Spektakuläre Open-World-Rennduelle gepaart mit atem- beraubenden Naturkatastrophen. Hält FUEL, was es verspricht?
So riesig wie langweilig
FUEL
Hat man von den 72 Karriereevents und 190 Herausforderungen genug, so steht nach wie vor der anfänglich schon beschriebene Freeride zur Verfügung und lädt zu ausgiebigen Erkundungstouren ein. So schön das postapokalyptische Amerika aber auch sein mag, an den atemberaubenden Landschaften, Licht- und Sonneneffekten sowie Witterungsbedingungen hat man sich leider auch recht schnell statt gesehen. Die Welt gleicht einer Postkarte und vermittelt genauso viel Leben, wie das gute Stück Papier. Vereinzeit tuckert ein Blechbolide ohne uns Beachtung zu schenken vorbei oder ein Düsenjet wird am Himmel gesichtet. Darüber hinaus gibt es außer der Flora kaum etwas zu bestaunen. In den heruntergekommenen Siedlungen lebt kein Mensch und in den wohl atomar verseuchten Wäldern sieht man kein einziges Tier. Einsam und verlassen verirrt man sich im 160.000 km umfassenden Straßennetz, selbst wenn in den Onlinemodus übergewechselt wird. Hier finden sich zwar bis zu 16 Kollegen ein, doch welchen Sinn die Erkundung der freien Welt mit fremden Fahrern machen soll, will sich uns nicht wirklich erschließen. Einzig allein die Karriererennen gegen Spieler aus aller Welt sorgen wirklich für Hochspannung, auch wenn der Netzcode noch etwas instabil läuft. Und wer Lust dazu verspürt, darf auch eigene Strecken anhand Checkpoints entwerfen. Nur leider lernt man die tatsächliche Spielwelt kaum gut genug kennen, um wirklich aufregende Pisten zustande zu bekommen.
FUEL
Ganz klar gibt es für Sammlerfreaks einiges zu entdecken - als Entlohnung für die Mühen wird der Spieler mit neuen Kleidungsstücken und Lackierungen belohnt und darf sich über fantastische Panoramablicke der Aussichtspunkte freuen. Doch mal ganz ehrlich, keiner würde diese etliche Stunden umfassenden Strapazen wirklich auf sich nehmen, wenn es dafür nicht die begehrten Xbox Achievements oder PS3 Trophies geben würde. Denn die Welt ist wirklich unglaublich riesig - um das hier nochmals deutlich zum Ausdruck zu bringen. Von einem Ende der Karte zum anderen vergehen durchaus 2-3 Stunden Fahrzeit! Aber das Ödland macht seinem Namen alle Ehre und liefert stundenlange pure Langeweile! Das Radio könnt ihr getrost dabei aus lassen, denn die pseudohafte Rockmusik haut definitiv niemanden vom Hocker. Fetzigere Mucke - es müssen ja nicht wirklich bekannte Bands mit inbegriffen sein, aber einige Independent-Songs wäre durchaus aufregender gewesen - im Stile von PURE oder "Burnout" hätten der Atmosphäre auf jeden Fall richtig gut getan. Dies gilt nicht nur für den ausufernden Freeride, sondern generell für das komplette Spiel.
