Dorfromantik in der Vorschau: Das Berliner Studentenprojekt im Early-Access-Check

Special Matthias Dammes
Dorfromantik in der Vorschau: Das Berliner Studentenprojekt im Early-Access-Check
Quelle: PC Games

Vier Studenten des Game Design aus Berlin starten mit ihrem ersten eigenen Projekt namens Dorfromantik in den Early Access. Wir haben uns den Mix aus Aufbauspiel und Puzzle angeschaut und beschreiben euch in der Vorschau, warum sich hinter dem putzigen Namen eine spannende Spielidee versteckt.

Unter dem Titel Dorfromantik vermutet man vielleicht einen Heimatroman aus der Reihe der sogenannten Groschenromane, oder vielleicht eine Verfilmung von Rosamunde Pilcher, die nachmittags auf dem ZDF läuft. Doch die Realität könnte weiter kaum entfernt sein. Es handelt sich hierbei nämlich um ein Indiespiel, das von einer Gruppe engagierter Game Design Studenten aus Berlin entwickelt wurde.

Mit Unterstützung des DE:HIVE-Projekts der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin sowie dem Medienboard Berlin-Brandenburg haben die vier Studenten Luca Langenberg, Timo Falke, Sandro Heuberger und Zwi Zausch ihr eigenes Studio namens Toukana Interactive gegründet. Denn die Neu-Entwickler denken bereits in die Zukunft und wollen auch weiterhin kleine, hochwertige Indie-Spiele entwickeln. Ihr erstes Projekt Dorfromantik startet auf der Spiele-Plattform Steam nun in den Early Access und wir haben uns das Spiel einmal genauer angeschaut.

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Hexfeld-Puzzle

Bei Dorfromantik handelt es sich um eine interessante Mischung aus Puzzle und Aufbaubrettspiel. Die aus hexagonalen Feldern aufgebaute Spielwelt erinnert im ersten Moment an die Siedler von Catan. Allerdings geht es hier nicht darum auf den Feldern Dörfer und Straßen zu errichten. Vielmehr Ein Feld nach dem anderen wird vom Stapel rechts gezogen und muss sinnvoll an die vorhandenen Felder angelegt werden. Quelle: PC Games Ein Feld nach dem anderen wird vom Stapel rechts gezogen und muss sinnvoll an die vorhandenen Felder angelegt werden. sind die Landschaftsfelder selbst der Baugegenstand. Zu Spielbeginn haben wir einen Stapel von Hexfeldern neben uns liegen. Auf diesen können unterschiedliche Landschaftsarten abgebildet sein. Grasland, Wald, Felder, Flüsse, Eisenbahnschienen und Häuser befinden sich auf den einzelnen Karten in unterschiedlichster Anordnung und meist auch miteinander vermischt.

Unsere Aufgabe ist es nun aus diesen Karten eine stimmige Landschaft zusammenzustellen. Dazu ziehen wir stets die oberste Karte vom Stapel und legen diese an die vorhandene Landschaft an. Dabei müssen wir immer wieder aufs Neue schauen, dass die Ränder Felder möglichst gut zusammenpassen. So entstehen mit der Zeit größere Wälder, Dörfer und Felder. Flüsse und Eisenbahnstrecken durchziehen hoffentlich in sinnvolle Weise die Landschaft. Dadurch, dass die Karten in unserem Stapel zufällig zusammengestellt sind und wir immer nur mit der obersten arbeiten können, stehen wir immer wieder vor der Herausforderung für jede Karte einen geeigneten Platz zu finden. Mit den Sprechblasen auf einzelnen Karten werden Quests angezeigt. Hier sollen wir zum Beispiel bei den Feldern unten noch ein paar zusätzliche anschließen. Quelle: PC Games Mit den Sprechblasen auf einzelnen Karten werden Quests angezeigt. Hier sollen wir zum Beispiel bei den Feldern unten noch ein paar zusätzliche anschließen.

Quests und Herausforderungen

Denn wildes durcheinanderbauen schadet dem eigenen Erfolg mehr, als das es in irgendeiner Weise sinnvoll wäre. Während des Aufbaus unserer Spielfläche begegnen wir immer wieder sogenannten Quests. Diese verlangen in der Regel einen zusammenhängenden Bereich eines bestimmten Globale Herausforderungen schalten neue Karten wie hier den Wasserbahnhof frei. Quelle: PC Games Globale Herausforderungen schalten neue Karten wie hier den Wasserbahnhof frei. Landschaftstyps in einer vorgegebenen Größe zu erreichen. Ein Wald aus 200 Bäumen, ein Dorf mit 20 Häusern oder zehn zusammenhängende Felder sind häufige Aufgaben dieser Art. Gelingt es uns diese Anforderungen zu erfüllen, erhalten wir nicht nur Bonuspunkte für unseren stetig wachsenden Highscore, sondern vergrößern damit auch den Stapel der noch zu verbauenden Landschaftskarten.

Damit halten wir uns länger im Spiel, können weitere Aufgaben lösen und den Highscore immer weiter steigern. Neben diesen immer wieder auftauchenden Quests gibt es auch noch stets drei globale Herausforderungen wie die Errichtung eines besonders großen Gebiets des Typs X oder der perfekten Aneinanderreihung von einer bestimmten Anzahl von Karten. Für erfolgreich abgeschlossene Herausforderungen winken neue, spezielle Landschaftskarten wie den Fluss mit Boot oder ein Stadtfeld mit Glockenturm.

Wie lange motiviert das?

Ist irgendwann der Stapel an Landschaftskarten aufgebraucht, endet das Spiel und die bis dahin erreichte Punktzahl geht in die Highscore-Liste ein. Da das Spiel das Ende der Partie unweigerlich mit "Game Over" betitelt, ist man umgehend motiviert auf "Noch einmal" zu klicken und zu versuchen seine Puzzlekünste noch zu verbessern. Das hat während des Early Access bereits ordentlich Spaß gemacht. Ein Fragezeichen bleibt aber bei der Langzeitmotivation. Irgendwann hat man es geschafft alle Herausforderungen freizuschalten und wenn man dann nicht von der Jagd nach Top-Plätzen in der Highscore-Liste getrieben wird, dürfte die Motivation schnell verschwinden.

Immerhin soll es im fertigen Spiel auch einen Kreativmodus geben, in dem sich Leute austoben könne, die nur darauf bedacht sind eine perfekte Welt zu errichten, ohne sich über Highscores und Endlichkeit der Karten Gedanken machen zu müssen. Leider steht dieser Modus im Early Access bisher nicht zur Verfügung. Technisch leistet sich das Spiel keine Patzer. Mit seiner stilisierten, ein wenig an Papier erinnernden Optik ist das Spiel aber auch nicht sonderlich fordernd für die Hardware. Mit einer dezenten Geräuschkulisse aus zwitschernden Vögeln, dem Dampfen eines Zuges und dem Tuckern von Booten sowie einer gemächlichen Hintergrundmusik wird eine entspannende Atmosphäre geschaffen, die zum gemütlichen Puzzeln einlädt.

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