispiele entführt, die allesamt natürlich auf die Bewegungssteuerung von Kinect setzen und uns abwechslungsreiche Missionen bescheren. Mit einem Schneemobil heizen wir zum Beispiel einen Berg hinunter, bewerfen dabei Yetis mit Schneebällen und schauen, dass wir nicht von der Bahn abkommen. In einer anderen Welt steigen wir in ein Raumschiff, müssen die Invasion mit der Bordkannone aufhalten und einen Weltraumschrottplatz une Schaden passieren. Der guten Alice folgend fungieren wir sogar als Golfball und müssen beim Fall diversen Objekten ausweichen. Das ganze wird mit Musikspielen, Tänzen, Pantomime und ähnlichem angereichert. Insgesamt gibt es über zwanzig solcher Abenteuer, die für ein Kinect-Spiel grafisch teils extrem unglaublich wirken, während in der offenen Welt des Freizeitparks leider durchaus mäßige Texturen sowie ein beständiger Bildaufbau zu finden ist. Dafür stimmt die Sichtweite, der wuselige Tumult auf dem Bildschirm und einfach das unglaubliche Ausmaß des Parks, der ohne Ladezeiten komplett bewandert werden kann.
Disneyland Adventures
Doch vor allem steckt viel Liebe in der Umsetzung der Disney Welten. Nicht nur die Animationen der 3D-Figuren im offen Park verzücken und zaubern den Kids geradezu ein warmherziges Lächeln ins Gesicht, wenn diese Mickey, Arielle und zahlreiche weitere beliebte Figuren umarmen, mit ihnen tanzen und diese liebkosen. Auch wenn wir uns in die Filme wagen, entführt uns Disneyland Adventures in ein zauberhaftes Märchen. Folgen wir zum Beispiel Peter Pan ins Nimmerland, so lernen wir erst das fliegen, durchstreifen die Küstenhöhlen und liefern uns ein wildes Gefecht mit den Piraten. Gekonnte wird per Körperbewegung den herannahenden Kanonenkugeln ausgewichen, bevor wir auf Deck des Schiffes im Degenkampf den bösen Buben Hook besiegen. Alles wird in einer wundervollen Comicgrafik präsentiert, die derart detailreich ist und unseren eigenen Avatar harmonisch in das Gesamtbild integriert, dass die tatsächlichen Vorlagen fast schon vollkommen verblassen. Die Entwickler haben wahrlich Großes geleistet, um den unglaublichen Charme vor allem der Klassiker rüber zu bringen. Dafür haben sie definitiv ein ganz dickes Lob verdient.
Disneyland Adventures
Das Spiel ist an sich auch sehr durchdacht und wäre ein ungebremster Spaß nicht nur für die Kids, sondern auch Eltern, wären da nicht ein paar Probleme mit der Steuerung. Um sich in der großen und offenen Welt hinfort bewegen zu können, muss ein Arm ausgestreckt werden. Manchmal erkennt Kinect das nicht richtig und der Avatar bewegt sich einfach nur träge durch die Besuchermassen, ein anderes mal hat man es schwer, manche Zielpunkte auch genau anzusteuern. Zudem wird der Arm dann doch recht schnell schwer, vor allem weil die Laufwege teils sehr weit sind. Per Karte kann man zwar die einzelnen Attraktionen anspringen und somit die Wanderung umgehen, begibt man sich aber auf die Suche nach den Quest-Zielen, sollte man der virtuellen Navigationslinie folgen. Hätte man aus Disneyland Adventures einen Hybrid gemacht, sprich nur die Minispiele basierend auf Bewegungserkennung, dafür das Herumlaufen im Park mit Controller realisiert, würde nicht nur alles flotter, sondern auch angenehmer und spannender ablaufen. Leider müht man sich aber mit einer oft etwas trägen Steuerung ab. Letztendlich aber ein Manko, das man aufgrund der fabelhaften Welt gerne vergisst. Werden halt öfters Pausen bei den Gauklern eingelegt, ein paar Takte mit den Musikern gespielt und erst dann das Ziel angepeilt - die Zeit vergeht, und das fast wie im Flug!
