Final Fantasy 7 Revelation: Das neue W.E.A.R.-System klingt spannend, aber riskant

Special Tanja Barth
Final Fantasy 7 Revelation: Das neue W.E.A.R.-System klingt spannend, aber riskant
Quelle: Square Enix

Mit W.E.A.R. bekommt Final Fantasy 7 Revelation ein neues Job-System, das direkt an die Outfits der Helden gekoppelt ist. Das klingt spannend, wirft aber auch die Frage auf: Wird es die Kämpfe bereichern oder ist es zu viel des Guten?

Wir haben mit Hamaguchi, dem Director der FF7-Remake-Saga, auch über eines der spannendsten neuen Gameplay-Features in Final Fantasy 7 Revelation gesprochen: das sogenannte W.E.A.R.-System. Der Name beschreibt im Grunde ein neues Job-System, das eng mit den Outfits der Helden verbunden ist.

Heißt: Cloud, Tifa und Co. bekommen in Final Fantasy 7 Revelation nicht einfach nur neue Klamotten. Je nach Outfit schlüpfen sie auch in klassische Final-Fantasy-Jobs, die eigene Rollen, Fähigkeiten und Spielstile mitbringen.

W.E.A.R. im Detail

Für alle, die mit dem System noch nicht vertraut sind: Mit W.E.A.R. verändert ihr den Kampfstil der Charaktere, indem ihr verschiedene Outfits ausrüstet. Diese schalten besondere Fähigkeiten frei und erweitern eure taktischen Möglichkeiten im Kampf.

Die Idee klingt spannend, aber sie ist auch nicht ganz ohne Risiko. Schließlich gehört das Materia-System seit jeher zum Herzen von Final Fantasy 7. Schon damit lassen sich Charaktere sehr flexibel anpassen. Wenn jetzt noch Jobs dazukommen, könnte das Kampfsystem schnell überladen wirken.

Die Kämpfe der FF7-Remake-Saga sind ohnehin schon spektakulär. Da stellt sich natürlich die Frage: Braucht es W.E.A.R. wirklich noch obendrauf? Quelle: Square Enix Die Kämpfe der FF7-Remake-Saga sind ohnehin schon spektakulär. Da stellt sich natürlich die Frage: Braucht es W.E.A.R. wirklich noch obendrauf? Genau diese Sorge gibt es auch in der Community. Viele Fans fragen sich, ob die Kombination aus Materia und Jobs das Spiel nicht unnötig kompliziert macht. Deshalb muss W.E.A.R. einen echten Mehrwert bieten und darf sich nicht wie ein weiteres System anfühlen, das einfach nur obendrauf gepackt wurde.

Mehr Tiefe statt mehr Ballast

Auch wir haben Hamaguchi auf die Sorge angesprochen, dass W.E.A.R. das Kampfsystem zu komplex machen könnte. Er wollte den Fans diese Sorge nehmen und erklärte, warum das neue Feature mehr sein soll als nur eine weitere Mechanik. Er meinte, dass W.E.A.R. dem Spiel und vor allem den Kämpfen mehr Tiefe geben soll. Spieler sollen ihre Lieblingshelden nicht nur optisch verändern können, sondern sie auch spielerisch noch stärker nach den eigenen Vorlieben formen.

Cloud muss also nicht immer nur der klassische Schwertkämpfer bleiben. Mit dem passenden Job kann er etwa tatsächlich in die Rolle eines Schwarzmagiers schlüpfen. Gleichzeitig lassen sich auch andere Helden, die eigentlich eher im Nahkampf zu Hause sind, mit magischen Fähigkeiten ergänzen. Oder ihr steckt Figuren bewusst in Rollen, die vor allem optisch auf den ersten Blick gar nicht zu ihnen passen. Das Ganze funktioniert natürlich auch andersherum: Dank W.E.A.R. könnt ihr auch das Arsenal eines Fernkämpfers erweitern und ihm neue Möglichkeiten im Kampf geben.

Als Krieger wird Cloud noch stärker auf Angriff getrimmt. Der Job verbessert seine Offensivfähigkeiten und eröffnet mehrere aggressive Spielweisen. Quelle: Square Enix Als Krieger wird Cloud noch stärker auf Angriff getrimmt. Der Job verbessert seine Offensivfähigkeiten und eröffnet mehrere aggressive Spielweisen.

Bis zu 32 Jobs für eure Helden

Alle Helden starten in FF 7 Revelation offenbar als Freelancer in ihren Standard-Outfits. Bestätigt oder zumindest angedeutet wurden bisher unter anderem Cloud als Kämpfer, Tifa als Schwarzmagierin, Barret als Ritter und Cait Sith als Beschwörer. Laut Hamaguchi soll es vier Jobs pro Charakter geben. Bei acht spielbaren Helden wären das also bis zu 32 Jobs. Jeder Job bringt eigene Fähigkeiten und eine Art kleines Limit-Break-Element mit.

Besonders spannend: W.E.A.R. soll schon recht früh im Spiel freigeschaltet werden. Ihr müsst also nicht erst bis zum letzten Drittel warten, um mit neuen Builds und Rollen herumzuprobieren. Stattdessen dürft ihr mit den neuen Outfits relativ schnell durchstarten. Hamaguchi möchte damit offenbar verhindern, dass Spieler zu früh in eine feste Spielweise rutschen und dann kaum noch davon abweichen. Revelation soll euch von Anfang an mehr Freiheit geben, eure Party so zu formen, wie es zu eurem Stil passt. Und genau daraus können richtig interessante Kombinationen entstehen.

Barret tauscht in Final Fantasy 7 Revelation offenbar seine gewohnte Rolle gegen den Ritter-Job. Quelle: Square Enix Barret tauscht in Final Fantasy 7 Revelation offenbar seine gewohnte Rolle gegen den Ritter-Job. Nach Remake und Rebirth kennen wir die Grundrollen der Figuren ziemlich gut: Cloud ist der flexible Kämpfer an der Front, Tifa die schnelle Nahkämpferin, Barret der "tanky" Fernkämpfer. W.E.A.R. könnte diese Rollen aufbrechen, ohne die Charaktere komplett umzukrempeln. Im besten Fall bleibt Tifa immer noch Tifa und Cloud immer noch Cloud, nur eben mit neuen taktischen Möglichkeiten und natürlich ein paar coolen Looks.

W.E.A.R. als Baukasten für neue Builds

Gerade für das Party-Building könnte W.E.A.R. ein echter Gewinn werden. Vielleicht baut ihr euch einen überraschend magischen Cloud, eine defensivere Tifa oder einen Barret, der stärker auf Unterstützung setzt. Zusammen mit dem Materia-System könnte daraus ein ziemlich flexibler Baukasten entstehen, der vor allem im Endgame spannend wird. Wenn Revelation wieder große Bosskämpfe, harte Herausforderungen und natürlich die Arma auffährt, kann ein bisschen mehr taktische Tiefe schließlich nicht schaden.

Das Team von FF7 sieht W.E.A.R. deshalb nicht nur als optisches Gimmick, sondern als System, das die Kämpfe wirklich erweitern soll.

Cait Sith darf im dritten Teil der FF7-Saga in die Rolle eines Beschwörers schlüpfen. Quelle: Square Enix Cait Sith darf im dritten Teil der FF7-Saga in die Rolle eines Beschwörers schlüpfen. Dazu kommt ein schöner Serienbezug. Jobs gehören zu den traditionsreichsten Systemen der Final-Fantasy-Reihe. Klassiker wie Krieger, Schwarzmagier, Weißmagier oder Dragoner sind fest mit der DNA der Serie verbunden. Dass ausgerechnet der finale Teil der neuen FF7-Saga dieses Konzept aufgreift, fühlt sich deshalb wie eine kleine Verbeugung vor der Geschichte von Final Fantasy an.

Spannend ist außerdem, dass Jobs in Final Fantasy 7 offenbar gar kein vollkommen neuer Gedanke sind. Schon während der Entwicklung des Originals gab es wohl Überlegungen, Cloud einen solchen Pfad einschlagen zu lassen. Damals hätte er sogar eine Art "Krieger des Lichts" werden können. Diese Idee schaffte es letztlich aber nie ins fertige Spiel. Das heutige Team fand diesen alten Ansatz offenbar so interessant, dass es ihn im finalen Teil nun in moderner Form aufgreift.

W.E.A.R. zwischen Chance und Risiko

Ganz ohne Risiko ist das Ganze trotz Hamaguchis Erklärung aber nicht. Rebirth war für viele Spieler schon ein ziemlich forderndes Spiel. Materia, Waffenfertigkeiten, Synergie-Angriffe, Charakterrollen, Minispiele, Open-World-Aktivitäten und jede Menge Nebenquests sorgten für reichlich Beschäftigung. Wenn jetzt noch ein weiteres großes System dazukommt, mit dem man sich eine Weile auseinandersetzen muss, kann das schnell zu viel werden, besonders für Anfänger, die frisch ins FF-Universum einsteigen.

Bildergalerie

Unserer Meinung nach darf darunter auch die Identität der Figuren nicht leiden. Cloud, Tifa, Barret, Red XIII, Yuffie, Cid und Vincent funktionieren so gut, weil sie klare Persönlichkeiten und einen eigenen Kampfstil haben. Wenn am Ende jeder alles kann, besteht die Gefahr, dass diese Unterschiede verwischen. Das Job-System muss die Helden also erweitern, ohne sie austauschbar zu machen.

Ob W.E.A.R. am Ende die erhoffte Tiefe bringt oder doch zu viel des Guten wird, zeigt sich aber erst, wenn wir selbst damit gespielt haben.

Am Ende zählt die Balance

Unsere Abschlussgedanken: Die größte Herausforderung dürfte am Ende aber das Zusammenspiel mit Materia werden. Denn das Materia-System ist im Grunde schon FF7s eigene Antwort auf Klassenfreiheit. Wenn die Jobs zu stark ausfallen, könnte Materia an Bedeutung verlieren. Sind sie zu schwach, wirken sie schnell wie reine Spielerei. Genau hier muss Square Enix die Balance sehr sauber treffen.

Wenn das gelingt, könnte W.E.A.R. aber genau die richtige Neuerung für den Abschluss der Trilogie sein. Das System würde den Kämpfen frischen Schwung geben, neue Builds ermöglichen und den Spielern mehr Freiheit lassen, ihre Lieblingsfiguren so zu spielen, wie sie es möchten.

Und vielleicht ist genau das der richtige Weg für Revelation: vertraut genug, um sich noch immer wie Final Fantasy 7 anzufühlen, aber neu genug, um uns im dritten Teil noch einmal zu überraschen.

Was meint ihr dazu? Freut ihr euch auf die neuen Outfits und das W.E.A.R.-Kampfsystem? Nutzt gerne die angebotene Kommentarfunktion und teilt uns eure Meinung zum Thema mit. Beachtet beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln und die allgemeine Netiquette im Internet . Solltet ihr noch keinen Account haben, könnt ihr über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Unsere Video-Inhalte findet ihr bei Youtube, Instagram und Tiktok.

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