FIFA vs. PES: Warum der EA-Kicker die Massen begeistert
Special
Während die Welt des Fußball in der aktuellen Krise stillsteht, weichen immer mehr Fans des schönen Spiels auf die virtuellen Bolzplätze aus. Doch welche Fußballsimulation hat eigentlich das bessere Gesamtpaket zu bieten: FIFA oder Pro Evolution Soccer? Wir haben die beiden Titel gegenübergestellt und geben euch die Antwort!
Es ist die ewige Glaubensfrage, die seit Jahren die Spielergemeinde spaltet: FIFA oder Pro Evolution Soccer - welche Fußballsimulation ist denn nun die beste? Wir wollen endlich für Klarheit sorgen und haben die beiden Titel daher mal einem detaillierten Vergleich unterzogen. Das überraschende Ergebnis: PES macht auf dem virtuellen Grün tatsächlich die bessere Figur! Warum aber, greift dann Jahr für Jahr die Mehrzahl der Fußball-Fans beim Konkurrenten von EA Sports zu? In diesem Special versuchen wir uns an einer Antwort.
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Zugänglichkeit
Ein großer Punkt, der direkt zu Beginn für FIFA spricht ist die Zugänglichkeit des EA-Kickers. Der etwas "arcadigere" Stil sagt vielen Casual-Spielern zu. Außerdem finden sich Einsteiger wesentlich schneller zurecht und können so erste Erfolge feiern. Das liegt an den umfangreichen Tutorials in Form der Skill-Spiele, aber auch an zahlreichen Hilfsfunktionen: Ihr könnt etwa jederzeit einen Trainer dazu schalten, der euch Tipps gibt. Dann bekommt ihr mit Hilfe eines Overlays angezeigt, welche Aktion sich in der jeweiligen Spielsituation am ehesten anbietet. Zudem bildet der Trainer auch eure Pass- und Schuss-Richtung ab. Apropos: Bei Zuspielen und Abschlüssen könnt ihr euch von der KI unterstützen lassen. Und für blutige Amateure gibt es sogar die Eine-Taste-Steuerung, wo ihr mit dem X- beziehungsweise A-Knopf jegliche Aktionen ausführt.
Quelle: PC Games
Schießen will gelernt sein, daher bietet euch FIFA 20 diverse Tutorials, in denen ihr eure Genauigkeit beim Abschluss trainieren könnt.
Obendrauf kommen noch ein paar Komfortfunktionen wie das Abschirmen und Abdrängen mit dem linken Trigger oder das Ball vorlegen mit Hilfe des rechten Sticks - Features, die es in PES so nicht gibt.
Auch sonst zeigt sich der Konkurrent aus dem Hause Konami etwas komplizierter. Der realitätsnähere Ansatz verlangt euch direkt zu Beginn ein gewisses Spielverständnis ab, ist gnadenloser, was Fehler angeht und überfordert mit teils verrückten Tastenkombinationen. Ein Beispiel: Um eine Schwalbe auszuführen, müsst ihr gleichzeitig L3, R3, L1 und L2 drücken. Also vier Tasten auf einmal.
Tricks
Diese Komplexität spiegelt sich auch bei den Tricks wider. In FIFA 20 (jetzt kaufen ) spielen die eine zentrale Rolle - und das nicht nur im neuen Volta-Modus. Gerade im Aufeinandertreffen mit menschlichen Gegenspielern können euch Spezialbewegungen einen entscheidenden Vorteil verschaffen. Entsprechend könnt ihr recht flott schöne Trick-Stafetten auf den Rasen zaubern und gegnerische Abwehrreihen austanzen.
In PES bedürfen Kunststückchen wie ein Roulette oder ein Elastico wesentlich mehr Können. Zudem sind solche Finten weitaus weniger effektiv. Wer im Mittelfeld zu viel mit dem Ball herumfummelt, verliert ihn schneller als man Pierre-Emerick Aubameyang sagen kann!
Quelle: PC Games
Besonders im neuen Volta-Modus spielen Tricks eine wichtige Rolle, da ihr hier auch um Stil-Punkte kämpft.
Präsentation
Auch in Sachen Inszenierung weiß FIFA zu überzeugen, was besonders an der gelungenen Spieltags-Präsentation liegt. EA Sports bietet euch für diverse Topligen authentische Übertragungspakete. Das heißt, dass etwa die spanische, die englische aber auch die deutsche Spitzenklasse fast wie im Fernsehen aussehen. Ihr habt die passenden Einblendungen und Anzeigetafeln, die originalen Hymnen und den offiziellen Spielball. Da kann man eigentlich über nichts meckern. Auch das Kommentatoren-Duo Frank Buschmann und Wolf-Christoph Fuss macht einen größtenteils sauberen Job. Grafisch ist FIFA 20 kein Quantensprung im Vergleich zum Vorgänger gelungen. Dennoch hinterlässt die Frostbite Engine erneut einen guten Eindruck. Die gescannten und teils detailgetreu nachgebauten Spielergesichter und Stadien sehen täuschend echt aus. Auch dank der neuen Choreographien der Fans, die im Block nun etwa riesige Banner präsentieren. Wetter-, Spiegel- und Lichteffekte sind ebenfalls top.
Quelle: PC Games
Die Einblendungen der Teamwappen, Kommentatoren und Aufstellungen kennt man in dieser Form auch aus Fernsehübertragungen von Sky und Co.
Zugegebenermaßen trifft eine Vielzahl dieser Punkte auch auf Pro Evo Soccer zu. Hier wurden diverse Stadien sogar inklusive Innenraum repliziert. Im Vergleich zu FIFA gibt es aber eben weitaus weniger echte Fußballtempel. Gerade abseits der großen Klubs sehen Spieler schon mal ziemlich generisch aus. Die Spielbegleitung von Marco Hagemann und Hansi Küpper geht einem schnell auf die Nerven und dann gäbe es ja eben auch noch das Problem mit den fehlenden Lizenzen.
Lizenzen
Hier hat EA Sports nämlich Jahr für Jahr die Nase vorn. Allen voran wartet das Spiel mit dem kompletten Rechtepaket für die europäischen Wettbewerbe auf. Ihr könnt also nur in FIFA 20 die Champions und die Europa League nachspielen. Dazu kommen zahlreiche große Namen wie die komplette Bundesliga und die komplette Premier League - mitsamt aller offiziellen Teamnamen, Logos und Trikots - und einige kleinere Spielklassen. Die neueste Ergänzung ist etwa die rumänische erste Liga, sodass ihr nun auch mit Europapokalsieger Steaua Bukarest spielen dürft.
PES muss indes weiterhin oft mit Fantasienamen arbeiten. Da steht dann etwa nicht die Mannschaft von Real Madrid auf dem Rasen, sondern Madrid Charmatin B. Darunter leidet der Realismus. Zugegeben, zuletzt konnte sich Konami immer mehr Partner-Klubs oder die exklusiven Rechte an der EM 2020 sichern. Durch das Import-Feature lassen sich zudem Trikots und Namen nachpatchen. In FIFA ist aber eben von Anfang an alles dabei.
Quelle: PC Games
Nur in FIFA könnt ihr auf die Jagd nach dem ikonischen Henkelpott gehen. Für viele Spieler ein wichtiges Kaufkriterium.
Spielmodi
Apropos Inhalte: Auch bei den Spielmodi bleibt FIFA 20 klar Spitzenreiter. Die Fußballsimulation kommt in diesem Jahr mit beinahe nie dagewesenem Umfang daher. Da gäbe es beispielsweise verschiedenste Turniere wie die Frauen-WM oder die Copa Libertadores sowie den Anstoß-Modus, in dem ihr diverse Party-Spiele ausprobieren könnt. Obendrauf kommen die wahlweise Koop-spielbaren Online-Saisons oder der 11-gegen-11-Pro Clubs-Modus. Und dann haben wir noch immer nicht den neuen Volta-Modus erwähnt. Der wurde in FIFA 20 erstmals eingeführt und lässt euch auf den Spuren von FIFA Street wandeln - sowohl im integrierten Story-Modus als auch online gegen andere Spieler.
Quelle: PC Games
In FIFA Ultimate Team gibt es neuerdings auch Saisons, in deren Verlauf ihr allein durch Aktivität neue Inhalte freischalten könnt.
Zu den wichtigsten Verkaufsargumenten gehört natürlich auch der Karriere-Modus, der in FIFA 20 mit neuen Features ausgestattet wurde. Ihr dürft nun etwa einen eigenen Manager erstellen und damit die Fußballwelt erobern. Dynamisches Potenzial, Pressekonferenzen und mehr sorgen dabei für ein authentisches Spielgefühl. Der absolute Kassenschlager ist und bleibt allerdings FIFA Ultimate Team, wo ihr euch in Sammelkarten-Manier eine eigene Mannschaft aufbaut. Damit das spannend bleibt, startet EA Sports regelmäßig Promo-Aktionen oder veröffentlicht neue dynamische Spielerobjekte passend zum echten Fußball-Betrieb. Dazu kommen zusätzliche Wettbewerbe und Challenges, mit denen ihr euch kostenlose Belohnungen erspielen könnt. So wird den Millionen Nutzern nie langweilig.
Hier zieht PES klar den Kürzeren: Konamis Master League fehlen diverse Punkte für ein realistisches Spielererlebnis, beispielsweise detaillierte Einstellungen bei den Transferverhandlungen. Ablösesummern werden hier mit einem Schieberegler ausgewählt, Ausstiegsklauseln oder andere Vertragsoptionen gibt es gar nicht. Auch der MyClub-Modus ist zwar nett, lässt ohne Transfermarkt oder ein Pendant zur kompetitiven Weekend League aber den letzten Nervenkitzel vermissen.
Fazit
Ihr seht: Auch FIFA hat seine Stärken. Die liegen mit dem großen Lizenzpaket, dem enormen Umfang und der gelungenen Präsentation zwar hauptsächlich abseits des Rasens. Mit seinem etwas arcadigeren Gameplay bietet der EA-Kicker aber gerade auch für Einsteiger, Casual-Spieler oder Trickster ein passendes Spielerlebnis. Oder ganz einfach ausgedrückt: Wer Fußball in Reinform erleben möchte, der greift zu Pro Evolution Soccer. Wer Fußball in all seinen Facetten erleben möchte, der ist bei FIFA gut aufgehoben.
Jetzt seid ihr gefragt: Jagd ihr in PES oder FIFA übers virtuelle Grün? Warum greift ihr eher beim Titel aus dem Hause Konami beziehungsweise EA Sports zu? Diskutiert in den Kommentaren gerne mit! Und lest euch auch mal unsere Special dazu durch, warum eFootball Pro Evolution Soccer 2020 eigentlich das bessere Fußballspiel ist.
