FBC Firebreak: Ausgerechnet das kommt von den Alan-Wake- und Control-Machern?
Kolumne
Mit FBC: Firebreak wollen die Macher von Alan Wake und Control ihren eigenen Multiplayer-Shooter machen. Carlo Siebenhüner fragt sich da nur: Warum zur Hölle machen die das?!
Remedy Entertainment ist ein durchgeknalltes Studio und ich liebe das! Der Entwickler hat ja nun schon eine sehr lange Historie. Mit Max Payne haben sie sich bereits bei vielen Leuten unsterblich gemacht. Mich haben sie aber erst mit ihrem zweiten Spieleuniversum so richtig abgeholt. Control von 2019 war für mich ein Augenöffner, mit einer tollen Power-Fantasy und einem abgefahrenen Setting. Alan Wake und sein Nachfolger sind dann ein hervorragender Gruselspaß.
Tja und jetzt bringt dieses Studio, das so hervorragende Singleplayer-Spiele entwickelt hat, einen Multiplayer-Koop-Shooter mit FBC: Firebreak. Und das Einzige, was mir dazu einfällt, ist: "Was zur Hölle, Remedy?!"
Quelle: PC Games
Das "FBC" in FBC: Firebreak steht übrigens für "Federal Bureau of Control", es ist also im Setting von Control angesiedelt. Spätestens mit Alan Wake 2 sind die beiden Spieleuniversen zwar zusammengewachsen, Control hat aber mit dem "ältesten Haus" seinen eigenen Spielplatz. Ein riesiges brutalistisches Betonmonster mitten in New York. Der Gag am ältesten Haus ist aber, dass sich das Innere des Gebäudes ständig verändert und auch eigentlich unmögliche Räume zulässt, während sich das Haus von außen nicht verändert.
Trotz oder gerade deswegen hat sich darin die "Behörde für Kontrolle" niedergelassen, die sich um die Überwachung und Eindämmung von übernatürlichen Phänomenen kümmert. Dafür schicken sie Agenten ins Feld, die dann Gegenstände mit potenziell übernatürlichen Fähigkeiten zurück ins Bureau bringen. Dort werden sie dann unter Verschluss gehalten und untersucht.
Quelle: PC Games
Der Witz an Control ist, dass es in bester Twin-Peaks-Manier zwar eigentlich ziemlich ernste Geschichten erzählt, es dazwischen aber jede Menge gewollten, aber auch unfreiwilligen Humor packt. Wenn eine Gummiente ständig vor sich hin quakt und permanent an anderen Orten auftaucht, ist das erst mal lustig und skurril. Das Lachen bleibt einem aber im Halse stecken, wenn man erfährt, dass das Ding in freier Wildbahn Kinder in Angst und Schrecken versetzt hat, bevor es vom FBC eingedämmt wurde.
Dieses Erkunden einer völlig abgefahrenen Welt, die man dann aber doch nie ganz versteht, macht für mich den Reiz an Control aus. Jedes Mal bin ich wieder aufs Neue fasziniert und auch leicht verstört von Sam Lakes verschrobenen Gehirnwindungen.
Warum mache ich so einen großen Bogen zu Control? Um klarzumachen, was die Faszination an Control ist und warum es nur bedingt eine gute Idee war, in diesem Setting jetzt einen Multiplayershooter aufzuziehen. In FBC: Firebreak spielt man im Koop zu dritt eine Art Eingreiftruppe. Die wird losgeschickt, wenn mal wieder irgendwas im ältesten Haus nicht mit rechten Dingen zugeht. Da man aber keine festen Charaktere spielt, wird man auch das Gefühl nicht los, eigentlich nur eine Meute besonderer Hausmeister zu sein.
Eigentlich keine schlechte Idee, schließlich ist Ahti, der Hausmeister, einer der besten Charaktere in Control. Die Klassen, aus denen man wählen kann, sind dementsprechend ebenfalls erst mal skurril. Der Engineer ist da noch klassisch. Der hat einen Werkzeugkasten auf dem Rücken und eine Rohrzange als Waffe. Der Elektriker kommt mit einer dicken Kabeltrommel um die Ecke und kann Gegner mit Strom wegbrutzeln und der Löschmeister hat eine übergroße Wasserpistole dabei und kann damit eben Feuer löschen, Gegner nass machen oder Freunde duschen. So heilt man sich nämlich in Firebreak.
Die Einsätze orientieren sich an Orten und Dingen, die man bereits im Hauptspiel gesehen hat. So muss man den besessenen Ofen im Keller wieder löschen oder ein wildgewordenes Post-It-Monster wegwaschen. Man versucht also irgendwie die Skurrilität von Control in einen Mehrspieler zu verfrachten. Leider geht die Rechnung nicht wirklich auf.
