Endzone: A World Apart - Prosperity: Mehr Wohlstand für das Endzeit-Anno (DLC-Test)

Test Felix Schütz
Endzone: A World Apart - Prosperity: Mehr Wohlstand für das Endzeit-Anno (DLC-Test)
Quelle: Gentlymad Studios

Wo Endzone aufhört, fängt Prosperity an: Der DLC verpasst dem Aufbau-Spiel nagelneue Inhalte, die mehr Spielzeit aus dem Endgame kitzeln. Das ist ideal für Fortgeschrittene, packt aber leider nicht die alten Probleme an.

Wer es heutzutage noch schafft, mit einem Endzeit-Setting aufzufallen, muss schon was auf dem Kasten haben. Endzone war so ein Fall. Das deutsche Survival-Aufbau-Spiel bediente sich zwar großzügig beim Indie-Hit Banished, verpackte das Ganze aber in einem postnuklearen Szenario, das zur Abwechslung mal auf dem Boden bleibt. Verstrahlte Zombies und blutrünstige Mutanten kann man hier lange suchen, stattdessen dreht sich alles darum, gemütlich eine Siedlung aufzubauen und das Überleben der Bewohner sicherzustellen. Mit diesem Ansatz räumte Endzone zwar keine Top-Wertungen ab, doch viele Tests - darunter auch unserer - lobten das Spiel für seine liebevolle Gestaltung und ein paar gute Ideen. Beim Umfang haperte es aber, erfahrene Spieler hatten schnell alles gesehen. Das ändert sich nun mit Prosperity, dem ersten größeren DLC zu Endzone: A World Apart. Wir haben die neuen Inhalte durchgespielt.

Zeit für ein bisschen Wohlstand

Prosperity krempelt das Grundspiel nicht um. Stattdessen gibt's eine Ladung an fortgeschrittenen Inhalten, die einzig darauf abzielen, eure Siedlung moderner und die Bewohner zufriedener zu machen. Damit fügt sich der DLC auch in laufende Spiele ein, ihr braucht also nicht von vorne anfangen.

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Los geht's im Siedlungszentrum, das ihr jetzt Rathaus ausbauen könnt. Damit aktiviert ihr im (übersichtlicheren) Forschungsbaum den neuen Reiter "Wohlstand". Dort findet ihr nun einen ganzen Schwung frischer Produkte, Gebäude und Technologien, die ihr wie gewohnt im Forschungszentrum freischalten müsst. Weil sich das nicht beschleunigen lässt und obendrein viele Ressourcen verschlingt, dauert es in der Regel mehrere Stunden, bis man alle Wohlstandstechnologien erforscht hat.

Im neuen Rathaus stellen eure Siedler nun kniffligere Forderungen. Quelle: PC Games Im neuen Rathaus stellen eure Siedler nun kniffligere Forderungen. Damit wir den ganzen Kram aber auch nutzen können, müssen neue Ressourcen her. So dürfen wir nun in Bergwerken Zement abbauen und an Seen Sand schürfen. Damit können wir in einer neuen Materialfabrik verstärktes Metall und Glas herstellen, außerdem gibt's jetzt eine teure Fabrik, die hochwertigen Beton produziert. Mit diesen Baustoffen können wir nun Wohnhäuser und Zufluchten ein weiteres Mal upgraden, was für mehr Schutz und Zufriedenheit sorgt. Außerdem erhalten die Wohngebäude dadurch eine eigene Energieversorgung und entlasten so das Stromnetz.

In automatischen Gewächshäusern ist eure Ernte vor äußeren Einflüssen geschützt. Quelle: PC Games In automatischen Gewächshäusern ist eure Ernte vor äußeren Einflüssen geschützt. Auch die Nahrungsversorgung wird modernisiert. Fische dürft ihr künftig strahlungsfrei in Aquafarmen züchten, ohne durch Dürren eingeschränkt zu werden. In vollautomatischen Gewächshäusern gedeihen derweil Obst und Gemüse, die dort vor saurem Regen geschützt sind. Die neuen Nahrungsgebäude verschlingen zwar größere Mengen an Wasser, das ihr nun aber mit einem elektrischen Pumpwerk abzapfen und direkt in ausgebaute Wassersilos leiten könnt. Natürlich müsst ihr die neuen Bauten aber zwingend ans Stromnetz anschließen, ohne Strom tut sich gar nichts. Denkt also daran, massenhaft Batterien, Windräder und Sonnenkollektoren bereitzustellen.

Elektrische Pumpen liefern Wasser nun automatisch an ausgebaute Silos. Quelle: PC Games Elektrische Pumpen liefern Wasser nun automatisch an ausgebaute Silos. Im Rathaus bekommen wir nun regelmäßig neue Aufträge der Anwohner, für die wir neue Bedürfnisse abdecken müssen. Manche verlangen, dass wir eine Riesenladung Joints produzieren, andere wollen, dass wir die Siedlung mit Deko-Objekten verzieren. Außerdem gibt es mit dem Wahrzeichen nun ein teures Prestige-Gebäude, das in mehreren Phasen gebaut werden muss. Als Belohnung wird die Zufriedenheit in der gesamten Siedlung dauerhaft gesteigert, außerdem erhaltet ihr beim Abschluss eine kurze Zusammenfassung über eure Erfolge.

Das Wahrzeichen muss in mehreren Schritten gebaut werden und steigert die Zufriedenheit aller Einwohner. Quelle: PC Games Das Wahrzeichen muss in mehreren Schritten gebaut werden und steigert die Zufriedenheit aller Einwohner.

Fazit: Die neuen Inhalte von Prosperity fügen sich prima ins Hauptspiel ein. Aber: Sie bringen es nicht wirklich vorwärts, denn im Grunde stellen sie nur weitere Produktionsketten und Forschungen dar, die nach dem gleichen Prinzip wie im Hauptspiel funktionieren - daran ändern auch die neuen Rohstoffe wenig. Die Schwachstellen von Endzone bleiben dafür nahezu unangetastet: Die Übersicht leidet bei großen Siedlungen und ihr müsst immer noch massenhaft Einwohner als Wasserträger abstellen, um den gigantischen Bedarf eurer Bevölkerung zu stillen. Auch die regelmäßig angreifenden Plünderer bereichern das Spiel nicht, da sich die Bande kaum wirkungsvoll bekämpfen lässt. Da ist es meistens bequemer, einfach den teuren Tribut zu zahlen. Schade auch, dass sich am Dekrete-Feature nix getan hat. Dabei würde hier schon ein flüchtiger Blick in Richtung Frostpunk genügen, um das große Potenzial darin zu erkennen.

Es gibt also immer noch eine ganze Menge, was sich in Endzone verbessern, ausbauen oder vertiefen ließe. Aber was nicht ist, kann durchaus noch werden: Prosperity wird hoffentlich nicht die letzte Erweiterung bleiben. Endzone: A World Apart - Prosperity kostet ca. 10 Euro. Der DLC ist auf Steam und GOG erhältlich.

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