Schwaches Gameplay und altbackene Technik: Lest in unserem Test, warum ihr euch den Kauf dieses Spiels sparen könnt.
Lobenswert: Die Steuerung
Final Fantasy XI
Eines stellt dieses Spiel aber durchaus positiv unter Beweis: Ein MMORPG kann auch mit einem Controller optimal gesteuert werden. Das etwas andersartige Menükampfsystem macht dies möglich, da sich die Eingabemöglichkeiten auf ein Minimum reduzieren. In Kauf nimmt man dafür ziemlich verschachtelte Menüs, da ein Kampf aber gemächlich abläuft und man Zeit zum Überlegen bekommt, fällt dies nicht weiter ins Gewicht. In Sachen Kommunikation mit anderen Spielern wäre eine USB-Tastatur aber durchaus zu empfehlen. Bis auf der virtuellen Tastatur mit dem normalen Controller ein Satz getippt wurde, ist der Kampf meist schon vorbei - ein für alle Konsolen aber durchaus bekanntes Problem. Über Xbox Live und mittels eines Headsets wäre eine sprachliche Kommunikation zwar möglich, da in den seltensten Fällen aber Freunde mit von der Party sein werden, fällt diese Art der Konversation flach.
Final Fantasy XI
Etwas komplizierter wird es, wenn so genannte Makros eingebunden werden: Damit könnt ihr individuelle Befehlsketten programmieren, welche mit einem einfachen Handgriff schnell ausgelöst werden. Das einfachste Beispiel wäre einen Hallo-Text, welcher per Knopfdruck erscheint. Sinnvoller ist der Einsatz in Kämpfen, wo durch ein Makro z. B. alle Partymitglieder auf einen bevorstehenden Zauber oder eine Attacke hingewiesen werden, anschließend führt euer Charakter den programmierten Angriff automatisiert aus. Grund hierfür wäre z. B., dass ein Magier in diesem Moment nicht jeglichen Zauber auf den Feind legen darf, da ansonsten die Attacke fehlschlagen könnte. Die programmierten Makros werden in eine von zwei Paletten abgelegt, welche mit den Schultertasten aufgerufen werden. Man muss sich dann zwar immer noch durch die Anzahl an eingestellten Makros arbeiten, hat aber dennoch eine recht intuitive Anwahl dieser.
Die technische Präsentation
Final Fantasy XI
"Final Fantasy XI Online" erblickte erstmals im Jahre 2002 das Licht der Spielerwelt, damals noch für die Playstation 2 und kurz darauf auch für den PC - seit diesen Tagen hat sich nicht mehr viel getan und von daher werdet ihr mit einer altertümlich anmutenden Optik abgespeist. Es grenzt nahezu an Frechheit, ein solches Machwerk für eine Next-Gen Konsole abzuliefern, auch in Zeiten eines "Oblivion", welches die Maßstäbe für Rollenspiele ziemlich hoch gesetzt hat. Zwar hinkt der Vergleich mit einem für den Solisten ausgelegten Offline-RPG, Verbesserungen im Detail und eine deutlich hübschere Grafik im Gegensatz zur Umsetzung für den PC kann man aber dennoch erwarten!
Final Fantasy XI
Es erfordert durchaus Rechenleistung, eine große Welt für viele Spieler gleichzeitig am Laufen zu halten - womit andere Titel dieser Art wie "World of Warcraft" ebenfalls zu kämpfen haben. Im Gegensatz zum zuletzt genannten Online-Rollenspiel versprüht die Welt von Vana'diel aber weder Charme, noch kann sie mit derartig liebevollen Details aufwarten. Es gibt durchaus beeindruckende Gegenden wie den Dschungel, doch die weitläufigen Regionen um die Anfangsgebiete herum fallen sehr karg und lieblos aus. Wenige Details erfreuen das Zockerherz, vielmehr trüben technische Probleme den Eindruck: Grafikfehler, starke Einbrüche in der Framerate, ein verzogenes Bild beim Drehen der Blickrichtung und ein ständiger Grafikaufbau durch aufpoppende Objekte zeugen nicht gerade von einer rühmlichen Programmierarbeit. Dazu gesellen sich verwaschene und für diese Generation schlichtweg nicht mehr zeitgemäße Texturen. Ein NextGen-Spielgefühl kommt bei diesem Titel definitiv nicht auf.
Die Soundkulisse kann man gerade noch durchgehen lassen. Leise und kaum wahrnehmbare Musikstücke umspielen unsere Ohren, während vor allem Kampfgeräusche das Geschehen beleben - dank Dolby Digital können die Kämpfe anderer Mitspieler genau geortet werden. Ansonsten erinnern einige Geräusche und Melodien an vergangene Zeiten diverser Soloabenteuer von "Final Fantasy" wie z. B. die berühme Melodie beim Erreichen einer neuen Stufe. Die Soundkulisse reicht aber nicht an die Qualitäten vergangener Tagen heran, wo Musikstücke dieser Spielserie noch Geschichte geschrieben haben. Ziemlich unschön erweisen sich zusätzliche Soundprobleme, welche sich in Knacken und Streamingfehlern äußeren.
