Dreams: Kreativspielplatz im finalen Check vor dem Release
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Mit Dreams werden Träume Wirklichkeit - solange es sich bei diesen um Videospiele, Musik oder Kunstwerke handelt. Der Spielebaukasten von Media Molecule biegt diesen Monat auf die Zielgerade seiner Early-Access-Phase ein. Am 14. Februar steht dann der Release des PS4-Exclusives bevor. Was euch zu dem erwartet, fassen wir nochmal in unserer finalen Vorschau zusammen.
An Vorschusslorbeeren mangelt es Dreams (jetzt kaufen ) nun beim besten Willen nicht, schließlich konnte sich das neueste Werk der Little-Big-Planet-Macher Media Molecule bereits über einige namhafte Auszeichnungen freuen. Noch vor dem Release, der auf der Playstation am 14. Februar 2020 erfolgen soll, heimste der Titel etwa nicht nur den Preis des kreativsten, sondern auch den des besten Spiels der gamescom 2019 ein. Eine Frage stellt sich wenige Wochen vor der Veröffentlichung aber leider immer noch: Was genau ist Dreams denn nun eigentlich? Und an wen richtet es sich?
Gerade die erste Frage mag ein wenig blöd klingen - besonders, da wir uns Dreams ja schon während diverser E3- und gamescom-Auftritte anschauen und es später dann auch mit Hilfe des Creator Early Access selbst ausprobieren durften. Die Definition des Konsolen-Exclusives, über dessen mögliche PC-Portierung allerdings schon fleißig spekuliert wird, fällt aber dennoch schwer. Wir würde wohl noch am ehesten den Begriff Sandbox-Baukasten verwenden, doch selbst das wird Dreams noch nicht wirklich gerecht.
Ultimativer Do-it-Yourself-Ansatz
Quelle: PC Games
Entwickler Media Molecule gibt euch diverse Asset-Pakete an die Hand, die bereits voller Standardobjekte wie Bäume, Mauern oder Grasbüschel bestehen.
Mit dem Spiel ist es nämlich möglich, eurer Fantasie freien Lauf zu lassen. Es handelt sich quasi um eine schier grenzenlose Spielwiese für kreative Köpfe, auf der sie eigene Spiele programmieren, Skulpturen modellieren, Musik komponieren oder einfach nur Bilder malen können. Die dafür benötigten Tools und Materialen stellen die Entwickler bereit. So stehen euch etwa diverse Asset-Pakete, bestehend aus unterschiedlichen Figuren oder Requisiten, zur Verfügung, die ihr dann wiederum mit zahlreichen Effekten belegen könnt. So lassen sich beispielsweise die Belichtung einstellen, einzelne Parts eures Levels animieren und schließlich sogar mit Hilfe eines eingebauten Tools individuelle Soundtracks beziehungsweise per Mikrofon aufgenommene Sprach-Samples hinzufügen. Oder aber, ihr fangt eben ganz einfach komplett bei null an und bastelt aus Farben und Formen selbst etwas zusammen.
Die Kombination dieser Elemente bietet unendliche Möglichkeiten, was diverse "Träumer" auch schon unter Beweis gestellt haben. Da sich erstellte Kreationen über das Internet mit der Öffentlichkeit teilen lassen, kursieren im Netz bereits einige Prachtexemplare dessen, was mit Dreams alles umsetzbar ist: Neben diversen Kopien bereits bekannter Konzepte, etwa des Silent-Hills-Teasers P.T., gibt es auch komplett neue Eigenkreationen wie ein voll funktionstüchtiger Ego-Shooter, eine animierte Version von van Goghs Sternennacht oder eine audiovisuelle Hommage an Queen-Frontmann Freddie Mercury.
Quelle: PC Games
Na, blickt ihr noch durch? Gerade beim Komponieren von eigenen Ingame-Soundtracks werden die umfangreichen Menüs schon mal ziemlich unübersichtlich.
Aller Anfang ist schwer
Diese Kunstwerke wirken allesamt eindrucksvoll, ohne Frage. Für den Otto Normalverbraucher liegen sie zu Beginn allerdings in weiter Ferne. Denn wer mit Dreams auch nur ein halbwegs ansehnliches Endprodukt hinzaubern möchte, muss einiges an Zeit und Geduld mit sich bringen, die zahlreichen Funktionen des Baukastens kennen und meistern zu lernen. Entwickler Media Molecule stellt euch dafür dankenswerterweise eine Menge Video-Tutorials bereit, in denen ihr Schritt für Schritt an die wichtigsten Features herangeführt werdet. Die gestalten sich auf Dauer aber recht langatmig und schrecken ob ihrer Komplexität ein wenig ab.
Quelle: PC Games
In den Videotutorials herrscht das Kindergartenprinzip: Ihr bekommt eine Aktion vorgespielt und müsst diese dann nachmachen.
Und selbst wenn man die Grundzüge von Dreams irgendwann verstanden hat, gibt es noch immer einige Hürden zu nehmen. Die Menüs sind beispielsweise unglaublich umfangreich, sodass man in der Masse an Optionen schon mal verloren gehen kann. Die Steuerung gestaltet sich zudem ziemlich unpräzise. Mit dem Dualshock-Controller, oder wahlweise auch mit dem Move-Controller, müsst ihr nicht nur Objekte bewegen, sondern gleichzeitig auch die Kamera bedienen. Da kann es schon mal vorkommen, dass ihr einen Gegenstand vollkommen danebensetzt - einfach nur, weil die Perspektive nicht stimmte. Wir haben in unseren Stunden des Ausprobierens daher nicht mehr zustande bekommen als eine Figur, die einen Weg entlangläuft und über eine animierte Plattform springt.
Schauen und staunen
Wenn ihr ähnlich wenig künstlerisches Talent mitbringt wie der Autor dieser Zeilen, kann Dreams für euch aber dennoch ein Blick wert sein. Schließlich ist der Titel ja nicht nur Werkstatt, sondern auch Galerie. Mit Hilfe der Traumsurfen-Funktion dürft ihr die Kreationen anderer Spieler bewundern und ausprobieren. Davon gibt es mittlerweile über 100.000 Stück, die ihr per Tags oder Suchfunktion filtern könnt. Durch regelmäßige Community-Jams mit verschiedenen Themen kommen zudem stetig neue Einreichungen dazu. Kürzlich wurden sogar die neue "Impys" genannte Ingame-Preisverleihung eingeführt. Neben bekannten Kategorien wie "Schöpfer des Jahres" oder "Traum des Jahres", werden dort auch humoristisch angehauchte Auszeichnungen wie "Der Schade-dass-das-nicht-mir-eingefallen-ist-Preis" vergeben.
Quelle: PlayStation
Im Storymodus "Arts Traum" spielt ihr unter anderem das tierische Trio Frances, Foxy und Lancewing.
Mit Arts Traum wird es zum Release am Valentinstag dann auch noch einen eigenen Storymodus geben. Der bietet euch drei ineinander verwobene Handlungsstränge, die sich mit den Themen Liebe, Freundschaft und Verlust auseinandersetzen. Dabei erlebt ihr nicht nur verschiedene Aufmachung (mal ist die Geschichte etwa im Noire-, Sci-Fi- oder Horror-Stil inszeniert), sondern durchlauft auch unterschiedlichste Genres wie Plattformer oder Puzzler. Das Beeindruckendste ist aber wohl, dass das gesamte Abenteuer nur mit den Werkzeugen gebaut wurde, die auch den Spielern später an die Hand gegeben werden - also Dualshock und PS4. So soll die Geschichte, die laut offiziellen Aussagen etwa Kinofilmlänge haben wird, zeigen, was mit Dreams alles möglich ist und die Kreativität der Spieler anregen. Zählt man schließlich noch die zukünftig geplanten Features wie VR-Support, Online-Multiplayer sowie einen Spectator-Mode dazu, klingt Dreams nach einem wirklich vielversprechenden Titel, der eigentlich gar nicht schnell genug erscheinen kann.
