Das modernisierte Gameplay sorgt für reichlich Zündstoff unter den Fans, das audiovisuelle Popcorn-Kino liefert aber definitiv den Kaufgrund!
Verspäteter Sinneswandel
Final Fantasy 13
Alles, was "Final Fantasy XIII" in den ersten 20-30 Spielstunden ausmacht, ist eine packende und audiovisuell hervorragend präsentierte Geschichte sowie ein Kampfsystem, welches zugleich klassisch wie auch völlig neu und super geschmeidig daher kommt. Beides steht im Einklang mit dem extrem hohen Spieltempo, welches über weite Strecken des umfangreichen Abenteuers hinweg zelebriert wird. Doch nach etwa 2/3 des Abenteuers, besser gesagt im Kapitel 11, offenbart sich die wahre Pracht des Meisterwerks, welches sich auf die Wurzeln der Serie zurück besinnt. Die illustere Truppe taucht in Idylle einer fast gar prähistorisch anmutenden Gegenwelt zu Cocoon ein und darf erstmals in der ungezähmten Wildnis der Archylte-Steppe von Grand Pulse dem Forscherdrang freien Lauf lassen. Während bis dato schmale Pfade den Weg einengten, das Ziel stets vor Augen lag und eine Welt quasi über den Eingang betreten und einem offensichtlichen Ausgang verlassen wurde, bieten sich plötzlich Gelegenheiten abseits der Haupthandlung um interessante Pfade und Wege zu erkunden und neue Herausforderungen anzunehmen.
Final Fantasy 13
Da die Gebiete vollgestopft mit mächtigen und immer wieder nachwachsenden Gegnern sind, dürften endlich auch alle Fans der gesunden Charakterentwicklung ihren Seelenfrieden finden. Zwar gibt es nach wie vor nur das Kristarium zur weiteren Verfeinerung der speziellen Fähigkeiten, doch deren mächtigsten Ebenen wollen ordentliche spielerische Erfahrung sehen. Weitere Leckerbissen in Form versteckten Ebenen, diversen Abschnitten, die erst nach dem zweiten Besuch Zutritt gewähren, sowie zahlreichen zusätzlichen Bossgegnern halten bis über das Hauptspiel hinaus bei Laune. Wie üblich dürften so manche Obermuftis fast jeden Spieler ins Schwitzen bringen - Gute Strategien sowie Taktiken und die perfekte Anwendung des hoch klassifizierten Kampfsystem sind hier eine Voraussetzung für einen erfolgreichen Sieg. Die zusätzlichen über 50 Missionen der Cie'th Statuen, welche zum Teil erst mit einer voll entwickelten Truppe zu bewältigen sind, sorgen nochmals für viele, viele Stunden Spielspaß. Das dreizehnte Abenteuer findet mit dem Abspann definitiv keinen entgültigen Abschluss, nein, wer hier noch mehr raus holen will (dank Achievements besteht auch die Motivation) wird sich noch viele Tage bis gar Wochen um Snow, Hope, Lightning und Co. kümmern!
Xbox 360 vs. Playstation 3
Quelle: Square Enix
Final Fantasy 13
Kommen wir nun zum letzten und wohl auch heikelstem Thema, dem Kampf der "Geschlechter"! Ob wir von Glück reden können, dass wir eine Xbox 360 Fassung des fantastischen Rollenspiel-Meisterwerks in den Händen halten dürfen, ist sicherlich abhängig von der Sicht des jeweiligen Einzelnen. Nicht nur vorab kam Unmut und Gejammer auf, dass ein einstig zugkräftiges Exklusivabenteuer buchstäblich fremd geht und zum ersten Mal in der Geschichte der traditionsreichen "Final Fantasy" Serie zeitgleich auf zwei unterschiedlichen Plattformen erscheint - zumindest außerhalb des Land der aufgehenden Sonne! Regelrecht unverschämt wird das Portfolio des Konkurrenten bereichert, doch aus der Sicht von SquareEnix eine durchaus nachvollziehbare Entscheidung. Immerhin verspricht die gesunde Userbasis einer weiteren Konsole einen enormen Zugewinn an Einnahmen, zusätzlich zu den vorab geplanten. Sicherlich spielen auch die enormen Kosten einer derart gewagten Spielproduktion eine Rolle für eine solche Entscheidung!
Wir haben nun die Qual der Wahl, eine Entscheidung kann aber zumindest mit Hilfe der Lupe schnell gefunden werden. Abgesehen von einer eher marginal ärgerlichen Aufteilung des Plots auf ganze drei Discs, im Gegensatz zu einer einzigen Blu-Ray, helfen die grafischen Muskeln der Playstation 3 bezüglich einer Entscheidung. Sowohl die Videosequenzen als auch die In-Game Grafik wirkt - wirklich ersichtlich aber wirklich nur im direkten Vergleich beider Varianten - schärfer, kontrastreicher und schlicht gesagt einen Tick angenehmer als auf der Xbox 360. Grund hierfür sind vor allem die komprimierten Videosequenzen und die zwar nicht direkt ersichtliche, aber merkliche eingeschränkte Auflösung der Grafiken. Kleine technische Macken finden sich aber auf beiden Systemen: Einige Abschnitte neigen zum Schluckauf und auch Kantenbildung ist hin und wieder ersichtlich, insgesamt können all diese Dinge aber nichts den Grundfesten der opulenten Kinounterhaltung entgegen wirken. "Final Fantasy XIII" ist und bleibt ein audiovisuelles Feuerwerk der Superlative!
