Hier wurde ein herrlich inszenierter aber zu kurzer Singleplayer-Part mit einem Battlefield like Multiplayer-Part für 50 Spieler gepaart.
Frontlines: Fuel of War
Bei den großen Vehikeln sieht es dagegen etwas mau aus. Es macht natürlich immer Laune mit einem Panzer, Geländewagen, Hubschrauber oder gar Kampfjet das Schlachtfeld unsicher zu machen, nur leider steuern sich die Dinger in ersten Moment einfach fürchterlich. Fahrzeug- und Geschützsteuerung sind nicht getrennt und sobald Ihr mit einem Panzer auf ein Ziel "zeigt" schießt Ihr nicht nur dahin, sondern bewegt Euch auch in die Richtung. Ihr werdet Euch nach einer Weile daran gewöhnen, trotzdem hätte ich mir wieder mal eine minimal simulationsorientiertere Steuerung gewünscht. Der Hauptkritikpunkt muss aber heißen, dass es keine Möglichkeit gibt, die Steuerung grundlegend anzupassen. Stellt Euch also auf ein paar ruppige erste Ausflüge in Gefährten ein.
Lang und taktisch: Die Multiplayerschlachten
Frontlines: Fuel of War
Das Wagnis der Solokampagne in einem fast reinen Multisetting ging also auf, auch wenn es schlicht und ergreifend wieder mal viel zu kurz geriet. An der Multiplayerfront, die natürlich nicht von Frontlines und Kaos vergessen wurde, stellt dies weniger ein Problem dar. Im Gegenteil, hier sind die Gefechte schon fast zu lang. Stunden kann es dauern, wenn zwei halbwegs ausgewogene Teams - ein weiter Begriff bei bis zu 50 Spielern auf der Karte - gegeneinander antreten. Im einzigen vorhandenen Spielmodus geht es genauso zu wie im Single-Player: Es gibt die Linie, die Rot und Blau trennt, und die sich je nach eingenommen Schlüsselpunkten verschiebt.
Frontlines: Fuel of War
Damit nicht einfach nur 50 Leute wild aufeinander ballern, stufte Kaos die Fertigkeiten und Aufgabenbereiche relativ fein ab und so dürft Ihr aus sechs Gruppen wie Infanteristen, Schweren Waffen oder Spezialeinheiten das für Euch Richtige herauspicken. Danach gilt es noch die Wahl der Feinabstufung zu treffen: Vier Gruppen bieten Euch eine Fachausrichtung wie Luftunterstützung, Drohnenexpertise, Bodensupport oder Antidrohnenkunde an. Solltet Ihr Euch übrigens mal "verwählt" haben: Nach jedem Respawn dürft Ihr diese Auswahl ändern. Mit all diesen Variationsmöglichkeiten wird ein koordiniertes Spiel innerhalb der Gruppe natürlich besonders wichtig. Umso mehr ist es deshalb zu bedauern, dass Eure Xbox kein Dedicated Server sein kann, sondern alles über die Server von THQ läuft. Man kann halt nicht alles haben und so läuft es wenigstens zügig und vor allem spannend.
An dieser Stelle müsst Ihr eigentlich nur ignorieren, dass Ihr solche Gefechte schon seit geraumer Zeit in Battlefield absolviert. Viel Neues außer der schieren Größe der Gefechte wird nicht geboten und das System des Levelaufstiegs Euerer Kämpfer während der Kämpfe wirft einen auch nicht gerade um. In drei Stufen verbessern sich Eure Möglichkeiten, etwas was bei der Länge der Kämpfe recht zügig passiert.
Frontlines: Fuel of War
Was die Schönheit der Schlacht angeht, fällt Frontlines ein klein wenig aber. Es muss sich schließlich im harten Feld der Shooter mit hochwertigster Konkurrenz messen und da fallen dann schnell die teilweise mageren Texturen mit der vorherrschenden Farbe "braun" auf. Alles wirkt schon recht realistisch, auf besonderes Eyecandy legte man bei Kaos aber keinen gesteigerten Wert. Sollte Euch der Sinn nach jedem nur denkbaren NextGen-Effekt im Dauerzustand stehen, ist Frontlines sicher nicht Euer Spiel. Beeindrucken tut eigentlich nur die Weitläufigkeit der Areale und der Masse an Aktion in Ihr. Auf das Detail solltet Ihr dabei nie zu genau achten.
