Bereits mit dem ersten Forza Horizon bewies Playground Games eindrucksvoll wie viel sie von Rennspielen verstehen. Nun steht der Nachfolger in den Startlöchern und wir verbrachten Tage und Nächte hinter dem Steuer um herauszufinden, ob sich das Studio auf der neuen Konsole nochmal steigern konnte.
Der Online-Mutlipayer
Völlig neu hingegen ist der Online-Part gestaltet, der nun nicht mehr vom Offline-Part getrennt, sondern integriert wurde. Fast nahtlos kann man vom Singleplayer zum Multiplayer wechseln, indem man während des Spiels einfach die Online-Autotour startet. Daraufhin sucht das Spiel eine verfügbare Session, verbindet uns mit dieser und synchronisiert den Verkehr. Das ist eine Besonderheit in der Open World von Forza Horizon 2, dass wirklich alle Spieler in der Session denselben Verkehr auf der Straße erleben. Trotzdem aber befährt man nach wie vor seine eigene Welt, mit den noch zu entdeckenden Straßen, den Scheunenfunden und den Bonusschildern.
Quelle: Microsoft
Immer noch eine Rakete, der McLaren F1.
Die Rennen bzw. Meisterschaften werden nun aber vom System vorgegeben. Am Anfang einer Meisterschaft stimmen die Spieler ab in welcher Stadt sie stattfinden soll, woraufhin der Zielpunkt zum ersten Rennen auf der Map gesetzt wird und sich alle Fahrer dorthin begeben. Wer es nicht innerhalb des Zeitlimits schafft bleibt aber nicht außen vor und wird trotzdem ins Rennen gehoben. Trotzdem macht es Sinn sich an der Autotour zum Startpunkt zu beteiligen, denn während dieser sammelt man weiterhin Bonuspunkte, je nach Fahrweise.
Vielleicht nicht jedermanns Geschmack dürfte sein, dass bei der Online-Autotour nicht nur Rennen gefahren werden, sondern auch die bereits aus den Vorgängern bekannten Spiele, wie "König" oder "Infiziert". Diese werden in lockerer Reihenfolge unter die Rennen gemischt. Was dem Online-Part also komplett fehlt ist ein Host, der irgendwelche Entscheidungsgewalt hätte. Ebenfalls gibt es keinerlei Möglichkeit einen Störenfried aus einer Session hinaus zu wählen.
Wie auch schon beim ersten Forza Horizon, verdient man auch online die für den Spielfortschritt nötigen Credits und Erfahrungspunkte, davon abhängig erhält man mit dem Erreichen bestimmter Level auch wieder die bunten Bändchen. Wenn man die 168 vorhandenen Offline-Meisterschaften außer Acht lässt, kann man also alles im Spiel auch online erreichen. Damit man auch mit einem kleinen Fuhrpark an jedem Online-Rennen teilnehmen kann, darf man sich das jeweils benötigte Fahrzeug auch leihen, falls man keines in der eigenen Garage hat, welches den Vorgaben entspricht. Das kostet nicht mal Credits, allerdings erhält man am Ende des Rennens weniger EP und Credits und man kann geliehene Fahrzeuge auch nicht aufrüsten, was ein Nachteil ist, denn nach wie vor empfiehlt es sich online verwendete Autos bis zum Maximum der gewünschten Leistungsklasse aufzurüsten.
Fahrphysik & Fahrhilfen
Quelle: Microsoft
Ein Supercar für Könner, der Enzo Ferrari.
Forza Horizon ist kein Forza Motorsport, das betrifft ganz besonders die Fahrphysik, die zwar immer noch anspruchsvoll ist, trotzdem dem Spieler viel mehr Freiheiten erlaubt als der große Bruder. Besonders wenn man sich mit hoher Geschwindigkeit durchs Gelände bewegt, merkt man schnell, wie viel einem diese verzeiht. Dabei fühlt sich Forza Horizon 2 noch immer so an, wie auch der Vorgänger, allerdings bemerkte ich bei den Fahrhilfen eine deutliche Änderung. War es beim ersten Horizon noch so, dass man die schwächeren Autos noch gut ohne Traktionskontrolle steuern konnte und man diese eigentlich nur bei den Sport- und Supercars gerne aktivierte, kann man nun praktisch ganz darauf verzichten. Selbst die starken Lamborghinis und Ferraris lassen sich mit deaktiviertem TCS recht gut starten, ohne dass sie arg ausscheren würden. Dem Spielspaß besonders zugute kommt der Umstand, dass das Driften nun leichter fällt, sowohl die Einleitung zum Drift wie auch das Halten im Grenzbereich geht in Horizon 2 ganz besonders leicht von der Hand. Hingegen immer noch recht anspruchsvoll ist die Lenkung, insofern man sie auf Simulation stellt. Hier erzielt man nach wie vor die besten Ergebnisse mit einem Lenkrad, statt des Gamepads.
Ein Highlight von Forza Horizon war schon immer der Auto-Club, in denen sich Gleichgesinnte zusammentun und sich miteinander, sowie die Leistung ihres Clubs mit der anderer vergleichen können. Er fand auch in den aktuellen Teil, musste aber leider einige Federn lassen. Zwar gibt es erneut viele Social Features und Statistiken, dafür fehlt die Club-Garage komplett. Man ist mit seinem Fuhrpark also wieder ganz allein. Die einzige Möglichkeit seine Autos zu präsentieren bieten die vorhandenen Parkplätze auf der Map, die auch gleichzeitig als Startpunkt für das Spiel herhalten.
