Wenn auch kein Überflieger, so doch ein Geheimtipp für Freunde einzigartiger Settings und Storys.
Bring sie ins Licht
Fragile Dreams: Farewell Ruins of the Moon
Auch wenn es den Anschein hat, dass ihr mit Seto weitere Überlebende finden sollt, so sind doch die Geister diejenigen welchen, die weit häufiger eurer Aufmerksamkeit bedürfen. Während ihr die vordefinierte Strecke bewandert, bei der euch im Übrigen eine künstliche Intelligenz, die ihr relativ am Anfang im Bahnhof vor der sicheren Verschrottung rettet, dauerhaft begleitet - ihr tragt das Computer-artige Gerät sozusagen als Rucksack - findet ihr immer wieder Gegenstände verstobener Bewohner. Diese müsst ihr aufsammeln und kommt ihr ans nächste Lagerfeuer, könnt ihr der Geschichte lauschen, die mit dem betreffenden Objekt verknüpft ist. Habt ihr so euer Wissen auf Vordermann gebracht, könnt ihr fortan Ausschau nach dem zugehörigen Geist halten. Trefft ihr den Körperlposen final an, übergebt ihr den Gegenstand, wobei das oftmals nicht so einfach ist, fordern euch die Gespenster gern mal zu einem Wettstreit heraus. Da ihr aber bestrebt seid siegreich aus dem Duell mit dem Geist hervorzugehen, wird es euch selbiger in jedem Fall danken und danach - sehr zu eurer als auch seiner eigenen Freude - ins ewige Licht gehen.
Fragile Dreams: Farewell Ruins of the Moon
Aber nicht alle Geister sind euch wohl gesonnen. Viele davon sind bösartig und trachten euch nach dem Leben. Da ihr größtenteils in der Dunkelheit eurer Wege zieht, haben die durchsichtigen Wichte leichtes Spiel - meistens jedenfalls. Sorgt dafür, dass ihr die Fratzen und bösen Gespenster mit der Taschenlampe in Schach haltet, so dass ihr sie dann - passende Waffen im Inventar vorhanden - nieder metzeln könnt, denn auch Geister sind nicht unbesiegbar. Hilfreich dabei ist natürlich auch die recht gelungene Steuerung, wobei man dieser nicht ganz absprechen kann irgendwie schwammig zu wirken. Speziell bei den Aktionen da punktgenaues Licht nutzen wichtig ist, kann es auch mal zu Ungenauigkeiten oder Verzögerungen kommen. Das hat zur Folge, dass ihr einen oft recht heftigen Schlag der Gegner kassieren müsst. Sonst allerdings kann der Steuerung bzw. dem Figuren-Handling nichts Negatives nachgesagt werden. Die Belegung ist recht einfach ausgefallen und geht auch soweit intuitiv von der Hand. Selbst Spieler, die sonst wenig Hand an die Wii legen, werden mit dieser Steuerung - aufgeteilt auf beide Steuerungselemente - sehr gut zu Recht kommen. Anders dagegen das vorhandene Menü, das nicht nur groß sondern auch unübersichtlich ausgefallen ist. Generell verfügt ihr mit Seto über ein großes Speicherkontingent, so dass ihr viele Dinge mitnehmen bzw. einlagern könnt. Problematisch wird dies allerdings, wenn ihr z.B. eine Aufgabe erledigen wollt und das passende Objekt der Begierde nicht dabei habt, denn ihr könnt nicht einfach mal so auf euren vorhandenen Bestand zugreifen. Dafür müsst ihr an ein Lagerfeuer gehen, dort das Menü umpacken, was heißt, die Gegenstände, die ihr für die nächsten Schritte benötigt in den aktiven Bereich einstellen und nicht benötigte Sachen können in den Lagerbereich verbracht werden. Anfänglich erweist sich dieses Vorgehen absolut ungewöhnlich als auch unübersichtlich. Habt ihr euch allerdings daran gewöhnt, wie und wo ihr eure Inventargüter hin- und herschieben könnt, gestaltet sich die Anwendungen dann auf jeden Fall einen Ticken einfacher.
Technik die begeistert
Fragile Dreams: Farewell Ruins of the Moon
Wie bereits erwähnt, werdet ihr von einer künstlichen Intelligenz begleitet. Der Computer-artige Kasten, den ihr dauerhaft als Rucksack durch die Gegend tragt, ist ein sehr wichtiges Ausrüstungsgut. Nicht nur das euch dieser Kasten die Einsamkeit vertreibt, mit ihm seid ihr auch auf der sicheren Seite wenn es um die Erfüllung von Aufgaben, das Erlangen von Hinweisen oder das Finden von Lösungen geht. Auch ist das gute Stück Technik in der Lage Gefahren zu erkennen, bestimmte Dinge zu analysieren und dabei zu helfen die wohlwollenden Geister ins Licht zu schicken. Wer nun die Assoziation mit "Navi" hat, "Links" kleinem Helferlein in "Ocarina of Time" liegt damit nicht wirklich falsch, wenngleich eben die Darstellung eine ganz andere ist. Die Grundidee dahinter als auch die Art und Weise wie Seto und sein altertümlich anmutendes Laptop miteinander umgehen und was vor allem die KI für Seto tut (Hinweise, Hilfe, etc.), dann ist der Vergleich schlicht nicht von der Hand zu weisen. Und eins kann an dieser Stelle auch guten Gewissens gesagt werden, das diese Tatsache ein weiterer Aspekt ist, welcher "Fragile Dreams" sympathisch erscheinen lässt.
Fragile Dreams: Farewell Ruins of the Moon
Passend zu den Einflüssen erscheint auch die Optik überzeugend und weiß vor allem mit einer gewissen Abwechslung zu gefallen. Wobei, das muss erwähnt sein, dieser Eindruck am Anfang so gar nicht entstehen will. Aufgrund der Tatsache, dass ihr mit Seto sozusagen im Untergrund beginnt und alles Dunkel, Grau und Schwarz ist, bietet sich zunächst ein gewisser Einheitsbrei, der dem sonst recht verwöhnten Zockerauge so gar nicht schmecken mag. Bringt diese Abschnitte fix hinter euch und ihr könnt eine wunderschöne, wenn auch zerstörerische Umwelt bewundern. Pastellige Farben, die den Himmel in verschiedenen Schattierungen beleben und so ein vermeintliches Idyll auf den Bildschirm zaubern, stehen beinahe schon im herben Kontrast zu dem Unheil, dass über der Welt liegt. Obwohl die Zerstörung nicht in Form von kaputten Häusern oder dergleichen dargeboten wird, entsteht ein ungutes Gefühl, dem ihr euch nicht entziehen könnt. So tragen die gezeigten Welten bzw. Abschnitte maßgeblich dazu bei, dass ihr vor allem mit dem Herz beim Spiel dabei seid. Das sich dabei die Texturen von einer ordentlichen Seite zeigen und ihr gesamt mit wenig Flimmern als auch Treppchenbildung leben müsst (gespielt auf einem HDTV & Wii angeschlossen mit einem Standard-RGB-Kabel), ist ganz klar ein dickes Plus für diesen Titel. Nett anzusehen sind auch die vielen vermeintlichen Glühwürmchen, welche in der Lage sind, jede noch so gespenstische Szene etwas aufzuhellen. Ansonsten sei euch geraten, die wenigen, dafür aber wirklich hübschen Außenareale zu genießen, denn die Alternative schreibt leider vor, sich in der Dunkelheit aufzuhalten, die optisch zwar besteht - z.B. mit schönen Licht- und Schattenspielereien am Lagerfeuer, aber gesamt doch eher wenig abwechslungsreich erscheint.
Fragile Dreams: Farewell Ruins of the Moon
Anders dagegen die verschiedenen Charaktere, allen voran euer Alter Ego Seto! Wer nur im Geringsten mit dem japanischen Anime etwas anfangen kann, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Detailreich, verspielt, verträumt und doch ernst verpackt in einem hübschen Kostüm weiß Seto optisch absolut zu überzeugen. Gleiches gilt auch für seine Gefährten - egal ob menschliche oder körperlose Wesen! Die zugehörigen Animationen können sich soweit auch sehen lassen, wobei hier manches doch auffällt, dass die Jungs und Mädels etwas eckig über den Bildschirm wandern. Ein bisschen mehr Feinschliff hätte sicher nicht geschadet.
