Auch Xbox-Besitzer können ab sofort die Mars Facility besuchen und unter den Monstern aufräumen.
Am Blut wird nicht gespart
Was seinen nicht unbeträchtlichen Teil zu der gruseligen Atmosphäre beiträgt, sind die absolut einmaligen Räumlichkeiten, die sich nie wiederholen und jeden Ort einmalig machen. Denn es gibt keine gleichen Räume in Doom 3, jeder Gang, jede Kammer und jedes Zimmer besitzt eine absolut einmalige Ausstattung, ist individuell designt und macht es uns so recht leicht zu erkennen ob wir Neuland oder bekanntes Terrain betreten.
Da Doom 3 recht viel mit starken Kontrasten und beweglichen Lichtquellen spielt, wird jede dunkle Ecke zur Gefahr in der sich etwas versteckt halten könnte. Aus diesem Grund ist die Taschenlampe neben den Waffen unser wichtigstes Werkzeug, die uns nicht nur vor hinterrücks angreifenden Monstern schützt, sondern auch die im Level verteilte Munition und Healthpacks sichtbar macht, die gerne unter irgendwelchen Vorsprüngen, Treppen oder in Geheimgängen verborgen sind. Und davon gibt es nicht wenige, so dass es sich durchaus lohnt sich immer etwas genauer umzusehen.
Denn so mancher Raum den wir betreten, sieht im ersten Augenblick noch richtig schön aufgeräumt aus, haben wir unsere Arbeit aber erledigt, ist der Boden übersät mit den Überresten diverser Körper, von den Wänden trifft das Blut und die Einrichtung ist zerstört.
Was ebenfalls ziemlich einmalig sein dürfte ist die Qualität der gezeigten Monitore im Spiel. Zurecht werdet ihr fragen, was uns das bringt? Nun, viele der gezeigten Monitore, und auf so einer Station gibt es wirklich viele davon, besitzen richtige Funktionen und zeigen entweder irgendwelche realen Werte oder Überwachungskameras an, oder besitzen gleich einen Touchscreen um irgendwelche Funktionen auszulösen. Wie gesagt, was auf den Bildschirmen gezeigt wird ist pixelscharf und oft werden uns komplette Menüs geboten, die wir einfach direkt anklicken können. Denn richten wir das Fadenkreuz auf einen Monitor, verwandelt es sich in eine Hand mit der wir den Computer bedienen können. Gleiches passiert wenn wir es auf eine befreundete Person richten, woraufhin wir mit dem Abzug nicht mehr den Schuss auslösen, sondern das Gespräch beginnen.
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Immer Emails checken
Zwar keine neue Idee, trotzdem etwas ungewöhnlich in einem Egoshooter ist die Funktion des mitgeführten PDA, mit dem wir nicht nur den Missionsablauf kontrollieren können, sondern auch Zugriff auf alle persönlichen Files haben die wir im Laufe des Spiels finden. So kommen wir an diverse Codekarten um verschlossene Türen oder versperrte Schränke zu öffnen. Diese Infos verstecken sich entweder in den schriftlichen eMails, die man relativ schnell nach den wichtigen Informationen durchsuchen kann. Denn geschickter Weise hat man die wichtige Information immer ganz ans Ende des Message gepackt, so dass man relativ viel Zeit mit dem Lesen dieser Aufzeichnungen verbringt. Um die Sache noch zu verkomplizieren schwirren auch Spam-Mails und falsche Informationen in den Files herum, was man spätestens dann bemerkt wenn man einen Türcode eingeben möchte der eine Null enthält, das Tastenfeld der Türe aber überhaupt keine Null besitzt. Wie man dieses Rätsel löst verraten wir an dieser Stelle natürlich nicht, weswegen ihr die Mails schon selber durchforsten müsst.
Ich persönlich fand diese Lösung etwas ungeschickt, weil sie einem von der schnellen Action immer wieder in eine Lesephase versetzt, die jede zuvor aufgebaute Aufregung wieder zunichte macht. Denn in der Praxis liest man nicht jedes File direkt nachdem man es gefunden hat, sondern beschäftigt sich erst dann mit dem PDA wenn man einen bestimmten Code benötigt. Dann fängt man an alle angesammelten Mails und Nachrichten zu studieren, was schon mal etwas dauern kann.
Schießen bis er lacht
Das generelle Gameplay fasziniert einen vom ersten Augenblick an wegen der ungeheuren Dichte der gescripteten Ereignisse. Kaum ein Meter in Doom 3 existiert an dem nicht irgendetwas geschieht, so dass man nie zur Ruhe kommt und mitunter tatsächlich wie ein gehetztes Vieh durch die Level rennt während einem die Ausgeburten der Hölle den Hintern grillen. Allerdings darf man nicht verschweigen, dass sich nach einigen Stunden Spielzeit eine Sättigung einstellt, besonders wenn man versucht Doom 3 am Stück durchzuspielen. Denn irgendwann sind die ganzen Schreckmomente einfach bekannt und man reagiert routiniert darauf. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist es zuende mit der Gruselei und man agiert mehr mechanisch als intuitiv. Da machen die kleinen Abwechslungen im Gameplay umso mehr Freude, wenn man mal einen Kran bedienen oder mit der Monorail fahren darf. Diese Minigames wurden hervorragend ins Game integriert, kommen aber relativ selten vor. Denn trotz des PDA und trotz der Minigames, Doom 3 ist ein astreiner Egoshooter der ganz genau weiß wo seine Stärken liegen. Denn kritisch betrachtet bietet uns das Gameplay nichts neues, aber alles in hervorragender Qualität. Und sind wir doch mal ehrlich: Mehr hat uns ID-Software doch nie versprochen, außer den besten aller Egoshooter. Und das ist ihnen zweifellos auch gelungen, auch wenn man so manche Anleihe aus anderen Games kaum übersehen kann, wie die Monorail die man schnell aus Half-Life importierte, wohl als Hommage an vergangene Zeiten, so wie der generell klaustrophobische Eindruck, den zuletzt nur System Shock so gemein auf den Punkt brachte. Denn auch das muss gesagt werden: Doom 3 hat sich kräftig weiterentwickelt und viel von dem staubigem Erbe zurückgelassen, was uns ein angenehm frisches Erlebnis beschert welches trotzdem typisch Doom geblieben ist. So sind die Level absolut linear gehalten und lassen es nicht zu, dass wir uns verlaufen können, einzig die versteckten Geheimgänge weichen kurz vom Kurs ab, nur um uns Augenblicke später wieder auf die Einbahnstrasse zu führen die den Spielfortschritt bestimmt. Ich persönlich habe nichts gegen diese Art der Levelgestaltung, genügt es doch schon sich mit den diversen Türkodes auseinandersetzen zu müssen oder entsprechende Keycards zu suchen. Denn nur in wenigen Fällen können wir zwischen zwei möglichen Wegen wählen, die aber auch wieder nur zu einem Ziel führen.
