Final Fantasy 13 im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Das modernisierte Gameplay sorgt für reichlich Zündstoff unter den Fans, das audiovisuelle Popcorn-Kino liefert aber definitiv den Kaufgrund!

Die "vorsichtige" Sanierung eines Fachwerks

Final Fantasy 13 Final Fantasy 13 Dank des Filmregisseurs von "Final Fantasy VII Advent Children" und dem mitreißenden Soundtrack des Komponisten Masashi Hamauzu (FF X, Dirge of Cerberus) erleben die Spieler Popcorn-Kino par excellence! Zwar werden wohlbekannte Klänge von Nobu Uematsu vermisst, doch ohne sich zwanghaft einer alteingesessenen Prägungen zu fügen, lies Hamauzu-San seiner Kreativität freien Lauf und untermauert jede Gelegenheit mit den passenden unterschiedlichen Klängen aus der klassischen Fachschaft, genauso wie der modernen Kunst des Rock & Pop. Zusammen mit dem mehr als rasanten Schnitt der oftmals sehr actionreichen, bisweilen aber auch regelrecht emotionsgeladenen Szenen formiert sich eine halsbrecherische Achterbahnfahrt, welche weder den sechs Helden, noch dem Spieler vor dem TV-Gerät allzu viel Gelegenheiten für Verschnaufpausen lässt. Audiovisuell gehört "Final Fantasy XIII" nicht nur zur Elite des High-Definition-Gamings, SquareEnix setzt mit ihren brillanten CGI-Sequenzen, unglaublich detaillierten Charakteren (sowohl in den Videos als auch im Spiel), einer nahezu perfekten und lippensynchronen englischen Sprachausgabe und einer bis in den letzten Winkel ausgearbeiteten sowie im Detail abwechslungsreichen Welt Maßstäbe, woran zahlreiche zukünftige Produktionen vor allem anderer Entwickler sicherlich trotz aller Mühen scheitern werden.

Unter der mit zahlreichen Spezialeffekten aufpolierten Schicht fürs verwöhnte Auge steckt auf dem ersten Blick aber wesentlich weniger RPG, als es so manchem beliebt. Ähnlich der imposant inszenierten Story, welche sich alle paar Minuten buchstäblich ins Gedächtnis einbrennt, verläuft der allgemeine Ablauf der ersten beiden Drittel des Spiels. Dank stark eingeschränkter Abschnitte, so genannter Schlauchlevels, verlieren sich die Helden nur kaum und streben schnurstracks dem auf der Karte auch optimal per orangefarbenen Pfeil markierten Ziel - stets ein neuerliches Event mit reichlich Gelaber - entgegen. Da gibt es kein Entkommen, nur sporadische Sackgassen mit wohlgemerkt oftmals nützlichen Accessoires, aber auch starken Gegnern und keinerlei Möglichkeiten eines gepflegten Smalltalks mit NPC'lern. Bisweilen durchwandert die Gruppe bevölkerte Landstriche und Vergnügungsparks, gezielter Austausch an Neuigkeiten wird aber genauso unterbunden, wie der gepflegte Handel mit diversen Shopinhabern. Wer Phönixfedern oder sonstige altbekannte Objekte benötigt, frischt das Inventar an großzügig verteilten Speicherpunkten auf.

Final Fantasy 13 Final Fantasy 13 Die angepriesenen Preise in den post-modernen Händlerregalen erschrecken und vom mühselig zusammengerafften Inhalt des Rucksacks trennt man sich ja schließlich nur ungern - wer weiß, für was die maroden Klamotten oder Steinchen später noch nützlich sind. Der Kostenpunkt ist die eine Sache, die Charakter-Entwicklung eine ganz andere. Die Zeiten des mühseligen Verteilens von Punkten auf einzelnen Attributen sind mit der neuesten Generalüberholung des J-RPGs endgültig passé. Jede Spielfigur, sei es nun Snow, Hope, Lightning oder eine der drei weiteren Charaktere, entwickelt sich parallel zur präsentierten Geschichte und erlernt dadurch neue Fähigkeiten. Vom Weichei zum zähen Brocken, ohne dabei ein Bangen bezüglich unwiderruflicher Entscheidungsfehler aufkeimen zu lassen. Puristen werden den Dreizehner dafür sicherlich verteufeln - zu früh, für unseren Geschmack! Casual-Gaming hält in gewissen Maßen sicherlich Einzug in anspruchsvolle Genres wie dem Rollenspiel, doch SquareEnix setzt mit "Final Fantasy XIII" auf andere Akzente!

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