Wäre das Game noch leichter, würde es sich von allein spielen.
Final Fantasy Crystal Chronicles: The Crystal Bearers
Dazu kommen aber noch andere Kleinigkeiten wie die eigentlich zur Orientierung gedachte Weltkarte, die ungefähr so hilfreich ist wie ein Plan von München, der lediglich aus einem Bild von Frauenkirche, Olympiaturm, Englischem Garten und Isar besteht. Es gibt zwar auch Wegweiser und einen Mogry, der einen immer mal wieder den Weg zum nächsten Ziel erklärt. Sind wir auf einem Chocobo unterwegs, um eine Distanz schneller zu überbrücken, müssen wir aber absteigen, um uns nach dem Weg zu erkundigen. Dann löst sich unser Reittier jedoch in Luft auf, und es geht erst einmal zu Fuß weiter. Immerhin haben die Entwickler nicht ganz auf Core-Game-Elemente verzichtet. So kann man in den nahezu an jeder Ecke zu findenden Schatzkisten jede Menge Geld oder Gegenstände finden, aus denen man bei Schmieden Accessoires herstellen lassen kann, die Layles Fähigkeiten verbessern. Auch das funktioniert mit nur wenigen Knopfdrücken. Aber ein komplexes Charakter-Entwicklungssystem hätte sowieso nicht ins Spiel gepasst.
Final Fantasy Crystal Chronicles: The Crystal Bearers
Sieht man mal von den langen Laufwegen, den hakeligen Kämpfen und den anderen genannten Mankos ab, offenbart The Chrystal Bearers aber durchaus seine Stärken. Auch wenn sie nicht herausfordernd sind, versprechen die vielen Mini-Aufgaben nämlich Abwechslung und Kurzweil. Da surfen wir einen unterirdischen Fluss hinab, helfen im Weinberg bei der Traubenernte, schubsen leicht bekleidete Strandschönheiten ins Wasser, schleichen durch einen fahrenden Zug oder retten Kühe, bevor sie vom Himmel verschluckt werden(!). Vielleicht gerade weil man nie Angst vor einem Fehler haben muss, macht das durchaus Laune. Und einige optionale Nebenaufgaben - schön, dass es so etwas gibt - wie das Chocoborennen sind ja auch gar nicht mal so einfach. Zum Spielspaß tragen ebenso die einiges aus der Wii herausholende Grafik, die gelungene Musik mit tollen Melodien und die spannende Story mit einigen schrägen Charakteren bei. Der Sound und die große, kunterbunte Welt können somit jedenfalls ein bisschen über die Schwächen hinwegtrösten.
