Mit Flottenmanöver tischt uns Ubisoft eine erweiterte Variante des klassischen Schiffe versenken auf.
Zwei karierte Blatt Papier und zwei Stifte genügen um jederzeit eine Partie Schiffe versenken zu spielen. Seit es Computer und Videospielkonsolen gibt, gibt es auch elektronische Umsetzung dieses Klassikers, der bis heute nichts von seinem Reiz verloren hat.
Quelle: Ubisoft
Flottenmanöver (10)
Mit Flottenmanöver kredenzt uns das Frima Studio in Zusammenarbeit mit Ubisoft und Hasbro Games eine neue Variante der virtuellen Seeschlacht, angereichert mit vielen neuen Features, die den Titel wirklich interessant machen. Zwar gibt es auch die klassische Spielvariante noch, bei der jeder Spieler einen Schuss nach dem anderen abfeuert und so versucht die Lage der gegnerischen Schiffe zu erkunden, doch deutlich mehr Spaß bringt das, was die Entwickler "Konflikt auf See" genannt haben.
Dabei erhalten die zwei Spieler in jeder Runde eine bestimmte Anzahl der zwei vorhandenen Ressourcen Rot und Weiß. Die weißen Ressourcen werden zum Erkunden eingesetzt und die roten Ressourcen stellen die scharfen Schüsse dar. Die Art und Weise wie man sie einsetzen kann, hängt wiederum von den noch vorhandenen Schiffen ab, die allesamt über unterschiedliche Bewaffnung verfügen. Ein U-Boot beispielsweise kann Torpedos verschießen, ein Flugzeugträger Aufklärer starten oder Bomber verschicken. So ein Torpedo oder Flugzeug bewegt sich dann pro Runde eine bestimmte Anzahl an Punkten. Trifft das Torpedo auf ein gegnerisches Schiff, explodiert es, trifft ein Aufklärer auf eines, markiert er besagte Koordinate und fliegt weiter. Ähnlich funktionieren auch die weiteren Waffensysteme, wie Minen oder das Flächenbombardement.
Quelle: Ubisoft
Flottenmanöver (7)
Doch je stärker ein Waffensystem ist, desto mehr Ressourcen verbraucht es, so dass es mitunter nötig ist erst einmal die entsprechende Menge anzusparen, also in den Runden davor eher sparsam damit umzugehen oder überhaupt keinen Zug auszuführen. Dies gibt dem Gegner natürlich Gelegenheit aktiv zu werden, weswegen man den Einsatz der verschiedenen Waffen immer gut abwägen sollte, auch diesbezüglich, dass einem die Waffen eines einmal vom Gegner entdeckten Schiffes wahrscheinlich nicht mehr lange zur Verfügung stehen werden.
Komplettiert wird dieses System dadurch, dass es auch noch verschiedene Flotten gibt, wie eine HiTec-Flotte oder alte Piratenschiffe. Diese verfügen zwar im Prinzip über die gleichen Waffen, benötigen aber unterschiedlich viele Ressourcen und ihre Waffen sind unterschiedlich stark. Man kann sich also entscheiden, ober man lieber öfter und dafür schwächer feuern können will, oder lieber besonders starke Waffen möchte, die man dann seltener einsetzen kann.
Quelle: Ubisoft
Flottenmanöver (9)
Im Singleplayer wird uns eine 30 Missionen lange Kampagne gegen die KI geboten, die man sich von recht planlos, bis hin zu ziemlich clever einstellen kann. Der Clou an der Kampagne sind die zusätzlichen Hindernisse, die man dem Spieler in den Weg legt. In manchen Missionen können wir unsere Schiffe zum Beispiel nicht auf bereits aufgedeckten Koordinaten positionieren, in anderen müssen wir mit einer kleineren Flotte antreten oder erhalten weniger Ressourcen als die KI. Dabei steigt der Schwierigkeitsgrad über die Kampagne hinweg nur leicht an, mit einer einzigen Ausnahme. Die 24. Mission fällt nämlich mit ihrem unfair hohem Schwierigkeitsgrad aus dem Rahmen, der einen verzweifeln lassen kann. In der Mission nämlich bekommt der Spieler nur ganz wenig Ressourcen, so dass er im Grunde nur jede zweite bis dritte Runde wirklich handeln kann, was die KI gnadenlos ausnutzt. Gewinnt man alle anderen Missionen spätestens im zweiten Anlauf, kann man bei dieser nur auf eine Unachtsamkeit der KI hoffen um sie nach gefühlt zwanzig Anläufen endlich zu gewinnen. Hier sollte Frima unbedingt nachbessern.
Auch im Online-Multiplayer haben wir die Wahl zwischen dem klassischen Modus und dem Konflikt auf See. Nachdem wir uns zwischen den Beiden entschieden haben, werden wir zufällig mit einem anderen Spieler verbunden und die Schlacht kann beginnen. Leider endet die Session mit dem letzten versenkten Schiff abrupt. Eine Chance auf eine Revanche gibt es nicht, denn nach dem Spiel ist vor dem Spiel und wir werden wieder zufällig mit irgendeinem neuen Spieler verbunden. Dies ist etwas unelegant, auch wenn man theoretisch den vorherigen Spieler kontaktieren und zu einem privaten Spiel einladen kann.
Quelle: Ubisoft
Flottenmanöver (6)
Leider aber hat sich ein übler Bug in das Spiel eingeschlichen, der den Online-Multiplayer fast unspielbar macht. Es passiert nämlich relativ oft, dass die Spielzugübergabe nicht korrekt vonstatten geht. Entweder kann der eine Spieler nach Ablauf des Countdowns einfach weiterspielen, oder der andere Spieler, der eigentlich an der Reihe wäre, kann zwar seinen Cursor bewegen, aber keinerlei Aktionen auslösen, bis der Countdown abgelaufen ist. Auf unsere Nachfrage bei Ubisoft erklärte man uns, dass man sich des Problems bewusst sei und bereits an einer Lösung arbeite. Bis dato ist aber nichts geschehen. Was wirklich schade ist, den besonders der Konflikt auf See macht gegen menschliche Spieler viel mehr Spaß, als gegen die KI.
Einen letzten Kritikpunkt den man noch abringen muss betrifft die Steuerung. Da man ja immer unter Zeitdruck agiert, schließlich sitzt einem in jeder Runde der Countdown im Nacken, ist es besonders ärgerlich, dass der Cursor gerne mal in eine andere Richtung springt, als man eigentlich möchte. Der Bereich des Analogsticks für die Steuerung nach rechts und links ist nämlich deutlich kleiner als der für oben und unten. So springt der Curssor gerne mal rauf oder runter, obwohl man ihn eigentlich seitlich bewegen will. Wer nun denkt er könne ja auch das Steuerkreuz des Controllers benutzen, wird dadurch geärgert, dass dieses nicht vernünftig entprellt ist. Man will sich also nur eine Koordinate bewegen, doch der Cursor springt gerne zwei weiter. Bleibt zu hoffen, dass sich Ubisoft auch dieses Problemchens mit dem versprochenen Patch annimmt.
