Groß angekündigte neue Features verpuffen bei genauer Betrachtung nach wenigen Augenblicken - das ist EA Sports FC 25. Redakteur Michael Grünwald findet: Es reicht!
"Des Deutschen liebstes Kind, das ist die Fußball-Bundesliga." Ich starte hier mal mit einem Zitat von Kommentator Florian Schmidt-Sommerfeld aus dem neuen EA Sports FC 25. Mein liebstes Kind ist EA Sports FC dagegen schon lange nicht mehr. Wie man seinen Fans so dermaßen eiskalt den Stinkefinger zeigen kann, verstehe ich einfach nicht.
Jahr für Jahr preisen die Entwickler das Spiel im Vorfeld als den Messias an. Da werden Begriffe wie Defensive Agility, Emotional Intelligence, Precision Movement, Hypermotion und nun eben FC IQ erfunden, das Gameplay verändert sich jedoch nur marginal. Anstatt zwischendurch Fehler aus dem Vorgänger zu verbessern und nur jedes zweite Jahr einen Vollpreistitel anzubieten, werden die Spieler alle zwölf Monate auf ein Neues zur Kasse gebeten - für ein einfaches Kaderupdate mit einem fetzig klingenden Feature, das in Wahrheit nichts weiter als ein umfangreicher Patch ist.
Weniger ist nicht immer mehr
In EA Sports FC 25 (jetzt kaufen 24,99 € ) heißt das neue Ding nun eben FC IQ. Auf den ersten Blick wirkt das System auf mich absolut sinnvoll. Ich besitze selbst einen Trainerschein und weiß, wie sehr sich die taktische Ausrichtung und die Positionierung der Spieler auf die Strategie und die eigentliche Partie auswirken kann.
Im Hauptmenü stelle ich also ein, wie sich mein Team mit und ohne Ball positioniert. Das geht deutlich übersichtlicher und besser als in den Vorgängern. Aber nicht nur das, sogar Laufwege und Anpassungen der Rollen meiner Kicker lassen sich festlegen.
Wie im realen Fußball ziehen Flügelspieler wie Leroy Sane beispielsweise ab einem bestimmten Zeitpunkt nach innen, um sich in eine bessere Schussposition zu bringen. Innenverteidiger wie Mats Hummels und Virgil van Dijk kann ich anweisen, sich mehr am Spielaufbau zu beteiligen.
Das ging in den Vorgängern zwar teilweise auch schon, jetzt wurden die Möglichkeiten aber noch deutlich individueller gestaltet. Doch leider funktioniert das Feature größtenteils nur auf dem Papier.
Die Leistung auf dem Platz zählt
Ich möchte die Neuerung nicht komplett schlechtreden. Leichte Verbesserungen sind in den Partien schon bemerkbar, aber die Probleme der katastrophalen Laufwege bleiben auch in EA FC 25 allgegenwärtig.
Trotz der neuen Features in den letzten Jahren hat sich das Spielgeschehen auf dem Platz kaum verändert. Jetzt könnte man sagen: Fußball ist Fußball, was soll sich da großartig ändern? Das halte ich aber nur für die halbe Wahrheit, denn Electronic Arts kämpft bei der Umsetzung der Fußball-Simulation immer wieder mit den gleichen Schwierigkeiten und daran könnte gearbeitet werden.
Ich weiß, dass ich einen Spieler beispielsweise in den freien Raum schicken kann, aber im Jahr 2024 erwarte ich von einem renommierten Titel wie EA FC, dass Spieler Lücken auf dem Feld von allein erkennen. Häufig laufen die aber nicht einmal los, stoppen plötzlich ab oder sprinten direkt in den Rücken des gegnerischen Verteidigers.
