Test zu Felix the Reaper: Ein charmanter Puzzle-Tanz voller Licht- und Schattenseiten

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Test zu Felix the Reaper: Ein charmanter Puzzle-Tanz voller Licht- und Schattenseiten
Quelle: Daedalic Entertainment

In Felix the Reaper geht es um den Tod, das Leben und dessen bedeutendsten Inhalt: die Liebe. Das romantische Puzzle-Game möchte mit einem charmanten Low-Poly-Look, fordernden Rätseln und einer morbiden Handlung überzeugen. Ob es dem Puzzlespiel gelingt, Spielerherzen höherschlagen zu lassen, klären wir in unserem Test.

Entwickler Kong Orange und Publisher Daedalic Entertainment möchten mit Felix the Reaper (jetzt kaufen / 8,49 € ) eine "romantische Komödie über das Leben des Todes" erzählen. Die Handlung konzentriert sich auf Sensenmann Felix, der so gar nicht dem Klischee des gruseligen leibhaftigen Todes entspricht: Ihm fehlt es auffällig an der furchteinflößenden Erscheinung, die man von einem Sensenmann erwartet. Felix arbeitet für das Ministerium des Todes. Bereits zu Beginn unseres Abenteuers erklärt uns der sympathische Erzähler, der zusätzlich als Auftraggeber fungiert, dass Felix einfach nicht so richtig ins Bild passen will.

Kollegen finden sein Verhalten eigenartig und viele der Eigenschaften, die der pummelige Sensenmann mit sich bringt, beißen sich auffällig mit seiner Berufswahl. Aber was unterscheidet Felix so von seinen Kollegen?

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Wo die Liebe hinfällt

Eines ist besonders an Felix: Er ist verliebt. Seine Liebe gilt in erster Linie der Musik, wodurch es ihm einfach nicht möglich ist, auch nur für eine Sekunde die Beinchen still zu halten. Tatsächlich rennt er stets mit Walkman in der Tasche und Kopfhörern in den Ohren durch die Gegend - putzig! Die Musik unterstreicht somit nicht nur das Geschehen am Bildschirm, nein, Felix schwingt seinen Moppelkörper stets passend zum Beat. Die Tanzmoves des Protagonisten sind eine der großen Stärken des Puzzle-Games. Eingetanzt wurden diese übrigens von professionellen Tänzern!

Liebe ist sehr subjektiv. Für manche dürfte die liebe Betty wenig anziehend sein, für andere Perfektion geformt in Haut und Knochen. Quelle: PC Games Liebe ist sehr subjektiv. Für manche dürfte die liebe Betty wenig anziehend sein, für andere Perfektion geformt in Haut und Knochen. Felix' Liebe geht aber noch viel weiter. So weit, dass sie sogar die Welt der Lebenden erreicht. Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit ist Betty, die, wie es der Zufall so will, im Ministerium des Lebens arbeitet. Felix ist durch und durch Romantiker. Zwischen Dokumenten mit seinen Aufträgen findet sich das ein oder andere Liebesgedicht und sein Job als Außendienst-Sensenmann ermöglicht es ihm, die Welt der Lebenden zu bereisen. Vielleicht ergibt sich dadurch ja die eine lebensverändernde Chance, nach der sich unser Protagonist so sehr sehnt: Er möchte seiner Traumfrau Betty, begegnen. Wie die Geschichte rund um Felix und Betty endet, halten wir natürlich aus Spoiler-Gründen bewusst zurück.

Das Abenteuer punktet auf jeden Fall mit viel schwarzem Humor, einer gekonnten Erzählweise und irrwitzigen Charakteren. Dadurch ergibt sich ein einzigartiger Charme. Die fünf Kapitel erzählen eine ansprechende, zusammenhängende Geschichte, zudem gibt's in den verschiedenen Abschnitten wiederum kleine, größtenteils für sich stehende Erzählungen. Die kurzen Zwischensequenzen, die zu Beginn und Ende der Missionen gezeigt werden, gefallen gut und transportieren gekonnt den einzigartigen Stil des makabren Meucheltrips.

Bühne frei!

Felix the Reaper punktet mit schwarzem Humor und irrwitzigen Geschichten, die alle gleich enden: mit dem Tod. Quelle: Daedalic Entertainment Felix the Reaper punktet mit schwarzem Humor und irrwitzigen Geschichten, die alle gleich enden: mit dem Tod. Wie bereits erwähnt ist Felix Sensenmann. In seiner Gestalt tanzen wir über ein schachbrettartiges Spielfeld, mit dem Ziel, einem bestimmten Lebewesen auf blutige und abstruse Weise die Lichter auszuknipsen. Während unseres Auftrags schreitet die Zeit nicht voran und wir können die Umgebung manipulieren und Gegenstände positionieren, um unsere Mission zu erfüllen. Die Kernmechanik der Rätsel ist das Manipulieren von Licht und Schatten. Felix ist kein Freund vom Sonnenlicht und so erlaubt uns der 3D-Puzzler das Überqueren von Feldern nur, falls sich diese im Schatten befinden. In den über 20 Levels müssen wir diverse Objekte wie Kisten oder Fässer neu positionieren, um so neue Bereiche der Spielfelder für uns begehbar zu machen. Ebenfalls hilft uns das Verstellen des Lichteinfalls. Die Sonne strahlt aus zwei verschiedenen 90-Grad-Winkeln, zwischen denen wir frei wechseln können. Auf dem Papier ergibt sich aus diesen Gameplay-Elementen ein kurzweiliger Knobelspaß. In der Praxis ergeben sich aber einige Probleme.

Eine Frage der Perspektive

Zuallererst ist da die nervraubende Kamera, die sich wie ein pubertierender Zwölfjähriger aus Prinzip weigert, das zu tun, was wir von ihr wollen, zumindest mit dem Gamepad in der von uns gespielten Konsolenversion. Der rechte Stick lässt uns Kamera und Zoom gleichzeitig kontrollieren. Das führt leider viel zu häufig unfreiwillig zu Perspektiven, die keinerlei Überblick über das Spielgeschehen erlauben. Mal zoomen wir ungewollt in Felix Gesicht, an anderer Stelle sehen wir einfach nicht die wichtigen Bereiche des Spielfelds. Dazu kommen Levels, die zwar oft gut designt sind. Manchmal ist aber schwer nachzuvollziehen, was von uns verlangt wird und der Lösungsprozess läuft auf Trial & Error hinaus. Das befriedigende Gefühl, eine Kopfnuss verstanden und selbstständig gelöst zu haben, ergibt sich dadurch nicht. Steckt man einmal endgültig bei einem Rätsel fest und weiß nicht weiter, dann kann man auf Wunsch auf unterstützende Tipps zurückgreifen. Diese sind aber nicht immer hilfreich, da der Lösungsweg zu diffus und unvollständig nachgezeichnet wird.

In Sachen Umfang gibt es dafür keinen Grund zu nörgeln. Zusätzlich zu den Missionen, die einen ungefähr vier bis sechs Stunden beschäftigen, lassen sich Hardcore-Varianten der Levels freischalten. Dann verlangen einem die Aufgaben durch zusätzliche Vorgaben wie eine begrenzte Menge an Aktionen und drastischere Konsequenzen bei Fehlern noch mehr ab. Zwar erwarten uns auch in den normalen Missionen diverse Herausforderungen, dort sind sie aber rein optional. Zusätzlich lassen sich mit sogenannten Skull-Achievements weitere Zeit-Herausforderungen freischalten.
Die Bewegungen und Moves von Felix wurden von professionellen Tänzern eingetanzt. Das merkt man!  Quelle: Daedalic Entertainment Die Bewegungen und Moves von Felix wurden von professionellen Tänzern eingetanzt. Das merkt man! 

Gemixte Gefühle

Musikalisch bietet Felix' Walkman zwar einen Mix aus vielen Genres. Das Verlangen, die Hüften zu schwingen, verspürten zumindest wir jedoch selten. Die Stücke passen zwar gut zum Gesamtbild, sind aber nicht so eingängig, wie man es angesichts ihrer Präsenz in der Geschichte erwarten würde. Hauptsächlich lauschen wir Electro-Sounds. Sehr gut gefällt, dass es zu jedem Song und Musiker eine Beschreibung mit interessanten Infos gibt. Ebenfalls spannend sind die kleinen Hintergrundgeschichten zu den Charakteren, die wir in unseren Auftragsdokumenten nachlesen können. Diese helfen dabei, noch weiter in Felix' abstruse Welt einzutauchen. Auch der Erzähler, der als einzige Figur zu Wort kommt, macht einen tollen Job - kein Wunder, seinen Part übernimmt Sir Patrick Stewart! Auf eine deutsche Sprachausgabe wurde dafür wohl auch wegen dieser Starpower verzichtet.

Ein Spiel zwischen Licht und Schatten

Zwar kann Felix the Reaper nicht vollkommen überzeugen und kommt mit einigen Schwächen daher, gerade die Inszenierung und die Charaktere gefallen aber. Quelle: Daedalic Entertainment Zwar kann Felix the Reaper nicht vollkommen überzeugen und kommt mit einigen Schwächen daher, gerade die Inszenierung und die Charaktere gefallen aber. Felix the Reaper ist kein schlechtes Spiel. Es ist phasenweise sehr knifflig, verlangt viel Hirnschmalz und räumliche Vorstellungskraft und bietet dank der zusätzlichen Herausforderungen einen hohen Wiederspielwert. So wie die Rätsel bietet aber auch der Knobler im Ganzen Licht und Schatten. Die Rätsel sind zu oft frustrierend gestaltet und werden der liebenswürdigen Inszenierung nicht immer gerecht. Die ist so speziell, irrwitzig und gekonnt morbide, dass man alleine schon ihretwegen Felix the Reaper eine Chance geben kann. Das Spiel ist seit dem 17. Oktober 2019 für PC, PS4, Xbox One und Nintendo Switch erhältlich.

Meinung & Wertung

Wertung zu Felix The Reaper (PC)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Felix The Reaper (PS4)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Felix The Reaper (NSW)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Felix The Reaper (XBO)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Charmanter ProtagonistViel Liebe im DetailLustige und morbide HandlungIrrwitzige TodesszenenTolle zusätzliche Dokumente und BriefeSchön choreografierte TanzmovesMit Sir Patrick Stewart als Sprecher tolle StarbesetzungSolider Soundtrack mit interessanten Infos zu den KomponistenAttraktiver Low-Poly-LookSchön gestaltete LevelsViel Umfang für ein Indie-PuzzlespielHoher Wiederspielwert
Enorm nervige KameraEinige Rätselpassagen gestalten sich frustrierendZu oft fühlt man sich als Spieler allein gelassenAb und an unlogische AufgabenstellungenTeilweise verwirrende HilfefunktionPhasenweise Trial&Error-Prinzip
Fazit

Charmantes Rätselspiel mit vielen Stärken, aber ebenso störenden Schwächen

Meinung

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