Mit Driver Renegade 3D geht Ubisoft mit der Serie auch auf dem Handheld den eingeschlagenen Weg weiter.
Vor einigen Wochen feierte die beliebte Auto-Serie Driver mit "Driver: San Francisco" ein fulminantes Comeback. Nachdem seit dem letzten Auftritt auch neue technische Möglichkeiten in den Videospiel-Haushalten Einzug erhalten haben, versuchten sich die Mannen bei Ubisoft am 3D-Handheld von Nintendo. "Driver Renegade 3D" heißt das Experiment und wir sagen euch ob es geglückt oder fehlgeschlagen ist.
Pinnwand-Abenteuer
Driver: Renegade
Ausgangspunkt für das Geschehen in Driver Renegade 3D ist eine Garage im industriellem Stil. Bücherregale, eine alte abgeranzte, fleckige Couch, ein Schreibtisch und ein Büro-Stuhl lassen Rückschlusse zu, dass es sich hier nicht nur um einen Stellplatz für Fortbewegungsmittel handelt. Es ist die Garage von Hauptprotagonist John Tanner in der man deutlich merkt, dass die Straße sein eigentliches zu Hause ist. Um dort schnellstmöglich wieder hin zu kommen greifen wir entweder zur Stadtkarte auf dem Schreibtisch oder der Pinnwand an der kalten Betonmauer. Auf der Stadtkarte von Big Apple finden wir den Karriere-Modus. Hier stellen wir uns in unserem Vehikel anderen Streetracern in insgesamt sieben Renn-Varianten. Darunter finden wir das freie Rennen, welches uns den Weg zum Ziel selbst finden lässt, das Zeitfahren, den Straßenkrieg, eine zeitlich begrenzte Zerstörungsorgie, ein Demolition-Derby, ein "tödliches Pflaster" genanntes Rennen gegen einen erbitterten Rivalen, ein Eliminator-Rennen und eine Renn-Variante ohne Regeln. Werden wir erster, bekommen wir fahrbare Untersätze und neue Renn-Events als Belohnung. Vor dem Rennen können wir aus unserem stetig wachsenden Fuhrpark aus am Ende fünfzig Schlitten das richtige Vehikel für die anstehende Aufgabe auswählen.
Driver: Renegade
Diese bewerben sich auf dem Papier mit Werten für Beschleunigung, Tempo, Panzerung und Grip um einen Einsatz unter unserem Gasfuß. Nun fehlt nur noch der richtige Radiosender, welcher wahlweise Funk, Techno oder Rock im Mix oder in Reinkultur durch die Lautsprecher dudeln lässt. Doch nicht nur die Stadtkarte kann uns auf Trap halten. Wandern wir an die Pinnwand begeben wir uns mit Tanner in den Abenteuer-Modus. In Insgesamt 20 Missionen sorgen wir auf eigene Faust für Recht und Ordnung und nehmen dabei nur mäßige Rücksicht auf die Straßenverkehrsordnung. Dabei zerstören wir die Autos von Verbrechern, Verfolgern, Handlangern und allem anderen Gesindel auf den Straßen von New York. Aber unser Zuständigkeitsbereich bezieht sich auch auf die Demontierung von allerlei Immobilien wie Massagepalästen in denen Hobby-Prostitution betrieben wird, sondern auch auf im Vergleich direkt langweilige Gang-Verstecke.
Driver: Renegade
Ob wir unsere Konkurrenz nun frontal oder per Druck auf die Schultertaste rammen bleibt uns dabei selbstverständlich selbst überlassen. Eingeleitet und beendet werden diese Missionen von kleinen bewegten Bildschnipseln im Cell-Shading-Look ähnlich dem aus Rockstars Chinatown Wars. Beendete Aufgaben bekommen ein Polaroid-Foto auf unserer Pinnwand und sind jederzeit erneut anwählbar. Spielen diesen Modus auf Schwer, schalten wir Autos für den Karriere-Modus frei, die uns dort vielleicht im einen oder anderen Rennen von Nutzen sind. Beiden Modi gemein ist jedoch der aufladbare Turbo, welcher seine Energie aus Drifts, Sprüngen und Zerstörung zieht.
Das Drumherum
Driver: Renegade
In Sachen Fahrzeugkontrolle ist man auch in der Handheld-Version von Driver weit weg von einer Rennsimulation. Driver Renegade 3D ist und bleibt ein einfach zu handhabender Action-Racer in dem die Autos nach wie vor ein äußerst leichtes Heck mit einer Liebe zum Freigang besitzen. Das Geschwindigkeitsgefühl ist durchaus vorhanden, auch wenn der vorhandene Turbo das Auto nur etwa 20-30 km/h schneller macht. Insgesamt hat das Spiel aber doch eine leichte Tendenz zur Trägheit im Bezug auf die Kontrolle des Fahrzeugs.
Driver: Renegade
Grafisch kann das Spiel vor allem im 3D-Modus nicht vollends überzeugen. Zwar erzeugt der Titel einen schönen Effekt, der aus der Tiefe der Stadt und der Nähe des Fahrzeugs entsteht, jedoch macht dieser auf die grafischen Schwächen des Spiels noch deutlicher aufmerksam. Der Schauplatz leidet in beiden Varianten nicht nur unter seiner häufig sehr grauen sondern auch aufpoppenden Skyline. Auch sind die Autos im Renngeschehen selbst keine Gradmesser im Bezug auf den Detailgrad. Manches Mal sind die Karossen der Opponenten nicht mehr als klobige Klotze mit Scheinwerfern, Türen und vier Reifen. Das Schadensmodell geht mit seinen knapp vier bis fünf Zerstörungsschritten ebenfalls in Ordnung und zeigt nette Flammen- und Explosionseffekte.
