Florence im Test: Eine kurze, aber bezaubernde Erfahrung
Test
In der wunderschönen interaktiven Graphic Novel von Mountains geht es um die emotionale Liebesgeschichte von Florence und Krish und um das Gefühlschaos, das eine Liebesbeziehung mit sich bringt. Wir sagen in unserem Test, warum das Spiel ein absolut einmaliges Erlebnis ist, auch in den Umsetzungen für PC und die Nintendo Switch!
Die großartige interaktive Graphic Novel Florence wurde bereits im Jahr 2018 als Mobile-Titel veröffentlicht. Damals konnte das charmante Minispiel für ordentlich Aufsehen sorgen! Kein Wunder, Florence setzt die Schönheit und Aufregung des Verliebtseins beeindruckend intelligent und charmant um. Das ist im Bereich der Videospiele enorm selten.
Auf dieser Seite
Zwar spielt die Liebe öfter eine große Rolle, das Gefühl des Verliebens mit all seinen unterschiedlichen Aspekten wird jedoch recht selten von Entwicklern in Angriff genommen. Florence hingegen wirkt fast so, als wäre es kinderleicht, das Gefühlschaos und all die verschiedenen Phasen einer Beziehung interaktiv umzusetzen. Zwar ist man mit dem Indie-Titel nur maximal 45 Minuten beschäftigt, wie schwer es ist, von den beiden Protagonisten loszulassen, spricht jedoch eine deutliche Sprache.
Nun erscheint Florence (jetzt kaufen 26,00 € ) endlich auch für weitere Plattformen, unter anderem für den PC und die Nintendo Switch. Wir klären auf, was das Erstlingswerk des australischen Studios Mountains zu so einer intensiven Erfahrung macht und warum Florence zu den ganz großen Kunstwerken der letzten Jahre zählt.
Die Schönheit des Verliebens
Quelle: PC Games
Florence ist zwar „nur“ eine interaktive Graphic Novel, dem Studio Mountains gelingt es aber enorm gut, die Geschichte visuell abwechslungsreich zu präsentieren.
Unsere Protagonistin, Florence Yeoh, ist 25 Jahre alt und befindet sich in einer Situation, die vermutlich jedem bekannt vorkommen sollte. Ihrem Leben fehlt es schlicht an Aufregung und Bedeutung. Ihr Alltag besteht aus Arbeit, Schlafen, zu viel Zeit auf Social-Media-Kanälen und immer wieder aufkommenden Fragen ihrer Mutter bezüglich ihrer planlosen Zukunft. Wann heiratet Florence und wieso hat sie in ihrem Alter keinen festen Partner? Wann wird sie endlich erwachsen? Die Routine und Monotonie haben ihr Leben fest im Griff.
Doch eines Tages spaziert Florence mit Kopfhörern durch die Straßen ihrer Heimatstadt und wird dann durch den leeren Akku ihres Handys davon abgehalten, Popmusik zu lauschen und Beiträge ihrer Freunde zu liken. Nun gezwungen, sich mit ihrer Umgebung auseinanderzusetzen, fällt ihr Fokus schnell auf die wundervollen Klänge eines Cellos, welches irgendwo in ihrer Nähe gespielt wird. Atemberaubend in Szene gesetzt folgt Florence intuitiv der wundervollen Musik und trifft so den charmanten Musiker Krish, der ihre Welt für immer verändern wird.
Simpel und doch grandios
Quelle: PC Games
Neben der Handlung von Florence gibt es im Hauptmenü auch eine Vielzahl an Entwurfsgrafiken, welche die Entwicklung des Titels interssant zeigen.
Wir erleben in den folgenden Kapiteln, wie Krish und Florence sich näherkommen und wie sie ihr erstes Date erleben. Das Gameplay ist zwar stark minimalistisch, aber dermaßen clever umgesetzt, dass man nur schwierig wieder aus dem Schwärmen herauskommt. Das immer leichter werdende Gespräch zwischen den beiden wird zum Beispiel durch immer größere und leichter zu setzende Puzzleteile porträtiert, die wir zu einer Sprechblase zusammenbasteln müssen. Jeder kennt das Gefühl, wenn einem in den ersten Gesprächsminuten schlicht die Worte fehlen. Man ist nervös, hat Herzrasen und weiß einfach nicht, was man sagen soll. Man möchte keinesfalls uninteressant auf die andere Person wirken. Doch je länger das Gespräch läuft, desto leichter und natürlicher flattern Gedanken und Sätze durch den mit Emotionen gefüllten Raum. Die Beziehung zwischen Florence und Krish wird in all ihren Facetten brillant umgesetzt. Wir erleben, wie die beiden zusammenziehen, wie sie sich von ihren Zukunftsträumen erzählen, aber auch schwierige und traurige Momente sind Teil der hochemotionalen Reise. Der erste Streit wird, wie auch schon das erste Date, durch Puzzleteile und Sprechblasen dargestellt. Diesmal werden die Fragmente aber mit jeder Aussage komplexer, da sich beide immer weiter voneinander entfernen und verletzen. Florence ist bittersüß und nutzt die Möglichkeiten des Mediums Videospiel eindrucksvoll. Zusätzlich bietet Florence einen wunderschönen Soundtrack.
Quelle: PC Games
Florence zeigt die Gefühlswelt der Protagonistin überzeugend und einfallsreich. Aus dieser freischaltbaren Konzeptgrafik entstand die Spielgrafik rechts.
Quelle: PC Games
Egal ob das Gameplay, Melodien oder Farben, alles ist penibel von Mountains durchdacht und verfolgt einen höheren Sinn. Gelb symbolisiert die Liebe.
Musik als Sprache der Liebe
Melodien werden nämlich nicht nur genutzt, um die vielen Gefühle des Paares greifbarer zu machen, sie sind ebenfalls fester Bestandteil des Storytellings. Florence wird durch das Piano verkörpert, Krish hingegen vom Cello. Nimmt man die Einzelteile von Florence zusammen, so entsteht ein Gesamtwerk, das nicht nur im Spielekosmos seinesgleichen sucht. Und was wären wir für gefühllose Roboter, würden wir euch so eine Perle einfach vorenthalten. Richtig?
