Oh das reimt sich ja - und was sich reimt, ist gut! Hurra! Hurra! Son Goku mit dem gelben Haar. Hurra! Hurra! Dragonball Z für Kinect ist da! Wie groß die Freude für Quereinsteiger und Fans tatsächlich ausfällt, haben wir in Erfahrung gebracht. So solide der Titel auf dem ersten Blick wirkt, er hätte etwas mehr vertragen können...
Erlebe die komplette Dragonball Z Saga. Übernimm die Rollen von insgesamt über 50 aus der beliebten Anime-Serie bekannte Charaktere. Meistere kunstvoll und elegant Kamehameha und über einhundert weitere, stets auf die Spezifika der einzelnen Kämpfer und Stars bezogene Moves. Tauche ein, in ein völlig neues Abenteuer dank der Kinect Technologie, aber auch der völlig neuen Sicht aus der Ego-Perspektive. Zugegeben, auf dem Papier bzw. besser gesagt der Rückseite der Retail-Verpackung liest sich Dragonball Z für Kinect sicherlich nicht schlecht und spricht vor allem Fans der Serie an. Aber auch diejenigen, die abseits des Tanzwahns oder dem Ersatz des Fitness-Studios wieder etwas erleben möchten, dürften interessiert sein. Die Praxis aber, die sieht leider nicht ganz so rosig aus und lässt die vollmundigen Beschreibungen Stück für Stück verpuffen.
Quelle: Namco Bandai
Dragon Ball Z für Kinect im Test: Ein Reinfall (5)
Die Grundidee, wenn auch nicht wirklich neu, ist durchaus brauchbar. Hat man das angestaubte und altbacken wirkende Menü, die etwas nervige Hintergrundmusik sowie das eher ruppig ablaufende Tutorial mal endlich hinter sich gelassen, steht ein ordentlicher und für die Muskeln durchaus strapaziöser Schlagabtausch auf der Tagesordnung. Hier verlässt sich der Entwickler aber nicht auf die Fähigkeiten von Kinect und versucht schon gar nicht erst die Echtzeiterkennung zu ermöglichen, was einfach nicht drin ist, sondern konzentriert sich wie auch schon das Team von Avengers Battle for Earth auf einfache Gesten und Posen, die simpel erlernt und einfach auszuführen sind. Das meiste geht dabei wirklich flott, unkompliziert und fehlerfrei von der Hand und wird recht präzise ausgewertet. Einige gewisse Gesten sorgen aber immer und immer wieder für eine Ausnahme in der Regel – wodurch uns letztendlich aber nicht den Spielspaß verdorben wurde. Zumindest nicht deswegen!
Hat man den Dreh einigermaßen raus, das dauert nur ein paar Kämpfe, werden ordentlich Backpfeifen verteilt, die Argumentation mit Tritten verstärkt und einige weitere Schläge genüsslich verabreicht. Das sorgt für Bewegung, das sorgt für Schweiß, und das sorgt auch für den einen oder anderen Muskelkater am nächsten morgen, garantiert! Darüber hinaus können die agilen Stars aus der TV-Serie ihr Ki aufbauen und dieses einerseits für haarsträubende und effektvoll in Szene gesetzte Superattacken aufbrauchen oder andererseits gefährlichen Angriffen der Gegner zum Beispiel wiederum ausweichen, diese Kontern oder gar komplett schadlos zurückwerfen. Dies sorgt nicht nur für einen gewissen Grad an Taktik, sondern vor allem auch für einen Augenschmaus. Denn das krachende Kampfgeschehen wird dadurch mit einem farbenfrohen Feuerwerk angereichert, welches komplette Areale zu Bruch bringt und riesige Krater hinterlässt. Es sieht nett aus, an die Qualitäten der grandiosen Naruto-Umsetzungen kommt das gezeigte Material aber bei weitem nicht heran und auch der direkte Genre-Konkurrent Avengers Battle for Earth macht grafisch eine wesentlich bessere Figur.
Quelle: Namco Bandai
Dragon Ball Z für Kinect im Test: Ein Reinfall (8)
Bisweilen sorgen kleine Reaktionstests für etwas mehr Abwechslung im Alltag. Dadurch können gegnerische Attacken abgewehrt oder eigene Kombinations-Schlagserien entfacht werden. Derartigen Quick-Time-Events, die sicherlich optisch nett umgesetzt werden und meist kleine Sequenzen auslösen, ist es aber mitunter sicherlich zu verdanken, dass kein Mehrspieler- oder gar Onlinemodus vorzufinden und dadurch letztendlich auch der tatsächliche Spielumfang so gnadenlos knapp bemessen ist. Der Story-Modus bietet uns die Saiyajin-, Freezer-, Cyborg- und Majin-Boo-Saga und grast damit nicht gerade wenige Folgen der Serie ab, was den Fans sicherlich klar ist. Doch dieser komprimierten Kürze fehlt leider die Würze. Nur Kenner werden die fünf bis sechs speziellen Kämpfe pro Saga und die völlig aus dem Kontext heraus gerissenen Texte in einen Zusammenhang bringen. Alle anderen dürfen großzügig von der Option zum Abbruch des Geplappers Gebrauch machen und sich vom Leid befreien.
Der kompromisslose Abriss einer eigentlich umfangreichen Geschichte ist darüber hinaus in nur wenigen Stunden an einem Nachmittag durchgeackert. Was danach noch bleibt, ist einzig allein der Punkteangriff und auf dem zweiten Blick ist dies ein gar müder Abklatsch des ursprünglichen Story-Modus! Dieselben Auseinandersetzungen werden abermals ausgefochten, nur dass man nun einen der über 50 zur Verfügung stehenden Charaktere auswählen darf und um eine Highscore kämpft, welche anschließend in
Quelle: Namco Bandai
Dragon Ball Z für Kinect im Test: Ein Reinfall (10)
einer Online-Rangliste verewigt wird. Ganz ehrlich, gäbe es hierfür keinerlei Achievements, würde es keinerlei Anreiz für geben, denselben Inhalt nochmals zu erdulden. Nur die wenigsten Spieler dürften sich einzig allein der Rekorde wegen in diesen Modus verirren.
Eine nette Idee, das soll bei all der Kritik nicht unerwähnt bleiben, ist die Möglichkeit, so genannte QR-Codes einzulesen. Hat man entsprechende Sammelkarten mit derartigen Codes können spezielle Cheats, Power-Ups und weitere Charaktere freigeschalten werden – was bisweilen aber hohe Rekorde im Punktemodus unterbindet. Darüber hinaus gibt es für Fans eine kleine Sonderepisode zu Bardock und die Tonspur lässt sich ebenfalls auf Japanisch einstellen. Die englische ist zwar durchaus akzeptabel, aber nicht sonderlich synchron zu den Lippenbewegungen der animierten Serien-Stars.
