Alte Engine - neues Spiel
Bei diesem authentischen Echtzeit-Strategiespiel kann sich der Spieler in historische Weltkriegsereignisse der Jahre 1941 bis 1944 stürzen. In insgesamt 24 Missionen steuert man entweder Deutschland, Russland oder auch die Alliierten.
Im Einzelspielermodus wird man bei Frontline Attack hauptsächlich als Stratege gefordert. Der Aufbau einer Basis fällt komplett weg, es gilt ähnlich wie bei "Sudden Strike" die richtigen Einheiten dem jeweiligen Gegner entgegenzusetzen um zu gewinnen. Einfach einen Haufen Panzer zu bauen und diese in feindliche Lager zu hetzen, bringt hier gar nichts. Der Spieler muss gut überlegen welchen Zug er als nächsten macht, das Spiel verzeiht Fehler nicht so leicht wie manch anderer Genrevertreter. Die Missionen sind also wirklich knackig, brauchen viel Zeit und Planung und machen vor allem dadurch Spaß das man echte Schlachten des zweiten Weltkriegs sehr authentisch nachspielen kann. Die Munitionierung der Einheiten ist dabei genauso wichtig, wie das Einnehmen und Besetzen wichtiger Stellungen.
Im Mehrspieler- oder Skirmish-Modus setzt das Spiel wiederum auf altbewährtes: Es dürfen Ressourcen gehortet und Basen gebaut werden. Somit bekommt das Spiel hier einen ganz anderen Touch, das Gameplay erinnert dann etwas mehr an "Earth 2150". Wer keine lust darauf hat, kann dieses Feature aber auch abschalten.
Die Steuerung der Einheiten ist in beiden Modi ein schwieriges Unterfangen: Wer sich über die unkontrollierbaren Sammler in "Command & Conquer" aufgeregt hat wird hier zur absoluten Weißglut getrieben. Bei gruppierten Einheiten entsteht schnell ein unverständlich herumfahrender Haufen aus Panzern und Soldaten, die alles mögliche machen, nur nicht das was man ihnen sagt.
Grafisch schaut es bei "Frontline Attack" noch düsterer aus: Die mittlerweile schon weit über dem Verfallsdatum befindliche Earth-Engine kann trotz schicker Wassereffekte nicht mehr überzeugen. Lediglich die Explosionen und die toll inszenierten Flugzeugabstürze sind lobenswert aber unverständlicherweise kommt das Spiel dabei schnell ins Ruckeln, was auf schnellen Systemen bei so angestaubter Grafik eigentlich nicht auftreten dürfte. Die Einheiten, vor allem die Soldaten, sind nicht nur sehr schlecht animiert sondern bewegen sich auch noch mehr als unrealistisch. Die Übersicht wird durch die lieblose Minimap auch nicht verbessert, die Navigation wird gerade bei weit verteilten Einheiten zur Geduldsprobe.
Der Hintergrundsound bietet klassische Weltkriegsthemen, die eine ganz gute Atmosphäre aufbauen. Absolut furchtbar hingegen sind die eher unfreiwillig komischen Kommentare der Einheiten. Die Sprecher hören sich nicht nur relativ lustlos an, sondern versuchen auch den passenden "Slang" der gewählten Kriegsteilnehmer zu imitieren, was leider so gut wie nie gelingt.
