Eine herrlich komplexe Steuerung und der enorme Umfang stehen der absolut üblen Kameraführung gegenüber.
Wie in der Serie!
Dragon Ball: Raging Blast
Die gebotenen Features bringen "Dragon Ball: Raging Blast" der TV-Serie einen gewaltigen Schritt näher. Stilmittel die in der Anime-Serie immer wieder gebraucht werden sind nun auch voll in das Kampfgeschehen integriert. So könnt ihr eure Gegner dieses Mal auch durch Felsen fliegen, oder sie mit einem Tritt stilecht in einen Berg krachen lassen, so dass sie aus der von ihrem Aufprall geschaffenen Kuhle nicht gleich wieder herauskommen. Habt ihr ein Gewässer in der Nähe, könnt ihr euren Kontrahenten erstmals - in der aktuellen Generation wohl bemerkt - ins kühle Nass befördern. Und wo er und ihr schon mal da seid, geht der Kampf selbstverständlich auch weiter. Ebenfalls in das Spiel aufgenommen wurden die blitzschnellen Luftkämpfe, wie es sie beispielsweise zwischen Son Gohan und Cell bei den gleichnamigen Cell-Spielen gab, aufgenommen. Per Quicktime-Event entscheidet ihr den Kampf für euch, wenn ihr gut genug seid. Ein ebenfalls neues Spielelement ist das Superangriffsduell. Prallen zwei Energieschüsse zusammen, geht das Kräftemessen los. Konsole und Fernsehen gehen hier Hand in Hand; Einziger Unterschied ist und bleibt wohl, dass es von eurer Drehgeschwindigkeit des Analog-Sticks abhängt ob ihr der Gewinner oder der Verlierer dieses Duells seid. Oft treffen auch gleich mehrere Gegner im Kampf aufeinander. Wie in einem guten alten Tag-Match könnt ihr Charakterwechsel vollziehen so oft ihr wollt, vorausgesetzt euer Gegner schafft es nicht euren Wechselwunsch zu vereiteln. Diese Sabotage am Wechselspielchen endet ebenfalls in einem der oben genannten Luftkämpfe.
Umfangsbombe
Dragon Ball: Raging Blast
Die Auswahl an Möglichkeiten Abseits des Storymodus sind wirklich opulent ausgefallen. Neben einem Trainingsdojo könnt ihr euch in verschiedenen Turnieren, u.a. auch Online, in Überlebens-, Time Attack- oder Survival-Modi und im Kampf mit Freunden über den lokalen Multiplayer vergnügen. Der hier gebotene Spielspaß reicht locker für weitere sieben bis acht Stunden Gekloppe. Wollt ihr ruhigere Orte besuchen, dann geht doch einfach ins Museum und gebt euch mit Enzyklopädien, Spielmusik oder den Zwischensequenzen die volle Dragonball-Dröhnung. Individualisten perfektionieren ihre Spielcharaktere in dem sie ihre Superangriffsliste verändern, sie mit wertvollen Objekten ausstatten, oder ihre Transformationen noch mal mit gesonderten Fähigkeiten verstärken. Das Ganze speichert ihr als eigenen Kampfstil und seit so jederzeit individuell auf dem Schlachtfeld unterwegs. Natürlich können von euch auch alternative Kostüme für Vegeta & Co. frei geschalten werden Dem Tiefgang und der Kreativität werden hier, wenn überhaupt, nur sehr weit entfernte Grenzen gesetzt.
Keine guten Aussichten
Dragon Ball: Raging Blast
Die Komplexität der Steuerung verrät schon in den ersten Minuten, dass ihr ohne ein Grundlagen-Training nicht zum erhofften Sieg kommen werdet. Ab also in den Trainingsmodus! Zocker die diesen Weg einschlagen, werden jedoch nach Abschluss des Trainings ihr tiefblaues Wunder erleben. Der wahre Feind des Spielers ist nämlich nicht der euch gegenüber stehende Gegner, sondern die Kamera. Da sich im Training noch alle schön von euch vermöbeln lassen und sich selbst kaum Bewegen, fällt dies hier erst einmal nicht auf. Der Spieler wandert also trotz Training immer noch grün hinter den Ohren in den Storymodus und sieht sich selbst auf leichtem Schwierigkeitsgrad immer einem Gegner mehr gegenüber als angenommen, denn die Kamera kämpft mit! Aus einer Sicht, welche weder der eines Kampfspiels herkömmlicher Art noch einer isometrischen Sicht entspricht, müsst ihr versuchen euren Gegner zu treffen obwohl ihr ihn zweidrittel der Kampfzeit gar nicht oder zu wenig seht. Der gewohnt schnelle Spielablauf macht der Kamera dermaßen zu schaffen, dass das Spiel durch die entstehende Orientierungslosigkeit beinahe schon unspielbar erscheint. Schade, da Grafik und Sound während der gesamten Spielzeit einen guten und vor allem stabilen Eindruck hinterlassen. Der Anime-Look wurde im Vergleich zu 'Burst Limit' noch einmal aufpoliert und kommt nun noch stimmiger über den Screen geflimmert. Leider ist die Lokalisierung nur auf eine englische Synchronisation beschränkt. Wer die Geschichte also in deutscher Sprache haben will, wird wohl oder übel die Lesebrille, wenn denn notwendig, aufsetzen müssen.
