Ein zum Spiel gewordenes, phantasievolles Kunstwerk. Biblisch schön, aber auch spielerisch gelungen?
Gewisse Schönheitsfehler
El Shaddai: Ascension of the Metatron
Auch wenn sich El Shaddai nun wie ein knallhartes Actionabenteuer anhört, fällt ein nicht ganz unerheblicher Teil der der gesamten Spielzeit auf lange Laufwege durch völlig lineare Welten und vor allem zahlreiche Kletter- wie auch Sprungpassagen ab. Dank überlagerter Grafikfilter können Vorsprünge aber hin- und wieder nicht ausgemacht oder der Abstand zwischen zwei Plattformen nur bedingt eingeschätzt werden. Nicht selten geht ein vermeintlich gut geplantes Vorgehen in tiefen Abgründen zuende und sorgt für nervige Wiederholungen - dank einigermaßen guter Rücksetzpunkte aber mit wenig verbundenem Frust! Eine starre, nicht veränderbare Kamera hat diesbezüglich eine ebenso suboptimale Wirkung - auch in den immer aufkommenden Kämpfen. Schutzlos ist Enoch den Attacken ausgeliefert, wenn plötzlich die Perspektive verändert wird und wir in eine völlig andere Richtig davon rennen! So schön das Gesamtgemälde vor allem grafisch auch wirken mag, es hat auch leider seine nicht zu unterschätzende Schattenseite - und da reden wir nicht von kleinen Ruckeleinlagen oder ebenfalls wahrnehmbares Kantenflimmern!
El Shaddai: Ascension of the Metatron
Umso besser funktionieren die zahlreichen 2D-Abschnitte, welche uns nur teilweise völlig gewollt die Sicht rauben und das Geschehen völlig ungewohnt präsentieren. Die Mischung aus eingängigen Chorälen und Orchesterklängen fügt sich zudem perfekt der bestehenden Ambiente und unterstützt das göttliche Abenteuer auf seine Art. Auch die englische Synchronisation ist durchwegs gelungen und bietet bisweilen auch bissige Kommentare und humorvolle Gesten, wenn auch alles andere als lippensynchron. Wer sich diesbezüglich stört, lauscht dem japanischen Original!
