Endzone - A World Apart: Postapokalyptische Aufbaustrategie ohne Happy End

Special Wolfgang Fischer
Endzone - A World Apart: Postapokalyptische Aufbaustrategie ohne Happy End
Quelle: Assemble Entertainment

Banished mal anders: Im düsteren, futuristischen Aufbaustrategiespiel von Publisher Assemble Entertainment dreht sich alles um das Überleben in einer verstrahlten, lebensfeindlichen Welt.

Die Zukunft sieht düster aus. Nicht nur unser aller Zukunft, wenn die Menschheit mit dem Raubbau an Mutter Erde so weitermacht, sondern auch die Zukunft im Aufbaustrategiespiel Endzone - A World Apart (jetzt kaufen 17,94 € ) von Entwickler Gently Mad (Pizza Connection 3). Im Spiel haben verrückte Eco-Terroristen sich in Atomkraftwerke gehackt und diese zur Kernschmelze gebracht, um den Regierungen der Welt einen Denkzettel zu verpassen, den sie so schnell nicht wieder vergessen werden. Nur wenige Menschen konnten sich vor der omnipräsenten Strahlung in unterirdische Bunker, sogenannte Endzones, retten. Dort warten die Überlebenden rund 150 Jahre und beobachten, wie sich die Erde langsam von der Nuklearkatastrophe erholt. Irgendwann entscheiden Sie sich, wieder an die Oberfläche zu gehen, ohne ahnen zu können, wie hart der Kampf ums Überleben sein wird...

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Sandbox mit Zufallskarten

Wir durften das Aufbaustrategiespiel schon im Rahmen eines Besuchs bei Assemble Entertainment, dem Publisher von Endzone, anspielen. Das Gameplay erinnerte uns sofort an den Geheimtipp Banished, für viele Fans des Genres eines der bedeutendsten Strategiespiele der letzten Jahre. Wie im Vorbild dreht sich alles darum, eine kleine Siedlertruppe unter widrigsten Bedingungen am Leben zu erhalten. Wie in Banished gibt es in Endzone (zumindest in der aktuellen Version) nur einen Sandbox-Modus mit zufallsgenerierten Karten, bei dem wir vor dem Spielstart ein paar Parameter festlegen, unter anderem die Anzahl der Siedler und einige kartographische Eigenheiten wie die Größe der Map und die Häufigkeit von Bergen, Seen, Wäldern oder Ruinen. Für die finale Version des Spiels haben die Entwickler noch Szenarien versprochen und auch über eine Kampagne denken die Jungs von Gently Mad nach. Beides wäre wünschenswert, denn anders als Banished, das seit dem Release von der Community am Leben gehalten wird, bietet Endzone keinen Mod-Support.

Die ersten Schritte

Der knallharte Kampf ums Überleben beginnt in Endzone - A World Apart immer mit einem kleinen Lager rund um einen Schulbus. Eure Schützlinge, darunter auch einige Kinder, brauchen schnellstmöglich Unterschlupf, Wasser und Nahrung. Die zur Verfügung stehenden Anfangsressourcen sind knapp, daher muss man sich gut überlegen, was man zuerst baut. Wir entscheiden uns für einen Steg, um Wasser aus dem nahegelegenen Teich zu holen und einen Wasserturm, um das überlebenswichtige Nass zu speichern. Dazu noch ein einfaches Zeltlager, in dem 25 Siedler untergebracht werden können. Die Steuerung der Überlebenden erfolgt indirekt über die Zuweisung von Berufen, eine direkt Aufgabenzuweisung an einzelnen Spielfiguren ist nicht möglich. Damit der Bau voran geht, machen wir einige der Siedler zu Bauarbeiten und teilen weitere für die Arbeit am Wasserturm ein.

Eine Siedlung dieser Größe zu managen, ist äußerst kompliziert. Quelle: Assemble Entertainment Eine Siedlung dieser Größe zu managen, ist äußerst kompliziert.

Die Qual der Wahl: Was baue ich zuerst?

Um an Nahrung zu kommen, können wir entweder eine Jagd-, Sammler- oder Fischerhütte bauen, Plantagen errichten oder Felder bewirtschaften. Dabei gibt es nur ein Problem, denn so langsam gehen uns auch Holz und Schrott aus, beides unabdingbar für den Bau von Gebäuden. Langfristig gesehen wären also auch eine Forsthütte und ein Schrottplatz wichtig. Das ist aber nicht die einzige Möglichkeit, um an wichtige Ressourcen zu kommen. Wir können Siedler, die gerade keinen festen Beruf haben, auch dazu verdonnern, bestimmte Ressourcen in einem festgelegten Gebiet zu sammeln. Das ist oft die einfachste und schnellste Methode, um schwindenden Vorräte wieder aufzufüllen. Dabei müssen wir ständig im Überblick haben, welcher unserer Siedler gerade welche Aufgabe erfüllt und ob er nicht möglicherweise an anderer Stelle noch dringender gebraucht wird. Kinder müssen in Endzone nicht arbeiten, wachsen aber heran und packen dann als junge Erwachsene mit an. Um die Siedlung nach vorne zu bringen, müssen wir aber darüber nachdenken, ob wir sie bis dahin nicht in die Schule schicken, damit sie später komplexere Aufgaben übernehmen können. Selbstverständlich müssten wir die Schule erst bauen. Die Frage ist nur, ob wir die dafür nötigen Ressourcen nicht anderweitig verwenden sollten, um die Siedlung am Laufen zu halten. Darüber hinaus gilt es stets zu beachten, ob ein neues Baugebiet radioaktiv verseucht ist und ob es überhaupt genügend Feuchtigkeit zum Überleben bietet.

Eine gute Nahrungsversorgung ist einer der Grundpfeiler für eine überlebensfähige Siedlung. Quelle: Assemble Entertainment Eine gute Nahrungsversorgung ist einer der Grundpfeiler für eine überlebensfähige Siedlung.

Weitreichende Entscheidungen und harte Konsequenzen

Wo es gerade am meisten brennt (zum Beispiel fehlende Nahrungsmittel, kranke Siedler oder unzureichender Unterschlupf), verrät eine Anzeige am unteren Bildschirmrand. Meistens ist es dann aber fast schon zu spät, um noch alle davon betroffenen Siedler zu retten. An eines mussten wir uns schnell gewöhnen: Der Tod ist in Endzone - A World Apart ein ständiger Begleiter. Dies gilt auch für Expeditionen zu Ruinen aus der Vergangenheit, auf die man seine Schützlinge schicken darf. Der Erfolg oder Misserfolg einer solchen Mission hängt dabei zumeist davon ab, ob man Siedler mit den richtigen Berufen entsendet hat. Im Rahmen dieser Exkursionen wird man zudem Entscheidungen treffen müssen, die sich auf das Überleben der ganzen Siedlung auswirken. Dieses Feature war in der Version, die wir gespielt haben, aber noch nicht enthalten.

Katastrophen am laufenden Band

Endzone verfügt über eine Art Tag- und Nacht-Wechsel, der sich aber nicht auf den Spielablauf auswirkt. Quelle: Assemble Entertainment Endzone verfügt über eine Art Tag- und Nacht-Wechsel, der sich aber nicht auf den Spielablauf auswirkt. Als ob es nicht schon schwer genug wäre, unsere Schützlinge im postapokalyptischen Alltag am Leben zu erhalten, sorgen in regelmäßigen Abständen Dürreperioden, Sandstürme und radioaktiver Regen dafür, dass unsere Aufgabe noch schwieriger wird. Dabei ist Endzone in der aktuellen noch nicht ausbalancierten Fassung eigentlich schon hart genug. Nicht zuletzt, weil es im Spiel aktuell noch kein wirkliches Tutorial und auch keine Tipps gibt, wie man mit Extremsituationen im Spiel umgehen sollte. Das führte dazu, dass wir des Öfteren von Neuem beginnen mussten, um auf die harte Tour mit vielen Neustarts zu lernen, wie Endzone funktioniert, was stellenweise schon recht frustrierend war. Bis zum Early-Access-Launch des Spiels im Frühjahr 2020 wollen die Entwickler aber an der Benutzerführung und auch am Balancing noch arbeiten.

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