Dynasty Warriors 4: Empires im Gamezone-Test

Test Sidwick

Stehend K.O. in Runde 7

"Dynasty Warriors 4" trifft auf "Dynasty Tactics": Als vor gerade mal neun Monaten das nun in Europa erschienene "Dynasty Warriors 4: Empires" angekündigt wurde, rechneten sowohl die treuen KOEI-Fans als auch die Mehrheit der Fachpresse mit dem bislang ausgereiftesten Ableger der Endlos-Serie um die Streitigkeiten im China des 3. Jahrhunderts. Kritische Stimmen meldeten jedoch auch Bedenken über die zunehmend ungewohnt kommerzorientierte Veröffentlichungspolitik des Nippon-Herstellers an: Mit "Empires" liegt nun immerhin schon das insgesamt siebte(!) PS2-Spiel aus der "Warriors"-Serie in den Ladenregalen - und das innerhalb von mickrigen zweieinhalb Jahren. Dass die Skeptiker dieses Mal Recht behalten würden, zeigt sich nun leider auch allzu deutlich beim intensiven Spielen der finalen Version von "Dynasty Warriors 4: Empires".

Dynasty Warriors 4: Empires Dynasty Warriors 4: Empires Wenn man die Fans der Serie fragen würde, was denn das Besondere an den vorangegangenen "Dynasty Warriors"-Titeln sei, würden sie in etwa antworten: "Ich spiele Dynasty Warriors-Spiele, da sie mir eine komplex erzählte Story, facettenreiche Schlachtenszenarios und ein Höchstmaß an Langzeitmotivation bieten können." Ohne Frage aus Sicht der Anhänger eine absolut nachvollziehbare und akzeptable Begründung; nur leider werden gerade die langjährigen Fans bei "Empires" ihr blaues Wunder erleben: "Eine komplex erzählte Story?" - Bedauerlicherweise nicht vorhanden. "Facettenreiche Schlachtenszenarios?" - Leider Fehlanzeige. "Ein Höchstmaß an Langzeitmotivation?" - Schön wär's gewesen. Was noch bleibt, ist das unzerrüttelbare Schnetzel-Gameplay sowie der zumindest wohl gut gemeinte Versuch, den denkbar eingefahrenen Konzepten der Serie mittels des Imperiums-Modus neue Impulse zu verleihen. Zwar können die neuen Ansätze ohne Frage zunächst überzeugen; die Umsetzung der frischen Ideen wirkt aber leider im Endergebnis halbgar und geradezu wie lieblos hingeschludert.

Dynasty Warriors 4: Empires Dynasty Warriors 4: Empires Herzstück von "Dynasty Warriors 4: Empires" ist der neue Imperiumsmodus (der beliebte Musou-Modus ist erst gar nicht enthalten!), in welchem Versatzstücke der Strategieelemente aus der "Dynasty Tactics"-Serie mit den bekannten Mammut-Schlachten verquickt werden. Ziel des Spiels ist es dabei, das gesamte China unter der eigenen Flagge zu vereinen. Zu Beginn besitzt man vorerst nur eine der insgesamt 25 Spielregionen, welche es nach und nach zu erobern gilt. Durchaus positiv ist dabei zu vermerken, dass der Spieler erstmals nicht nur in der Rolle der drei traditionellen Königreiche Wu, Wei und Shu seine Feldzüge bestreiten darf, sondern alternativ auch die freie Wahl zwischen einer Vielzahl von kleineren Fraktionen hat. Leider bewirkt die Vielzahl an spielbaren Herrenhäusern, dass die sonst so ausführlich erläuterte Story komplett flach fällt und man zusammenhanglos von einer Runde in die nächste geschickt wird. Ein komplettes Spiel erstreckt sich über maximal hundert Spielrunden, welche zur Verfügung stehen, um die restlichen zwei Dutzend Landstriche unter die eigene Kontrolle zu bringen. Jede einzelne Spielrunde verfährt dabei nach dem gleichen Strickmuster: Zunächst legen bis zu vier der Gefolgsleute verschiedene strategische Vorschläge vor, von denen jeweils zwei gegen den Einsatz von Geld in die Tat umgesetzt werden dürfen. So kann man beispielsweise einen feindlichen Offizier gegen ein entsprechendes Geschenk in Form eines Gegenstandes abwerben und für seine eigenen Zwecke gewinnen. Ebenso kann man das in den Schlachten gewonnene Geld in die Entwicklung neuer Gegenstände oder in die Rekrutierung neuer Feldeinheiten verwenden. Auch zeitweilige Bündnisse mit anderen Streitkräften gehören zu den zahlreichen Möglichkeiten, welche diese Strategie-Phase umschließt. Hat man diese Vorbereitungen hinter sich gebracht, besteht in jeder Runde die Option, in eine vom Feind besetzte Provinz einzufallen, sofern man nicht selbst durch den Angriff einer gegnerischen Streitmacht in die Verteidigungsposition gedrängt wird. Optional und vom Spielfortgang abhängig bietet sich auch die Möglichkeit, einen Bündnispartner in seinen Kampfaktivitäten zu unterstützen. Alle Schlachten, an welchen man selbst beteiligt ist, werden im bekannten "DW"-Schema ausgekämpft; hierbei bleibt es dem Spieler überlassen, welchen seiner Generäle er im Gefecht selbst steuern möchte.

Dynasty Warriors 4: Empires Dynasty Warriors 4: Empires Wo die Strategie-Phase mit einem Hauch von Tiefgang überzeugen kann, herrscht in den Schlachten selbst Eintönigkeit vor: Dies liegt vor allem an dem Umstand, dass die in den Vorgängern noch so spannenden und von unzähligen Wendungen bestimmten Massen-Gefechte in "Dynasty Warriors 4: Empires" ausnahmslos ohne spezielle Ereignisse, Storysequenzen und dynamisch generierte Kampf-Situationen daherkommen. Was bleibt, ist das gewohnt gut spielbare Dauergemetzel, in folge dessen man sich in jeder Schlacht von einem Stützpunkt zum nächsten kämpft. Auch die Tatsache, dass jeder General im Spiel jetzt über eine individuelle Spezialfähigkeit verfügt, kann nicht wirklich begeistern, da man als Spieler absolut keinen Einfluss darauf hat, wann die KI-Partner jene Skills zum Einsatz bringen. Völlig unverständlich ist auch in diesem Zusammenhang, warum man die Spezialfähigkeit der Figur, die man gerade selbst steuert, erst gar nicht benutzen darf. Bis auf eine kleine Handvoll neuer Karten stammen sämtliche Schlachten-Maps aus den beiden Vorgängertiteln und wurden in den meisten Fällen nur leicht modifiziert.

Dynasty Warriors 4: Empires Dynasty Warriors 4: Empires Aus technischer Sicht präsentiert sich "Empires" deckungsgleich zu den beiden Vorgängerspielen: In Anbetracht des optisch deutlich schöneren "Samurai Warriors", welches - produziert vom gleichen Entwicklerteam - vor wenigen Monaten erschien, wirkt die alte "DW 4"-Grafikroutine inzwischen doch dezent veraltet. Gerade die nach wie vor massiven Nebelwände und das plötzliche Aufpoppen von Gegnereinheiten können mittlerweile als echter Störfaktor angesehen werden. Einzig und allein die geschmeidigen Animationen der insgesamt 42 Hauptfiguren können sich immer noch recht gut sehen lassen. Im Soundbereich wird die gewohnte Standardkost zum Besten gegeben, natürlich wieder inklusive einer laienhaften, wenn auch auf eine makabere Weise sehr amüsanten, deutschen Synchronisation.

Meinung

Wertung zu Dynasty Warriors 4: Empires (PS2)

Wertung:

6.0 /10
Pro & Contra
Interessantes Grundkonzeptgute Spielbarkeit
Kaum noch taktische Elementekeine Schlachtenereignissekeinerlei Storyelementeauf Dauer immens eintöniggeringe Langzeitmotivationveraltete Technik

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