Fable 2 im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Gut oder böse, artig oder frech, edel oder erschreckend! Ihr habt die Wahl. Beeinflusst die Welt von Albion!

Alltag des Helden

Fable 2 Fable 2 Das Hauptziel gegeben durch eine rote Storylinie vor Augen, durchquert man große Teile Albions. Die verschiedenen Städte sind durch eine zerklüftete Landschaft verbunden, deren teils gefährlichen Wege ihr gehen müsst. Nicht nur wildes Getier wartet auf das nächste Opfer, auch böse Buben möchten euch an den Kragen. Einige Abschnitte werden nur per Schriftzug bereist, viele Gebiete dürft ihr aber nach einem Ladebildschirm selber erkunden. Dabei sorgen einige verwinkelte Pfade der teils weitläufigen Areale dafür, dass man als "Indiana Jones" auch genügend zu entdecken hat. Geheime Höhlen, sicher geglaubte Verstecke und einige kleine Festungen liegen Abseits der Haupthandlung und warten auf einen Besucher. Wer aber stur den Abspann vor Augen hat, kommt in gut 12-15 Stunden durch Fable II hindurch und hat anschließend die Welt für sich, um alle noch offen gebliebenen Aufgaben zu erledigen oder sich um seine Familie zu kümmern. Ein erneuter Anfang hat aber ebenso seinen Reiz, da durch die Gesinnung und durch die Taten und der daraus resultierende Weltenwandel ein neues Spielerlebnis offerieren wird.

Fable 2 Fable 2 Um die Spielzeit aber nicht allzu sehr einzuschränken lohnt es sich, soziale Verhältnisse aufzubauen oder die zwar nicht üppig, aber unter dem Strich doch reichlich vorkommenden Nebenmissionen der Bewohner anzunehmen. Ein großes gelbes Ausrufezeichen macht auf einen verfügbare Quest aufmerksam, welcher auch übersichtlich in einem Logbuch verankert wird. Praktischerweise dient dieses nicht nur der Orientierung, sondern auch als Reisemöglichkeit. Wurde der gesuchte Ort schon besucht, kann man per Tastendruck sofort die Region wechseln, ohne sich dabei die Füße platt zu treten. Nicht nur praktisch, sondern auch extrem zeitsparend! Denn hat man eine Gegend schon erkundet und dank Hund alle Geheimnisse aufgespürt, sorgen einzig allein offene und meist erst später lösbare Rätsel, Auseinandersetzungen mit Handlangern und die teils bombastische Aussicht für einen wiederholten Unterhaltungswert.

Fable 2 Fable 2 Die Missionsgestaltung variiert je nach gestellter Aufgabe und ist durchaus abwechslungsreich ausgefallen. Arbeiten in der Schmiede oder als Holzfäller werden durch kleine Geschicklichkeitstests simuliert, während das Glücksspiel richtige Casino-Atmosphäre offeriert. Der Erfolg wird mit reichlich Gold belohnt, welches nicht nur in Futter und Kleidung, sondern auch Immobilien investiert werden kann. Oftmals müssen aber Botengänge durchgeführt oder gefährliche Aufgaben gemeistert werden. Banditen haben Dorfbewohner entführt, die man befreien soll, Objekte werden vermisst und gelegentlich muss man bestimmte Personen zu irgendwelchen Entscheidungen verhelfen. Da die meisten Miniaufgaben durch kleine Nebengeschichten angereichert wurden und diese für sich schon als Gute-Nacht-Betthupferl dienlich sind, spielen sich die Aufgaben unterhaltsam und abwechslungsreich. Manche späteren Missionen ufern sogar richtig aus und lassen euch für Stunden die eigentliche Handlung vergessen!

Geschickt und treffsicher

Fable 2 Fable 2 Das Aufeinandertreffen mit feindlichen Schergen wird normalerweise gewaltsam in bester Hack'n'Slay-Manier beendet. Dabei greift man auf klassische Methoden der Nahkampftechniken mit Schwert, Axt oder Beil zurück, während der sichere (oder auch feige) Spieler aus der Ferne mit Armbrust, Büchse oder Gewehr die Kontrahenten ins Visier nimmt. Je nach Technik gewinnt man wieder entsprechend Erfahrung, welche abermals in Form leuchtender Kugeln offeriert wird. Diese ist entsprechend der Anwendung unterteilt in Stärke, Können und Willenskraft und kann über das Fertigkeitenmenü ausgegeben werden. Dort erlangt man weitere Kampftechniken wie das parieren und ausweichen von Schlägen, präzisere Schüsse, neue Kettenangriffe sowie körperliche Verbesserungen für Stärke und Gesundheit. Ganz so einfach ist es aber nicht und die Charakterentwicklung eine kostspielige wie auch zeitintensive Sache, die sich aber lohnen wird. Mehr Techniken bedeuten schlussendlich auch, dass der Kampf variantenreicher gestaltet werden kann. Das neue System belohnt auch diejenigen mit entsprechend prozentual erhöhten Erfahrungspunkten, die schnelle, zielsichere und abwechslungsreiche Tötungsakte durchführen. So haut man nicht nur blindlings auf die fiesen Fratzen ein, sondern startet auch mal durchdachte Angriffsmanöver.

Fable 2 Fable 2 Jene, deren Adern mit Heldenblut durchtränkt ist, können ihren Willen auch in Magieformen umleiten und so ihre Kontrahenten mit mächtigen Zauberangriffen überraschen. Die Palette reicht von Feuerbändigern bis hin zu Totenbeschwörern und offeriert hilfreiche wie auch taktisch raffinierte Möglichkeiten. Während für den Kampf mit Schwert und Bogen einfaches Buttonsmashing ausreicht, aber dennoch genügend Tiefgang geboten wird, fällt zaubern kompliziert aus. Fünf mögliche Plätze sind jeweils genau einer Zauberstufe zugeteilt und können mit entsprechenden magischen Angriffen ausgestattet werden. Je nach Dauer der Beschwörung (sprich Dauer des Tastendrucks) wird die jeweilige Stufe entfesselt. Kurzes antippen ermöglicht leichte, aber schnell auszulösende Zauber der Stufe eins, während effektive und äußerst intensive Formen der Stufe fünf ihre Zeit benötigen. Innerhalb dieser ist der Magier aber völlig der Umwelt ausgeliefert und für jeglichen Gegentreffer zu haben! Die Problematik zeigt sich aber nicht nur in der Dauer der Ausführung, ihr könnt jedem Slot auch nur jeweils einen Zauber einer Stufe zuweisen. Erlangt ihr zum Beispiel das Wissen über alle möglichen magischen Fähigkeiten der Stufe eins, so könnt ihr nur einen einzigen Zauber von vielen aktiv anwenden. Erst eine Weiterbildung auf der Stufe zwei ermöglicht die Ausstattung des Helden mit einem weiteren magischen Angriff.

Fable 2 Fable 2 Feuerbälle, die zielgerichtet auf einen Feind abgefeuert werden können oder gar Feuerwände können durchaus effektiv eine Schar von Schurken schädigen, Chaos ist dagegen hilfreich um Gegner zu verwirren und dadurch den Kampf zu vereinfachen, während der Wirbelwind den Helden aus brenzligen Situationen befreit - doch leider ist das Magiesystem nicht durchdacht. Die Anwendung gestaltet sich zu kompliziert und zeigt in der Praxis deutliche Mängel. Prinzipiell ist es durchaus möglich, den Helden nach persönlichen Vorlieben entsprechend in einem Kampfstil zu unterrichten, doch einen reinen Magier wird man wohl kaum auf die Beine stellen können! Es wird immer eine Mischung aus Zauber und Nahkampf werden, da man ansonsten viel zu verletzlich ist und zu wenig Möglichkeiten hat. Als taktische Mittel sind die Zauber aber oftmals sehr dienlich und können bedrängte Recken das Leben retten!

Einige nervige Seiten

Fable 2 Fable 2 Die Zaubermöglichkeiten gehören zu einer kleinen Ansammlung von Ecken und Kanten im Spiel. Unter anderem ist auch die virtuelle Karte, welche stets auf jedes neu entdeckte Gebiet ausgeweitet wird, alles anderes als hilfreich. Eine Legende verrät zwar alle Ziele und Einkaufsmöglichkeiten, doch leider ist die Karte nur per Pausenmenü erreichbar und zu unübersichtlich ausgefallen. Eine Minikarte auf dem Spielbildschirm mit Richtungsanzeigen wäre praktisch, wurde aber durch ein Leitsystem ersetzt. Habt ihr eine Quest im Logbuch ausgewählt, zeigt euch ein gelb schimmernder Streifen den zu gehenden Weg. Dadurch entfällt einerseits die nervige Suche nach Eingängen und Objekten, andererseits bleibt die Erkundung eines unbekannten Gebiets aus. Ebenfalls nervig gestaltet sich das Auswahlmenü per Steuerkreuz. Kontextsensitive und situationsbedingte Interaktionen werden schnell mal übersehen, da man die Symbole kaum erkennt und Ausdrucksmöglichkeiten werden per Zufall bestimmt. Genaue Aktionen müssen umständlich über ein Menü durchgeführt werden, um soziale, höfliche, furchterregende, kokette, oder spaßige Einsätze zu bringen. Es wird gelacht, getanzt, gefurzt, Ohrfeigen ausgeteilt oder eine Frau verführt. Auch um den Hund muss man sich kümmern, welcher wie der Held neue Techniken und Tricks erlernen kann.

Fable 2 Fable 2 Einer der Neuen und lang erwarteten Features konnte im Praxistest ebenfalls nicht überzeugen. Für Fable schon angekündigt, wurde nun im zweiten Teil endlich ein Mehrspielermodus umgesetzt. Jederzeit kann ein Freund ins laufende Spiel einsteigen und als Handlanger Unterstützungshilfe leisten. Wird dabei ein aktiver Xbox Account ausgewählt, werden gewonnenes Gold und die Erfahrung sogar auf den eigenen Helden transferiert. Leider dackelt der Handlanger nur hinterher, hat keine Handlungsbefugnis und kommt lediglich in den Kämpfen aktiv zum Einsatz! Dafür erstarrt die Kamera und bietet oftmals eine denkbar ungünstige Perspektive. Man steht sich also eher im Weg, als dass man sich gegenseitig unterstützt. Das kooperative Spiel wirkt sehr aufgesetzt und irgendwie merkt man deutlich, dass der Titel einfach nicht dafür ausgelegt ist.

Aufgrund von fehlenden Onlinekollegen konnten wir bisher den ganz ähnlich aufgebauten Onlinemodus noch nicht unter die Lupe nehmen. Bis zu 64 Spieler sollen sich "gleichzeitig" in der Welt von Albion aufhalten können, ein jeden sieht man aber nur schemenhaft als leuchtende Kugel. Möchte man mit dem Spieler interagieren, so muss man diesen auswählen und zu sich einladen, oder kann entsprechend Gegenstände tauschen. Aber auch online wird der Partner nur die Rolle des Handlangers übernehmen, dürfte also genauso wenig Freiheiten erhalten, wie im lokalen Spiel!

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk