Europa Universalis 5 schon gespielt: Das wird ein absolutes Biest!

Special Viktor Eippert
Europa Universalis 5 schon gespielt: Das wird ein absolutes Biest!
Quelle: Paradox Interactive/Bildmontage: PC Games

Paradox hat mit Europa Universalis 5 grade erst sein nächstes Strategie-Schwergewicht angekündigt - und zack, schon hat Vik es knapp 20 Stunden gespielt. Alle Infos in der Vorschau!

Wenn es um komplexe Globalstrategiespiele geht, ist Paradox Interactive absolut nicht mehr wegzudenken. Egal, ob ich in Crusader Kings 3 meinen Erstgeborenen unauffällig beseitige, um die Erbfolge meinen Wünschen anzupassen. Oder ob ich in Hearts of Iron 4 die Nazis rausschmeiße und das deutsche Kaiserreich wiederbelebe. Oder ob ich in Stellaris eine Roboterspezies spiele, die heuschreckenartig über die Galaxie wütet und alle Rohstoffe plündert. All das und noch mehr bieten mir die großen, komplexen Sandkästen der Paradox-Strategiespiele, in denen ich mich komplett austoben darf.

Mit Europa Universalis hat all das vor 25 Jahren seinen Anfang genommen. Und jetzt wollen die Entwickler von Paradox Tinto mit Europa Universalis 5 (jetzt kaufen 56,99 € ) da nochmal eins draufsetzen. Ich war bei den Entwicklern zu Besuch und habe EU 5 anhand einer sehr frühen Vorschau-Version etwa 20 Stunden gespielt. Und was ich da erlebt habe, fühlt sich wie eine Art Best of der bisherigen Paradox-Spiele an, das gleichzeitig nochmal an Komplexität zulegt.

Das bisher größte Paradox-Spiel

Wenn man sich die nackten Zahlen auf dem Papier ansieht, haben sich die Entwickler wahnsinnig viel vorgenommen - selbst für Paradox-Verhältnisse. Mit ca. 30.000 klickbaren Gebieten ist die Map so kleinteilig wie noch nie. Über 2.100 verschiedene Nationen wird es geben, von denen über 60 zum Start einzigartige Inhalte haben werden. Knapp 2.000 Kulturen und etwa 300 Religionen sowie Glaubensrichtungen sind auch dabei. Auch bei der Zeitspanne wird einiges mehr geboten, denn diesmal geht's schon 1337 zum Start des Hundertjährigen Kriegs los. Kurz gesagt, es wird das fetteste Paradox-Grand-Strategy-Game bis dato.

Aber nicht nur in Sachen Umfang zeigt sich EU 5 als absolutes Monster auch bei den Spielsystemen geizt man nicht an Tiefe und deutlichen Änderungen. Beim Studiobesuch machten die Entwickler klar, dass sie mit Europa Universalis 5 erfahrene Fans ihrer Spiele ansprechen wollen. Gleichzeitig soll es sich aber nicht einfach nur nach einem typischen Nachfolger mit ein paar Verbesserungen anfühlen. Stattdessen soll man sich selbst als Experte wieder so richtig reinwühlen müssen, weil man immer wieder Dinge neu lernen muss.

Und das ist den Entwicklern auch gelungen. Obwohl ich insgesamt schon einige Hundert Stunden in verschiedene Grand-Strategy-Titel von Paradox gesteckt habe, vor allem in Hearts of Iron 4, war ich im ersten Moment komplett erschlagen von EU 5. Und den anderen Event-Teilnehmern, die häufig vierstellige Spielzeiten in EU 4 haben, ging es genauso.

Die Entwickler haben die letzten 5 Jahre an einem Biest gewerkelt, dass selbst von erfahrenen Strategiespielern erstmal gezähmt werden möchte. Und ich finde das super - denn damit geht Paradox dem grundlegenden Trend entgegen, den die meisten großen Publisher verfolgen: Vereinfachung der Spiele, um möglichst große Zielgruppen zu erreichen. Das finde ich prinzipiell gar nicht schlimm, aber es ist schön, auch passende Gegenentwürfe wie hier zu bekommen.

Weniger Überforderung durch Automatisierung

Damit man beim Lernprozess von EU 5 aber nicht völlig überfordert aufgibt, haben sich die Entwickler eine neue Lösung überlegt. Beim Start einer Partie, wird abgeklopft, auf welche Aspekte im Spiel man sich fokussieren möchte: Wirtschaft, Erkundung, Militär, Handel oder eine Mischung daraus. Für alle Aspekte, die man nicht anwählt, wird zu Spielbeginn das neue Automatisierungsfeature aktiviert.

Das kann man jederzeit für so ziemlich alle Kernaspekte des Spiels frei an- und ausschalten. Dann übernimmt die KI die dazugehörigen Entscheidungen - zum Beispiel wo welche Gebäude gebaut werden. Oder die Kolonisierung von neuen Landstrichen. Oder welche Privilegien die Stände erhalten. Und so weiter. Und hier greift übrigens ebenjene KI, die auch bei den anderen Nationen zum Einsatz kommt, die man nicht selbst steuert.

XXL-Bildergalerie zu allen Spielaspekten

Das funktionierte beim Spielen die meiste Zeit schon ganz ordentlich, wird aber immer dann lästig, wenn man zwar Aufgaben automatisieren möchte, aber hier und da auch noch selbst Entscheidungen treffen will. Ein Mal hatte ich zum Beispiel die Diplomatie automatisiert und gleichzeitig Diplomaten ausgesendet, um die Beziehungen zu Nachbarstaaten zu verbessern. Das hielt die KI aber nicht für sinnvoll und hat meine Befehle kurzerhand wieder rückgängig gemacht. Die Diplomatenpunkte waren dann aber natürlich futsch. Ich war also gezwungen, die Diplomatie als Ganzes wieder selbst in die Hand zu nehmen.

An manchen Punkten lässt sich das aber auch schon etwas feintunen. Beim Handel kann ich bestimmte Handelsrouten etwa sperren, sodass die KI die Finger davon lässt und nur den Rest des Handelsvolumens nutzt. Außerdem habe ich meine Armee direkt befehligt, während ich aber die Steuerung der Finanzen für Heer & Flotte der KI überlassen habe.

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