Doom: The Dark Ages ist im Test eine absolut höllische Erfahrung - und genau so muss das!

Test Stefan Wilhelm
Doom: The Dark Ages ist im Test eine absolut höllische Erfahrung - und genau so muss das!
Quelle: Bethesda, PC Games

Reuelos ballern wie bei Doom 1993, aber mit der mechanischen Komplexität von Doom Eternal: The Dark Ages erfindet die Doom-Formel mal wieder neu und liefert göttlich gute Shooter-Action - auch, wenn dabei manches auf der Strecke bleibt.

Id Software kann es nicht lassen: Seit die Shooter-Experten im Jahr 2016 ihre Prestige-Marke Doom wiederbelebt haben, haben sie mit jedem neuen Teil eine frische Interpretation davon abgeliefert, wie ein modernes Doom eigentlich aussehen soll.

Und auch mit The Dark Ages werfen die Texaner einiges über den Haufen - diesmal mit dem Ziel, wieder mehr zur alten Gameplay-Formel aus den 90ern zurückzukehren. Bedeutet also, dass The Dark Ages eine schnörkellose Ballerorgie geworden ist, richtig? Richtig!

... und gleichzeitig auch wieder falsch, denn der mechanisch komplexe Vorgänger Doom: Eternal ist natürlich nicht spurlos an der Reihe vorbeigezogen. Wenn ihr wissen wollt, ob The Dark Ages das richtige Doom für euch ist, dann lasst schon mal die Kettensäge an - wir gehen rein!

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Das Kampfsystem: The Dark Aegis

Grundsätzlich beschreiben die Entwickler ihren neuen Gameplay-Ansatz so: "Stand and fight". Der Doom-Slayer soll also wie ein Fels in der dämonischen Brandung stehen und die Horden der Hölle einfach von sich abprallen lassen.

Dafür geben ihm die Entwickler ein mächtiges neues Werkzeug an die Hand, um das der ganze Kampf herumdesignt wurde: einen unzerstörbaren Schild, stilecht mit Kettensägenfunktion. Den "dunklen Ägis", wenn man so will. Damit blocken wir nicht nur den Klauen- und Kugelhagel der Dämonen, wir dürfen jeden grün gefärbten Angriff auch zurückschleudern, indem wir zum richtigen Zeitpunkt den Schild heben.

Das verursacht nicht nur Schaden, es löst je nach Schildkonfiguration auch Bonuseffekte aus und bringt Gegner zum Straucheln, damit wir saftige Nahkampftreffer platzieren können. Außerdem lässt sich der Schild werfen, um Kanonenfutter-Feinde sofort zu zerteilen und dicke Brocken eine Weile festzuhalten.

Nach dem eher vertikal angelegten Vorgänger bleiben die Kämpfe in The Dark Ages spürbar auf dem Teppich: Doppelsprung und Dash fallen weg, die Kampfarenen sind meistens flach und weitläufig, die Dämonen gehen gerne in den Nahkampf oder verschießen Kugelmuster, durch die wir uns schlängeln, bis wir einen grünen Angriff sehen, den wir zurückschleudern können.

Old-school-Ballern mit modernen Mechaniken

Lässt man das Parieren mal außer Acht, fühlt sich das tatsächlich wieder an wie das Doom der 90er, denn auch da war "Strafen", also das Ausweichen nach links und rechts, das A und O. Gut, und währenddessen galt es natürlich, mit den dicksten Waffen im Arsenal Dämonen niederzumähen.

Auch da entfernt sich The Dark Ages deutlich von Eternal: Dort war Munitionsknappheit noch ein vorprogrammierter Bestandteil des Gameplay-Loops, außerdem besaßen die Dämonen oft waffenspezifische Schwachstellen, die uns immer wieder zum Wechseln animierten.

In The Dark Ages ist beides kein großes Thema mehr. Es ist problemlos möglich, sich eine Lieblingswaffe auszusuchen und damit die meisten Kämpfe zu bestreiten, vor allem, weil die Wummen in aufgerüsteter Form fast immer auch zu Ressourcengeneratoren werden.

Da zündet die Shotgun etwa Gegner an und sorgt für einen stetigen Strom an Rüstung, das fette Gleisbolzengewehr belohnt Kopfschüsse mit Nahkampfenergie, und der Schrapnellwerfer generiert gleich seine eigene Munition, damit wir reuelos draufhalten können.

The Dark Ages ist viel mehr Old-school-Shooter, als ich es zunächst erwartet hatte, und das wird vor allem die freuen, die vom sehr Mechanik-getriebenen Eternal abgeschreckt waren. Ganz nebenbei liefert id Software einige der besten Waffen ab, die ich in einem Shooter je gesehen, gehört und gespürt habe.

Bildergalerie

In dem zwölf Schießeisen starken Arsenal befindet sich keine einzige Knarre, die ich nicht gerne abfeuere. Passend zum mittelalterlich angehauchten Setting sind einige der Waffen diesmal besonders mechanisch und brutal. Sie feuern mit Nägeln, Eisenkugeln und geschredderten Totenschädeln - es ist ein Fest!

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