Dreams in der gamescom-Vorschau: Das beste Spiel der Messe

Special David Benke
Dreams in der gamescom-Vorschau: Das beste Spiel der Messe
Quelle: Media Molecule / Sony Interactive Entertainment

Wenn man internationalen Jurys Glauben schenken möchte, dann steht der Gewinner der diesjährigen gamescom definitiv fest: Sonys Sandbox-Baukasten Dreams heimste bei den jährlichen Messe-Awards nämlich den Preis für das beste Spiel ein - neben der Auszeichnung für das innovativste Konzept. Wir haben uns den Titeln ebenfalls mal angeschaut und berichten euch in dieser Vorschau von unseren Eindrücken.

Ich schaue gebannt auf den Bildschirm vor mir. Darauf zu sehen sind ein Mann, eine Harke und eine leere Anzeigetafel. Auf Knopfdruck setzt sich die Spielfigur in Bewegung und tritt auf das am Boden liegende Gartenwerkzeug, das dann in altbekannter Slapstick-Manier an seinen Schädel kracht. Ein lautes Bing ertönt - und auf der Tafel im Hintergrund wird mir mitgeteilt, dass ich gerade einen IQ-Punkt verloren habe. Ich muss unwillkürlich schmunzeln. Doof, aber lustig.

Warum ich mir auf der gamescom ausgerechnet solchen Blödsinn anschaue? Weil dieser Blödsinn Teil etwas viel Größeren, viel Eindrucksvolleren ist. Ich bin heute nämlich bei den Entwicklern von Media Molecule zu Gast, um mir ihr neuestes Werk Dreams (jetzt kaufen ) vorführen zu lassen. Das ist eine Art riesiger Sandbox-Baukasten, in dem Künstler aller Welt ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. Sei es nun in Form von Bildern, Skulpturen, Musik oder eben Videospielen - auch so sinnbefreiten wie dem eingangs erwähnten Beispiel.

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Ein digitaler Spielplatz

Dafür gibt euch das britische Studio, das auch für die Little-Big-Planet-Spiele verantwortlich ist, alle nötigen Tools an die Hand. Ihr könnt aus einer schier endlosen Palette aus Formen, Figuren oder Farben wählen und aus diesen eurer eigenes Meisterwerk basteln. Alternativ gibt es aber auch die Möglichkeit, auf vorgefertigte Asset-Pakete - wahlweise vom Hersteller oder anderen Community-Mitgliedern - zurückzugreifen, sodass ich nicht alles selbst machen müsst. Einzelne Elemente eurer Kreationen dürft ihr dann noch mit bestimmten Effekten modifizieren. So lassen sich etwa schwebende Plattformen mit Move- oder Standard-Controller animieren, mit Hilfe eines Mikrofons Sprachaufnahmen ins Spiel importieren oder die Belichtung eurer Spielwelt an den Takt eines Musikstücks koppeln. Eurer Fantasie sind quasi keine Grenzen gesetzt.

Dreams in der gamescom-Vorschau. (1) Quelle: Media Molecule / Sony Interactive Entertainment Dreams in der gamescom-Vorschau. (1) Seid ihr mit eurem Werk zufrieden, könnt ihr dieses mit der Community teilen. Andere Spieler haben dann die Option, es über die Dream-Surfing-Funktion sowie deren Tags und Filter zu finden und dann auszuprobieren. Bereits jetzt bietet die Datenbank, die ihr auch online über indreams.de abrufen könnt, über 100.000 Einreichungen. Darunter auch kleine Meisterwerke wie ein 2D-Pixel-Jump'n'Run im Mario-Stil, eine voll funktionsfähige Billard-Simulation mit KI-Gegenspieler oder einen Nachbau des Playable Teasers zum nie erschienen Kojima-Spiel Silent Hills.

Stellt sich abschließend die Frage, ob man Dreams da überhaupt noch als Spiel betrachten darf. Ein Umstand, mit dem sich die Entwickler selbst wohl auch schon auseinandergesetzt haben. Im Gespräch verrieten die uns nämlich, dass man sich mittlerweile eher als soziales Netzwerk für Kreativität verstehe - ein wenig wie YouTube, wo man gleichzeitig eigene Inhalte erstellen aber auch fremde Inhalte genießen könne. Nur eben mit dem Unterschied, dass Dreams euch eben alle bereits Werkzeuge sowie zahlreiche Tutorials zur Verfügung stellt und zudem durch Community Jams immer wieder für neue Denkanstöße sorgt.
Dreams in der gamescom-Vorschau. (7) Quelle: Media Molecule / Sony Interactive Entertainment Dreams in der gamescom-Vorschau. (7) Dreams ist bereits seit dem 16. April im Early Access spielbar. Der finale Release-Termin steht noch nicht fest. Fertig ist das Spiel dann aber noch lange nicht. Die Macher haben mit VR-Support, einem Online-Multiplayer sowie einem Spectator-Mode bereits ambitionierte Pläne für die Zukunft.

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