Dragon Ball: Fighter Z: Ein sehr gelungener Lizenz-Prügler
Test 8,34 €
Dragon Ball FighterZ im Test: Als Anime-Held die bösen Jungs verhauen? Dragon Ball FighterZ wirft euch in ein Beat 'em Up der Extraklasse - das aber eine miese Story hat. In unserem Review zum Test verraten wir, was das Spiel sonst noch auszeichnet und ob nicht nur Prügelspiel-Fans, sondern auch Dragon Ball-Kenner auf ihre Kosten kommen.
Wer hat in seiner Kindheit nicht mit Son-Goku in Dragon Ball von Manga-Zeichner Akira Toriyama mitgefiebert? Die coolen Kämpfe zwischen Goku, Piccolo, Freezer oder anfangs noch gegen Vegeta waren unglaublich spannend. Die Fans hielten der Saga stets die Treue, auch wenn sich nach Dragon Ball Z und Dragon Ball GT erst einmal Ruhe einstellte. Natürlich wurden Entwickler schnell auf die Reihe aufmerksam, weshalb seit 1988 fast jährlich wenigstens ein Videospiel erscheint. In Deutschland besonders beliebt: Dragon Ball Z: Budokai samt dem Nachfolger sowie Dragon Ball Z: Budokai Tenkaichi.
Und danach? Folgte angesichts einiger durchschnittlicher oder gar mieser Titel viel Ernüchterung. Bis jetzt! Nach fast drei Jahren Pause bringen Publisher Bandai Namco und Entwickler Arc System Works ein neues Dragon Ball-Spiel auf den Markt, das vor allem durch viel Liebe zum Detail, rasante Kämpfe und natürlich Fanservice glänzt.
In diesem Artikel
Eine Story zum Vergessen
Quelle: PC Games
Auf die Plätze, fertig, los! Insgesamt 24 Kämpfer sind in Dragon Ball FighterZ aktuell verfügbar. Ein Team besteht immer aus drei Helden.
Beginnen wir bei der Geschichte des Spiels, die auf einem Schulzeugnis maximal den Eintrag "stets bemüht" bekommen würde - wobei selbst das noch geschmeichelt ist. Es gibt nichts schönzureden: Das Solo-Abenteuer entpuppt sich als Schuss in den Ofen, egal, ob in Sachen Storytelling oder bezüglich der technischen Umsetzung. Die Handlung steht in keinem Zusammenhang mit dem Anime und langweilt auf ganzer Linie. Sämtliche Nebencharaktere treten lediglich als recht belanglose NPCs auf, die zum Teil totalen Blödsinn reden. So kommen der Gott der Zerstörung namens Beerus und dessen Assistent Whis nur auf die Erde, um bei Bulma einen Happen zu essen und Smalltalk zu halten - und das über mehrere Minuten! Warum die Autoren dachten, dass das eine gute Idee ist, bleibt für uns schleierhaft.
Dabei sind die Dialoge nicht nur inhaltlich ein Reinfall, sondern teilweise auch gespickt mit ärgerlichen Rechtschreibfehlern. Die Zwischensequenzen ruckeln zudem massiv. All das ist wirklich lausig - und einer ikonischen Marke wie Dragon Ball alles andere als würdig. Auf einer Art Spielbrett arbeitet ihr euch in der Story Stück für Stück mit nur einem Ziel vor: Am Ende der virtuellen Odyssee wartet der freischaltbare Charakter C-21.
Quelle: PC Games
Die Grafik passt perfekt zu Dragon Ball. Son-Gokus Kamehameha sah vermutlich noch nie so schön aus!
Fast wie im Anime
Dragon Ball FighterZ brilliert dafür vor allem in dem Bereich, der für ein Beat 'em Up besonders wichtig ist: den Kämpfen. Selten sah ein Prügelspiel seiner Anime-Vorlage ähnlicher als hier. Das liegt natürlich auch an der Unreal Engine, mit der das Team von Arc System Works arbeitet. Hier geht es aber freilich nicht um fotorealistische Welten, sondern um einen runden Comic-Look - und der ist famos gelungen! Die Charaktere gleichen den Helden aus der Serie wie eineiige Zwillinge.
Noch besser gelungen sind die Angriffe, Bewegungen und ultimativen Attacken. Mit nur einer kleinen Bewegung explodiert die gesamte Arena, immer eingeleitet von eindrucksvollen Zwischensequenzen. Als Fan fühlt man sich sofort heimisch, selbst wenn man vielleicht gerade von seinem Kontrahenten brutal aufgemischt wird. Die Arenen machen ebenfalls überraschend viel Spaß, denn alle Kampfplätze sind den Fans von Dragon Ball wohlbekannt. Schnell einmal in der Arena aus den Cell-Spielen oder auf Namek kämpfen? Überhaupt kein Problem! Der Sound steht diesem Feuerwerk zum Glück in nichts nach: Musik, Explosionen und Geräuschkulisse erinnern an die Serien und Filme.
Quelle: PC Games
Intros und besondere Attacken glänzen in der Regel mit tollen Zwischensequenzen, die direkt aus den Serien und Comics stammen.
Kleine Heldenauswahl
Quelle: PC Games
Kleine Angriffe? Nicht in Dragon Ball FighterZ! Mit einer ultimativen Fähigkeit jagt ihr schnell ganze Kontinente in die Luft.
Die Palette an Helden ist arg überschaubar, derzeit stehen euch lediglich 24 Charaktere zur Verfügung. Darin enthalten sind die bereits erwähnte C-21 sowie die beiden SSGSS-Formen (Super-Saiyajin Gott Super-Saiyajin) von Son-Goku und Vegeta. Letztere bekommt ihr allerdings nur als Vorbesteller, wenn ihr eine richtig knackige Herausforderung im Arcade-Modus bewältigt, oder aber für reichlich Ingame-Währung. Und obwohl einige der 24 enthaltenen Prügelbrüder und -schwestern durchaus nett sind, fehlen einige echte Klassiker. Ihr findet im Spiel beispielsweise Boo in gleich zwei Formen, Freezer, Cell, Nappa, Ginyu, Trunks, ja, es sind sogar Dragon Ball Super-Aspiranten wie Hit und Beerus am Start. Doch irgendwie bleibt ein ungutes Gefühl zurück, vor allem vor dem Hintergrund anstehender DLCs samt Season Pass. Erhalten wir Bardock, Kefla, Jiren oder Broly nur gegen Extra-Kohle? Es sieht ganz danach aus. Das ist sehr schade, denn die Kämpfe gehen gut von der Hand, während man Spielstunde für Spielstunde seine eigenen Fähigkeiten verbessert und nach und nach zum ultimativen Kämpfer aufsteigt.
Quelle: PC Games
Die Duelle sind fordernd und schick anzusehen. Zudem bietet das Spiel viele bekannte Attacken, wie etwa Piccolos Höllenspirale.
Zugeschlagen!
Quelle: PC Games
Überlegt euch gut, welchen Helden ihr ins Team nehmt. Kid Boo ist beispielsweise schnell, aber zerbrechlich. C-16 hält viel aus, agiert aber lahm. Jeder Charakter hat andere Vor- und Nachteile.
Die Steuerung des Kampfspiels funktioniert simpel und ist sehr einsteigerfreundlich. Das heißt allerdings nicht, dass Profis und Arcade-Experten nicht auch auf ihre Kosten kommen. Durch verschiedene Kombos und die ausufernden Kloppereien in der Luft bleibt die Action nicht auf der Strecke, der ständige Wechsel zwischen drei möglichen Charakteren sorgt zudem obendrein für noch mehr Abwechslung. Mit einer vollen Ki-Leiste haut ihr auf Wunsch richtig starke Ultimates heraus, spezielle Angriffe, welche Fans von Dragon Ball natürlich kennen: Egal ob Vegetas Final Flash, Piccolos Höllenspirale, Gotenks' Super Ghost Kamikaze Attacke oder das Vater-Sohn-Kamehameha von Son-Goku und Son-Gohan - kleinen Super-Saiyajins geht hier das Fan-Herz auf. Stundenlanges Blocken und Verstecken ist dank der Möglichkeit, sich hinter Gegner zu teleportieren, zudem dankenswerterweise keine Option.
Apropos Option: Bei Duellen gegen andere Spieler und in den Online-Turnieren kommt ihr nur ins Menü, wenn ihr den "Options"-Button lange drückt. Zufällige Unterbrechungen sind zum Glück nicht drin. Somit gibt es auch nur selten Frust in Online-Ranglisten-Matches oder im Kampf gegen Freunde direkt vor dem eigenen Bildschirm.
