FIFA 11 im Gamezone-Test

Test Thomas Pfnür

Vorjahreskost ist ein gutes Stichwort, denn selbige bekommt ihr praktisch in allen Bereichen auf der PSP geboten.

Showdown! Vorbei die Zeit der Preview-Versionen, der Demos und der Vorabberichte, vorbei die Zeit der Warterei, nun ist es endlich soweit: "Pro Evolution Soccer 2011" und "FIFA 11" sind erhältlich, sind in ihren finalen Versionen auf dem Schreibtisch der Gamezone-Redaktion gelandet. Endlich kann geklärt werden, wer sich das letzte Jahr weiterentwickelt hat, wer sich wirklich die Kritik der Community zu Herzen nahm und wer schlussendlich die nächsten 12 Monate den Genre-Thron einnehmen wird.

Versprochen wurde im Vorfeld natürlich wieder sehr viel. Konami erzählte etwas von Freiheit: Freiheit beim Pass, Freiheit beim Dribbling, Freiheit bei der Taktik und Freiheit bei den Tricks. Electronic Arts hielt mit großem PR-Gerede bezüglich noch mehr Umfang, viel "Personality" und einer Grafik der Extraklasse dagegen. Doch was ist dies alles im Endeffekt wirklich wert? Halten die beiden Umsetzungen ihre Versprechungen? Können sie begeistern? Und vor allem, können sie unsere Erwartungen erfüllen? Hier nun der Test von "FIFA 11"...

Ein weiterer Schritt Richtung Realität...

"Pro-Passing-System", "Personality+", verbessertes "360° Dribbling", erhöhte Torwartaufmerksamkeit - die Liste der Erweiterungen liest sich, als würde uns spielerisch mit "FIFA 11" auf PS3 und Xbox 360 ein komplett neues "FIFA" erwarten. Doch weit gefehlt. Was man wirklich bekommt, ist viel mehr den vor ein paar Monaten erschienen WM-Ableger aus dem Hause EA Sports mit den normalen bzw. logischen Versionsanpassungen und ein paar wenigen marginalen Neuerungen, die sich allerdings nur sehr bedingt auf das wirkliche Spielgefühl auswirken. Feinschliff am bereits Vorhandenen und Bekannten war also wohl viel mehr das Motto - und genau das merkt man dem Titel von Anfang bis Ende auch an. Eine etwas verbesserte KI, die sich vor allem im Defensivverhalten nun - bei entsprechendem Schwierigkeitsgrad - noch fordernder verhält, eine etwas verfeinerte Steuerung beim Dribbling, die nun noch sensibler auf Controller-Eingaben reagiert, und ein "neues" Pass-System, dass nun auch den ein oder anderen Fehlpass zulässt.

Auch bemerkt man in manchen Situationen das im Vorfeld ziemlich groß angekündigte Feature "Personality+", welches die digitalen Spielerabbilder absolut authentisch zum Original agieren lassen soll. Und ja wirklich, die Stärken und Schwächen bekannter Spieler wurden sehr gut herausgearbeitet. Das beginnt bei der körperlichen Fitness, geht über die Spielausrichtung und endet bei der persönlichen Einstellung. So könnt ihr dann z. B. beobachten, wie ein Robben, falls er mal nicht verletzt ist, ziemlich egoistisch agiert, dafür aber enorm ballsicher wirkt und bei seinen unzähligen Schüssen auch entsprechend brandgefährlich ist. Sehr lobenswert, was uns EA Sports hier mit dieser Personalisierung vorsetzt, trägt diese doch enorm dazu bei, dass die "FIFA"-Reihe nochmals einen Schritt, wenn auch einen kleinen, in Richtung Authentizität macht - und genau das erwarten wir doch von einer Simulation.

Apropos Simulation. Auch die Zweikämpfe fühlen sich im aktuellen "Next-Gen-Ableger" noch intensiver an. Drücken, Zupfen und Schieben konnte man zwar bereits vor einem Jahr, doch irgendwie wirkt das Ganze heuer noch etwas ausgereifter. Körpereinsatz, Kollisionsabfrage, Animationen - alles fügt sich deutlich stimmiger ins Spiel ein. Trotzdem, man darf sich auch nicht täuschen lassen, denn insgesamt hat sich bei weitem nicht so viel getan, wie uns mancher PR-Mitarbeiter von EA Sports so gerne erzählen würde. Fakt ist, dass ihr mit "FIFA 11" auf PS3 und Xbox 360 kein absolut neues Spielgefühl erwarten braucht. Fakt ist aber auch, dass ihr mit "FIFA 11" auf PS3 und Xbox 360 immer noch ein wirklich mitreisendes, forderndes und tiefgängiges Gameplay geboten bekommt - eben genau das was man zuletzt bereits über weite Strecken in "FIFA WM 2010" genießen durfte.

...aber auch viel, sehr viel Stillstand

Jetzt wird es schwierig, sehr schwierig. War schon die Suche nach den Gameplayerweiterungen in den Versionen für PS3 und Xbox 360 nicht gerade einfach, auf den anderen Plattformen artet das Ganze zur reinsten Sisyphusarbeit aus. Wir könnten es kurz machen und schreiben: Spielerisch hat sich auf PC, PS2, PSP und Wii nichts getan. Doch so einfach wollen wir es uns dann doch nicht machen, vor allem auch deshalb, weil diese Aussage nur bedingt zutrifft. Was allerdings ganz sicher zutrifft, ist, dass in den besagten Umsetzungen sehr viel Stillstand zu beobachten ist und Besitzer der entsprechenden Vorgänger aufgrund der Ermangelung an Neuerungen wohl eher enttäuscht sein werden.

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