Final Fantasy XI im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Schwaches Gameplay und altbackene Technik: Lest in unserem Test, warum ihr euch den Kauf dieses Spiels sparen könnt.

Aller Anfang ist schwer

Final Fantasy XI Final Fantasy XI Die Wahl des Servers obliegt dem Zufall, leider könnt ihr dadurch nur mit etwas Glück zusammen mit Freunden herumziehen (später ist unter Umständen eine Wahl möglich). Generell wollte man Spieler aus aller Welt vereinen. Gut gemeint, der Schuss geht aber nach hinten los: Eine Suche nach Mitspielern wird ziemlich mühevoll, wenn die eine Hälfte schläft und die andere beim Arbeiten ist. Drei Anfangsstädte stehen euch zu Beginn zur Verfügung, welche auch nicht auf Rassen oder Klassen beschränkt sind: San Doria liegt im hohen Norden und bietet eine stark befestigte Stadt, den Duft von frischen Blumen erlebt man dagegen in Windurst, einer von den Tarutaru gegründeten Metropole im Wald. Staubig und sandig dagegen ist die Umgebung von der Republik Bastok. Passend dazu gibt es noch einen neutralen Bezirk namens Jeuno, welcher mit einem erfahrenen Charakter später ebenfalls bereist werden kann. Die komplette Welt Vana'diels wird durch über 50 einzelne Regionen zu einem großen Kontinent zusammengefügt, welche im Verlaufe des Abenteuers nach und nach zugänglich werden.

Final Fantasy XI Final Fantasy XI Egal wo ihr startet, nirgends werdet ihr euch im ersten Moment wohl fühlen. Die großflächig erbauten Städte bieten viel Freiraum, aber nur wenige Details zieren die Marktplätze wie auch Gassen. Endlose Laufwege und die geringe Anzahl an menschlichen Mitspielern übermittelt das Gefühl einer zu weitläufig angelegten Spielwelt. Mit dem ersten Besuch kommt ihr euch vollkommen verlassen vor, was aber auch auf die Einführung zutrifft. Die Konversationen mit einem NPC ("Non-Player-Charakter") in englischer Textsprache ergeben meist nur wenig Sinn, einige wenige Bewohner vermitteln aber immerhin Tricks und Kniffe zum Gameplay. Anfänger dürften aufgrund des fehlenden Tutorials einen bitteren Einstieg haben und bekommen nicht einmal Hilfe in Form der Spielanleitung. Wieder einmal zieht der Konsolenspieler den Kürzern und muss sich mit einer von 80 auf 20 Seiten abgespeckten Druckversion zufrieden geben. Dass hier wichtige Informationen und Tipps bezüglich des Gameplays unwiderruflich verloren gingen, dürfte bei dieser Komprimierungsrate klar sein. Einige Spielelemente und fast gar überlebenswichtige Aufgaben erfährt man nur noch nebenbei - manchmal ohne Hilfe von Außenstehenden überhaupt nicht!

Wo bekomme ich Quests?

Final Fantasy XI Final Fantasy XI Nach einigen Stunden kommt die Frage auf, worin der Sinn der ganzen Sache besteht: Man irrt durch die Stadt, hat vielleicht schon einige Gegner über den Jordan geschickt und die ersten Levelaufstiege hinter sich, nur richtige Quests bleiben bis dahin aus. Der Grund hierfür ist ganz offensichtlich: Während andere MMORPGs versuchen, wichtige Personen auf irgendeine Weise optisch hervorzuheben, werdet ihr in "Final Fantasy XI" aufgrund fehlender Hinweise sehr viel Zeit in die Suche nach ihnen investieren müssen. Nur wer stur jeden NPC im Spiel anschwafelt, wird plötzlich und ohne eine eingehende Meldung im Questbuch Aufträge vorfinden, welche leider oft unzureichende Informationen mit sich bringen. Diese Aufgaben unterteilen sich in zwei unterschiedliche Arten: Zum einen gibt es storybasierte Missionen, zum anderen normale Quests.

Final Fantasy XI Final Fantasy XI Die etwa 30 vorhandenen Missionen sorgen für einen reibungslosen Ablauf der Story, welche sich wie ein roter Faden durch das Spiel zieht. Während erfolgreiches Abschließen einer Mission den Rang steigert, sorgen über 250 Nebenaufgaben ("Quests") für Ehre und Rum, sowie gefüllte Rucksäcke und Kassen. Die Quests erhält man von den normalen Bewohnern, welche euch als Dienstboten missbrauchen oder aber bestimmte Gegenstände haben wollen, welche nur in den von feindlichem Getier besiedelten Regionen zu finden sind. Manche Aufgaben werden zugleich auch den Spielumfang erweitern, z. B. könnt ihr dann einen Chocobo reiten oder endlich einen Nebenjob annehmen. Ein großes Manko begleitet den Helden kompromisslos bei jeder Aufgabe: Weder durch die Gespräche, noch als Angabe im Logbuch findet ihr irgendwelche Hinweise darauf, wie mühevoll das Erledigen der Quests sein wird! Nicht selten scheitert der Versuch im Ableben des virtuellen Ebenbildes, weil das Zielgebiet der Quest für den eigenen Charakter noch mit viel zu starken Gegner bevölkert ist. Langweiliges Aufwerten der Attribute steht somit an der Tagesordnung und sorgt für einen gähnend eintönigen Spielablauf.

Das Kampfsystem

Final Fantasy XI Final Fantasy XI Nicht selten führt euch der Weg durch die Stadttore hindurch in das von Feinden besiedelte Gebiet. Auch wenn ihr den staubigen Straßen folgt und euch vollkommen verlassen vorkommt - früher oder später werden die ersten feindlich gesinnten Viecher euren Weg kreuzen. Aggressiv erweist sich das Getier zu Beginn nicht, später wollen diese aber durchaus euren Tod sehen und greifen sofort an. An eine Flucht braucht ihr nicht denken, die Feinde werden euch unermüdlich verfolgen - es sei denn, ihr bittet andere Mitspieler um Hilfe. Wie alles in diesem Spiel, müsst ihr den gewünschten Gegner zuerst anvisieren, was teils recht umständlich von der Hand geht. Das Spiel wechselt aus dem normalen Modus in den "Ready-Mode", die Vorbereitungen auf einen Kampf sind dann am Laufen. Greift ihr das Gesindel schließlich an, startet der "Battle-Modus" und ihr könnt zuschauen, wie sich beiden Parteien beackern.

Final Fantasy XI Final Fantasy XI Die für "Final Fantasy" typischen Kampfmenüs werden mit Echtzeitkämpfen verbunden. Ihr könnt ganz normal mit dem Helden laufen, müsst Aktionen aber über ausgewählte Menüoptionen starten. Vor dem Angriff solltet ihr den Gegner checken und damit in Erfahrung bringen, wie stark er ist - leider wird dies nur unzureichend in Textform angegeben. Nach dem Einleiten des Kampfes, beackert eure Figur automatisch seinen Kontrahenten ("Auto-Attack"). Über die ziemlich verschachtelten Menüs habt ihr aber jederzeit die Möglichkeit diverse Zauber, Spezialmanöver oder auch Items einzusetzen. Vor allem die Magier unter euch werden sehr viel für die richtigen Zauber und Effekte hantieren müssen, aber auch der Krieger hat ab und an etwas zu tun. Je nach Klasse bzw. Rang, Nutzung der Waffen sowie Elementen erlernt der Held neue Spezialmanöver, welche mit einer voll aufgeladenen Leiste an Taktikpunkten eingesetzt werden können. Tödliche Stöße und ein Held in Rage sind nur wenige Beispiele, die einem hier das Leben retten können.

Final Fantasy XI Final Fantasy XI Zauber und Spezialmanöver werden ein Grafikfeuerwerk abbrennen, aber auch einen taktischen Vorteil mit sich bringen. Gemeinsam mit weiteren Spielern können Zauber ähnlich dem "Final Fantasy Crystal Chronicles" kombiniert werden - ein gutes Timing und die richtige Kombinationsgabe sind natürlich gefragt, klappt aber alles, werden die Feinde definitiv den kürzeren ziehen. Die Zusammenarbeit wird netterweise durch erhöhten Erfahrungsgewinn für alle Beteiligten belohnt. Generell ist der Ausflug in die Spielwelt stark auf Teamplay ausgelegt, Einzelkämpfer werden recht schnell an ihre Grenzen stoßen und kommen nur noch sehr mühevoll voran. Daher solltet ihr die Suchfunktionen für Partymitglieder studieren, mit deren Hilfe zuverlässig einige Mitstreiter auffindbar sind. Leider sehen andere Spieler mache Jobklassen oder Kombinationen nicht gern, so dass ihr euch mit einer falschen Wahl weit ins Abseits stellt und stundenlang nicht beachtet werdet.

Final Fantasy XI Final Fantasy XI In Schlachten erworbene Gegenstände werden automatisch dem Inventar hinzugefügt. Eine solch üppige Auswahl wie in "World of Warcraft" solltet ihr aber nicht erwarten: Nur selten hinterlassen Gegner irgendwelche Items und von Glück kann man reden, wenn dies Rüstungen sind. Nur wer mit anderen Spielern gefährliche Regionen besucht oder gar Bosskämpfe bestreitet, erhält entsprechend seltene und gute Gegenstände. "Final Fantasy XI" leidet generell an Geld- wie auch Itemmangel, der Vorrat ist total unausgeglichen und erschwert unverdient den Einstieg und die Motivation. Ein simples Heilmittel kostet ein Vermögen, welches meist erst nach stundenlanger Spielzeit angehäuft wird, so dass man doch lieber vergiftet die Welt durchstreift und einen Erfahrungspunkte kostenden Tod in Kauf nimmt.

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