Grand Theft Auto 5 im Test: Der beste Titel dieser Konsolengeneration

Test Sandro Odak

Der Hype-Train rollt: Grand Theft Auto 5 ist endlich da! Wir durften schon einige Tage vor dem Erscheinen in Los Santos unser Glück versuchen und sind begeistert von dem Open-World-Shooter. So ein perfekt ausbalanciertes Spiel hat Autor Sandro Odak schon lange nicht in Händen gehalten. Ob es zum Genre-Thron reicht, erfahrt ihr in unserem Review!

Was wir testen und nicht testen konnten:
Rockstar Games ist ein bisschen paranoid, was Testmuster angeht. Und wenn ich ein bisschen sage, meine ich die Sorte "Wir schließen GTA in einem Panzerschrank ein und bannen Spieler, die es vor dem offiziellen Verkaufsstart gekauft haben". Dass wir Grand Theft Auto 5 schon eine Woche vorher spielen dürfen, ist eher die Ausnahme als die Regel. Dafür haben wir Rockstar Games vertraglich zusichern müssen, dass wir den Online-Part von GTA 5 nicht nutzen. Dazu gehört nicht nur der Mehrspielermodus, der eh erst Anfang Oktober startet, sondern auch eine Facebook-Integration, die Realtime-Börse Bawsaq, ein Screenshot-Upload-Tool und die Begleit-App iFruit. Insgesamt haben wir für diesen Test knapp 25 Stunden in der Xbox-360-Fassung von Los Santos verbracht und 55% der Hauptmissionen sowie einen Haufen Nebenmissionen erledigt. Dieser Test enthält keine Story-Spoiler.

Pah! Diese Trottel! Lassen die doch wirklich ausgerechnet den Redakteur Grand Theft Auto 5 testen, der den Vorgänger wie die Pest gehasst hat. Als GTA 4 raus kam, war ich genervt. Vor allem von der Fahrphysik des Open-World-Shooters. Wenn man in einem Spiel knapp 50% der Zeit am Steuer sitzt und Highspeed-Rennen durch Innenstädte fährt... Bei Gott, dann muss das doch Spaß machen! Hat es aber nicht. Die Autos steuerten sich schwammig, wie Schiffe hingen sie in Kurven. Was ich also von einem GTA 5 erwarte? Eine verbesserte Fahrzeug-Engine, coolere Feuergefechte und einen echten Vorteil dank dreier Hauptcharaktere.

Wurde ich von Rockstar Games enttäuscht? Nein, natürlich nicht. Weshalb das teuerste Videospiel aller Zeiten gleichzeitig auch eines der besten ist, will ich euch in diesem Review erklären.

Schon der Start ist der Hammer

Grand Theft Auto 5 im Test: Der perfekte Abschluss einer Konsolen-Generation (2) Quelle: Rockstar Games Grand Theft Auto 5 im Test: Der perfekte Abschluss einer Konsolen-Generation (2) Wer kennt das nicht: Neues Spiel ausgepackt, eingelegt und als erstes nervt einen das neue Programm mit einem in-your-face-Tutorial. "Drücke A um zu springen. Drücke B um zu kriechen. Drücke Schießen um zu schießen"... Sowas erspart uns Grand Theft Auto 5 glücklicherweise und startet die mindestens 50, vermutlich eher 100 Stunden lange Odyssee durch Los Santos mit einem der besten Tutorials, die ich bislang spielen konnte. Flüssig in Gameplay verpackt, erklärt man mir, wie ich Charaktere wechsle, wo ich in Deckung gehe und Sachen in die Luft jage. Das ist kontext-sensitiv und richtig episch in einen Geschichtsstrang verpackt. Es fühlt sich wie ein richtiges Level an. Bedeutend. Und gleichzeitig frei.

Dieses Gefühl zieht sich den Rest der Spielzeit wie ein roter Faden durch Los Santos. Auch wenn die an L.A. angelehnte Stadt eine offene Welt bietet und man sich in solchen eher verloren fühlt - GTA 5 nimmt einen dauernd bei der Hand. Franklin, Michael und Trevor haben jeweils ein Zuhause, Familie, Freunde. Sie sorgen dafür, dass man gerne in das Safehouse zurückkehrt, belanglosen Gesprächen lauscht oder Missionen erhält. Das können richtige Coups sein, ausgefeilte, mehrstufige Banküberfälle zum Beispiel, oder auch nur die Aufgabe, mit dem Hund Gassi zu gehen. Die Welt von GTA fühlt sich dadurch real und lebendig an.

Die drei Protagonisten: vertrauensselig, verbittert und verrückt

Grand Theft Auto 5 im Test: Der perfekte Abschluss einer Konsolen-Generation (4) Quelle: Rockstar Games Grand Theft Auto 5 im Test: Der perfekte Abschluss einer Konsolen-Generation (4) Die auffallendste Neuerung von Grand Theft Auto 5 sind die drei Hauptcharaktere. Man kann fast jederzeit zwischen den drei hin- und herspringen und sich aussuchen, mit wem man gerade Aufträge erledigt. Jeder von ihnen hat Spezialfähigkeiten. Franklin kann gut mit Autos und auf Knopfdruck in einen Konzentrations-Modus, in dem er sich wie in Zeitlupe durch den Verkehr schlängelt. Michael ist ein perfekter Schütze, der in Feuergefechten die Zeit verlangsamen kann und Trevor... Nun, Trevor ist einfach verrückt. Ihm macht es nichts aus, wenn auf ihn gefeuert wird. Das macht ihn stark! Er kann viel mehr Schaden einstecken und teilt daher auch ordentlich aus.

Obwohl die drei zusammengehören, die meiste Zeit agieren sie getrennt voneinander. Das ermöglicht es, an mehreren Stellen in der riesigen Welt gleichzeitig zu sein. Während Michael gerade noch in Downtown seinen Geschäften nachgeht, kann man schnell zu Trevor wechseln, der vielleicht im Umland steht und dort Aufträge abarbeiten. So erspart man sich den zum Teil langen Weg der Anreise, den man im besten Fall eh mit dem Jet zurücklegt. Denn von einer Seite zur anderen fährt man sich dumm und dusselig!

Doch ab und an arbeiten die drei auch zusammen. Meist in wichtigen Story-Missionen oder in den sogenannten Heists, den Höhepunkten der Story. Sie werden meist in mehreren Etappen vorbereitet. Einer denkt sich einen Plan aus, sammelt das Material, klaut Fluchtfahrzeuge zusammen und dann geht es an die Ausführung. Hier kommen die Spezialfähigkeiten der drei ins Spiel. Wir starten eine Mission beispielsweise mit Michael, der als Meisterschütze gut im Verdeckten ermittelt. Doch plötzlich schlägt die Stimmung um. Die Crew wird enttarnt, Polizei strömt von allen Richtungen herbei. In solchen Momenten schlägt Trevors Stunde. Der ungezähmte Wilde steckt Kugeln besser weg und mäht seine Feinde in einem Anflug von Raserei mühelos weg. Um vom Tatort zu fliehen braucht unser Team aber einen klaren Kopf. Hier kommt Franklin ins Spiel. Dank seiner hervorragenden Fahrfähigkeiten ist er für die Flucht verantwortlich. Dieser Wechsel zwischen den Charakteren sorgt auch in Missionen dafür, dass es nie langweilig wird.

Bildergalerie

  1. Seite 1 GTA 5 im Test: Inhalt des Tests | Charakterübersicht | Gameplay
  2. Seite 2 GTA 5 im Test: Technik | Fazit und Wertung
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