FBC Firebreak: Ausgerechnet das kommt von den Alan-Wake- und Control-Machern?
Kolumne
Mit FBC: Firebreak wollen die Macher von Alan Wake und Control ihren eigenen Multiplayer-Shooter starten. Wir fragen uns nur: Warum zur Hölle machen die das
Denn hinter den eigentlich guten Ideen werkelt dann leider ein sehr halbgarer Shooter. Neben den Werkzeugen der Klassen stehen euch noch drei Waffenarten zur Verfügung. So gibt es eine Handfeuerwaffe, eine Schrotflinte und ein automatisches Maschinengewehr. Nur leider fühlen die sich durch die Bank an wie kleine Erbsenpistolen. Es gibt keinen Rückstoß, der Sound ist lasch und die Gegner lassen sich ohne große Gegenwehr einfach niedermähen.
Letztere sind übrigens einfach nur die seelenlosen Zombies aus Control. Es gibt zwar noch ein paar Mini-Bosse, aber auch die sind nur leicht abgewandelt.
Quelle: Remedy Entertainment
Doch auch die zu erledigenden Aufgaben sind nicht motivierend, sondern einfach nur mühselig. Um zum angesprochenen Ofen zu kommen, kämpft man sich erst durch zwei Areale, in denen man die Belüftung reparieren muss. Dabei werden einem immer wieder Gegnerhorden und Minibosse entgegen geschmissen.
Um den Ofen selbst dann wieder ruhigzustellen, muss man Löschfässer reinschmeißen. Dabei steht man einerseits ständig in Flammen und verliert Gesundheit. Andererseits weiß man nie so richtig, wie viele Fässer man jetzt noch hineinwerfen muss. Irgendwann muss man die Dinger sogar noch händisch mit dem Löschmaterial auffüllen.
Das wird dann ganz schnell, ganz schön nervig. Das Team hat pro Runde zwar mehrere Respawn-Tickets, die sich sogar wieder regenerieren. Sind die allerdings weg, dann muss man wieder komplett von vorn anfangen.
Ähnlich mühselig ist auch das Post-It-Monster. Hier läuft man anfangs wirklich nur durch Büroräume und reißt Post-It-Zettel mit Waffengewalt von den Wänden. Das spielt sich langweilig und auch hier ist wieder nicht erkennbar, was genau hilft. Warum weicht meine Wasserpistole die Dinger etwa nicht auf und zerstört sie so? Nö, da muss ich noch extra drauf ballern. Das ist einfach kein gutes Game-Design.
Quelle: Remedy Entertainment
Durch das gemeinsame Zocken und das nervige Design geht dann das eigentlich Wichtigste an Control komplett flöten: das Mysteriöse! Klar, so ein Post-It-Monster ist beim ersten Mal cool und erfrischend. Wenn man aber ständig genervt vom hakeligen Gameplay ist, wird das Ding beim zehnten Mal nicht spannender. Da ist dann nichts mehr unheimlich oder skurril, sondern einfach nur langweilig und frustrierend. Und das scheinen Spieler ebenfalls zu merken.
Der Hype für Firebreak war nie sonderlich groß. Nach gerade mal einer Woche kommt der Shooter aber schon nur noch auf ein paar hundert gleichzeitige Spieler auf Steam. Es gibt zwar auch Konsolenversionen, aber vermutlich sehen die Spielerzahlen dort nicht besser aus. Für einen Multiplayer-Shooter ist das eigentlich das Todesurteil. Ich glaube also nicht, dass Remedy das Ding noch lange unterstützen wird.
Aber genau das macht mich so fuchsig. In FBC: Firebreak wurden vermutlich Jahre an Entwicklungsarbeit und Ressourcen gekippt, weil man ebenfalls dem Traum der erfolgreichen Live-Service-Cashcow aufgesessen ist. Natürlich würde ich dem Studio wünschen, dass sie durch so einen Hit die finanzielle Zukunft auf Jahre sichern können.
Doch bei dem Ergebnis sehe ich nur die vergeudeten Ressourcen, die potenziell auch in die Stärken des Studios hätten fließen können. Und wenn ihr nächstes Spiel Control 2 damit auch nur ein kleines bisschen besser geworden oder früher erschienen wäre, dann hätte man meiner Meinung nach mehr erreicht als mit FBC: Firebreak.
