Forza Motorsports 5 in der Vorschau: Der schönste Titel der Next Gen

Special Sandro Odak

Wir durften mit dem 700 PS starken McLaren P1 durch Prag düsen und uns schon vorab mit all den neuen Features von Forza Motorsports 5 vertraut machen. Was uns dabei besonders ins Auge fiel: Die Grafik. Bislang ist Forza 5 das schönste Spiel der neuen Generation!

Satte 2 Millionen Euro kostet ein McLaren P1. Über 700 PS hat der Rennbolide und erreicht damit 350km/h an der Spitze. Gut, dass es weltweit nur zwei von diesen Supersportwagen gibt. Sonst hätte die Polizei vermutlich viel zu tu Weil er aber so selten ist, sinkt auch die Wahrscheinlichkeit mal selbst einen zu sehen. Und selbst fahren ist erst recht außer Reichweite jeder normalen Person! Dan Greenawalt, selbst ein Fan von schnellen Autos, will das ändern. "Jeder sollte mal das Gefühl erleben einen P1 zu fahren", predigt er auf der E3 Pressekonferenz. Und er meint nicht nur diesen Supersportwagen. Einige Hundert andere Boliden gibt es in Forza Motorsports 5. Bestätigt sind bisher Ferrari F12berlinetta, der Lamborghini Aventador und der Huayra von Pagani. Einen Erstauftritt feiern aber auch Indycars: Zum ersten Mal in der Geschichte der Rennspielserie kann man auch mit offenen Rennautos fahren.

Nach dem arcadigen Forza Horizon gilt nun: Mehr Realismus muss her!

Forza Motorsports 5 in der Vorschau (6) Quelle: Microsoft Forza Motorsports 5 in der Vorschau (6) Im Gegensatz zum eher arcadigen Vorgänger Forza Horizon macht Turn 10 dieses Jahr wieder ernst. Fun-Missionen und offene Spielwelt weichen festen und real nachgebauten Rennstrecken. Das eher blumige Fahrverhalten wird durch knallharte Fahrsimulation ausgetauscht. Egal wie klein der Fahrfehler ausfällt, Forza 5 bestraft ihn gnadenlos. Millisekunden können einen am Ende wieder den Sieg kosten. Die Engine berechnet dafür nicht nur Aerodynamik und Fahrverhalten, sondern beachtet laut einem Entwickler kleinste Details. Wer ein Langstreckenrennen fährt, wird beispielsweise den unregelmäßigen Abrieb an verschiedenen Reifen spüren können. Wer die Räder durchdrehen lässt oder die Bremsen überhitzt, muss mit blockierenden Rädern rechnen. Was im echten Leben passiert, will Turn 10 möglichst exakt nachbilden.

Trotz all dieser Schwierigkeiten will Turn 10 natürlich keine Anfänger vergraulen. Wie eh und je können weniger geübte Spieler Fahrhilfen einzeln zu- und abschalten. Die KI gleicht dann viele der Physikberechnungen automatisch aus. Blutige Anfänger dürften zwar unterfordert sein, wenn alle Hilfen an sind. Dann muss man seinem Auto nämlich theoretisch nur noch eine grobe Richtung geben und den Rest macht die Karre selbst. Im Profi-Modus ohne jegliche Fahrhilfe ist es aber selbst für geübte Motorsport-Fans nur mit Übung möglich, Bestzeiten hinzulegen. Gerade dem PS-Monster P1, der satte 737 Pferdestärken mitbringt und seine Kraft auf das Heck überträgt, geht der Arsch gerne mal durch, wenn man das virtuelle Gaspedal zu schnell kommen lässt.

Drivatar, die KI aus der Cloud

Forza Motorsports 5 in der Vorschau (2) Quelle: Microsoft Forza Motorsports 5 in der Vorschau (2) Besonders stolz ist Turn-10-Chef Dan Greenawalt auf die neue KI von Forza 5. In den Vorgängern war das Fahrverhalten von Computergegnern oft ein Kritikpunkt, dieses Jahr soll alles besser werden: Der Computer lernt von realen Fahrern. Im Hintergrund analysiert ein Programm die Fahrweise eines Spielers. Ob er in Kurven innen oder außen überholt, wie er sich auf Geraden verhält und welche Fehler er macht, wird gespeichert. Diese Daten werden in einem digitalen Archiv in der Xbox Live Cloud abgelegt und stehen Freunden auf der ganzen Welt zur Verfügung. Drivatar nennt sich die Technologie, die zum Einsatz kommt, wenn man ans Netz angebunden ist.

Egal ob man allein oder im Multiplayer spielt, die Drivatare von Freunden werden immer dabei sein. Die Vision: Die Daten werden auf Servern gehostet und erst im Bedarfsfall ohne Verzögerung ins Spiel geladen. Das soll den Arbeitsspeicher schonen und die Leistungsfähigkeit erhöhen. Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass man virtuell weiterrast, auch wenn die eigene Konsole ausgeschaltet ist. Für jedes Rennen, das der Drivatar bei Freunden absolviert, bekommt man beim nächsten Login Punkte. Als wäre man selbst gefahren! Cool, das wird selbst Solospieler anspornen und für einen knackigen Schwierigkeitsgrad sorgen.

Der schönste Titel der neuen Generation

Forza Motorsports 5 in der Vorschau (6) Quelle: Microsoft Forza Motorsports 5 in der Vorschau (6) Der grafische Sprung von Forza Horizion zu Forza 5 ist enorm. Als wir das erste Mal Hand an den Xbox One Controller legen und losdüsen, wollen wir am liebsten gleich wieder anhalten – nur weil das virtuelle Prag so wunderschön ist! Licht, Umgebungsdetails und Spieglungen auf der Karosserie und an Scheiben sind perfekt gelungen. Forza 5 ist bislang mit Abstand der schönste Titel der neuen Konsolengeneration. Die hohe Qualität fordert aber ihren Preis: Trotz Full-HD und 60-Frames-Versprechen geht die Bildwiederholrate in der Außenperspektive manchmal in die Knie. Das bügeln die Macher bis November 2013 hoffentlich noch aus.

Gelungen ist auch das neue Rumble-Feature an den Triggern. Durch sie übertragt das Spiel Vibrationen im Motortakt an die Finger wenn man Gas gibt – was für ein cooles Gefühl! Natürlich ersetzt so ein Vibrationsmotor kein echtes Rennauto-Feeling, dem Realismus-Wunschtraum von Dan Greenawalt kommt es aber schon recht nah.

Um die Grafikleistung von Forza Motorsports 5 entsprechend zu feiern, kehrt der Autovista-Modus zurück und heißt diesmal Forzavista. In dieser speziellen Grafikdemo können Spieler ihr Auto bis ins kleinste Detail untersuchen und die Leistungsdaten aller Forza-Fahrzeuge studieren – die Betonung liegt bei allen! In Forza 4 gab es bereits einen ähnlichen Versuch, jedoch mit nur etwa 20 ausgewählten Fahrzeugen.

Meinung

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