God of War im Test: Technischer und erzählerischer Meilenstein - Update mit PC-Wertung!

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God of War im Test: Technischer und erzählerischer Meilenstein - Update mit PC-Wertung!
Quelle: Sony

God of War für die PS4 ist da und wir haben den Test vor Release! Crafting, Hub-Levels, Skillsystem: Der neue Kratos bedient sich großzügig bei erfolgreichen Actionspielen und RPGs der letzten Jahre. Im God of War 4-Test und dem Video-Review erklären wir, warum das nichts Schlechtes sein muss, und vergeben eine Wertung für Sonys umjubelten Exklusivtitel. Update: Jetzt auch mit Details, Wertung und Meinung zur PC-Version!

Aktuelle Änderungen hervorheben

Wenn Imitiation die höchste Form der Verehrung ist, dann muss Santa Monica Studio Spiele wie Rise of the Tomb Raider, The Last of Us, Darksiders 2 und Diablo 3 lieben. Denn God of War 2018 zeigt sich im Test massiv inspiriert von derlei Titeln. Das Ergebnis ist ein prächtiges Actionspiel, das zwar kaum wirkliche Innovationen mit sich bringt, aber den bekannten Gameplay-Cocktail auf meisterhafte Weise nutzt, um eine überraschend emotionale und mitreißende Geschichte über einen Vater und seinen Sohn zu erzählen.

Die gefühlsechte Handlung dürfte auch alte Fans der Reihe begeistern - sofern diese über die Veränderungen bei Kameraperspektive und Kampfsystem hinwegsehen und sich mit dem langsamen Start ins 25 Stunden lange PS4-Abenteuer arrangieren können. Mehr zur spielerischen und erzählerischen Güte von God of War gibt's im Video-Review mit Szenen aus der PS4-Pro-Version:

God of War (2018): Test zur Nordmänner-Metzelorgie

Der neueste Serienteil für Sonys Playstation 4 macht Schluss mit dem antiken Griechenland als Kulisse fürs muntere Monsterschlachten - diesmal seid ihr in nordischen Gefilden unterwegs, Thor, Midgardschlange und Ragnarök inklusive. Die Story von God of War fängt bescheiden und persönlich an, kommt dann aber nach ein paar Stunden mächtig ins Rollen und nimmt euch mit auf einen wilden Ritt durch die Mythenwelt.

Dabei wollte sich Glatzkopf Kratos doch eigentlich zur Ruhe setzen und die Chaosklingen an den Nagel hängen. In den Jahren seit dem Ende von God of War 3 hat sich unser liebster Schreikopf sogar einen Bart stehen lassen, eine Frau gefunden und einen Sohn angelacht. Doch das Happy End wird dem von tragischen Ereignissen verfolgten Familienvater verwehrt und zusammen mit Sohnemann Atreus muss Kratos noch einmal zu einem großen Abenteuer aufbrechen, obwohl die alten Knochen inzwischen ganz schön morsch sind.

God of War hat - Überraschung - eine mitreißende Story, die echte Gefühle weckt. Wer hätte das nach der Hack&Slay-Vergangenheit der Serie erwartet? Quelle: PC Games God of War hat - Überraschung - eine mitreißende Story, die echte Gefühle weckt. Wer hätte das nach der Hack&Slay-Vergangenheit der Serie erwartet? In seinem Kern erzählt God of War (jetzt kaufen / 44,99 € ) eine tiefschürfende Geschichte um die Beziehung zwischen Kratos und dem Knaben. Die komplizierte Vater-Sohn-Beziehung lässt Raum für emotionale Momente, Dramatik - und ja, auch Humor. Atreus entpuppt sich glücklicherweise als interessanter Charakter, der Kratos' Fähigkeiten ergänzt und selten quengelt.

Auch die anderen Vertreter der zahlenmäßig überschaubaren Figurenriege tragen allesamt etwas Wichtiges zur Erzählung bei und sind zudem sowohl im englischen Original als auch in der deutschen Übersetzung exzellent vertont. Zusammen mit dem magischen God of War-Soundtrack von Bear McCreary und der fabelhaften Inszenierung ohne Kameraschnitt und Ladezeit ergibt das eine Top-Atmosphäre, die aktuell ihresgleichen sucht, egal ob auf der PS4 oder anderswo. Verblüffend, aber wahr: God of War ist ein Story-Highlight und bietet eine erwachsene, nuancenreiche Handlung, die überrascht und begeistert!

Das neue Kampfsystem von God of War

Im Vergleich zu früheren Serienteilen wie God of War 3 hat sich auch das Kampfsystem verändert. Die Bewegungsabläufe sind eine Spur weniger hektisch als im Vorgänger, aber dadurch auch realistischer. Ein Hauch Dark Souls hält in God of War 2018 Einzug: Strategisches Blocken mit dem neuen Schild, die Ausweichrolle und der automatische Gegnerfokus ("Lock on"-Funktion) erinnern an From Softwares düsteres Action-Rollenspiel.

Doch beim God of War-Release 2018 gibt es auch Unterschiede zu Dark Souls. So kann Kratos seine Axt auf entfernte Gegner werfen und per Knopfdruck zurückrufen. Hat er das Beil gerade nicht in der Hand, teilt Kratos Schläge mit seinen bloßen Fäusten aus. Später kommt noch eine zweite Waffe dazu, zudem spickt Atreus die Feinde auf Knopfdruck mit Pfeilen. Dank hervorragender Animationen und guter Lesbarkeit der Gegner schnetzelt ihr euch schon nach kurzer Eingewöhnungszeit mit Gusto durch die Monsterhorden.
Welche der mächtigen Runenangriffe Kratos verwendet, dürft ihr selbst entscheiden, indem ihr andere Juwelen in seine Axt einsetzt. Quelle: PC Games Welche der mächtigen Runenangriffe Kratos verwendet, dürft ihr selbst entscheiden, indem ihr andere Juwelen in seine Axt einsetzt.
Der Schwierigkeitsgrad ist auf der zweiten von vier Stufen fordernd, aber nicht so brutal wie in Dark Souls, zudem dürft ihr jederzeit zwischen den drei Härtegraden wechseln. Schwierigkeitsgrad Nummer vier schaltet ihr nach dem einmaligen Durchspielen frei und könnt ihn bei einem erneuten Durchgang wählen, aber God of War bietet kein klassisches New Game Plus.

Bei den Bosskämpfen von God of War 4 fließt das meiste Blut; ganz so brutal wie in den Vorgängern geht es aber nicht mehr zu. Quelle: PC Games Bei den Bosskämpfen von God of War 4 fließt das meiste Blut; ganz so brutal wie in den Vorgängern geht es aber nicht mehr zu. Fair: Mit viel Geduld und perfekter Beherrschung des Kampfsystems könnt ihr auch solche Gegner in den Staub schicken, die nominell eine höhere Charakterstufe als Kratos haben. Wir bereiten uns schon mal auf die unweigerliche Veröffentlichung eines Youtube-Videos vor, in dem ein Spieler das ganze Spiel nur mit der Anfangsrüstung durchspielt - gesteuert per Tanzmatte.

Auch wenn die Kämpfe insgesamt herrlich intensiv sind und sich mit dem Gamepad in der Hand wunderbar anfühlen, gibt es doch einen kleinen Makel. Denn das enge Sichtfeld von God of War stört auf Dauer; die Kamera hängt Kratos so dicht auf der Pelle, dass ihr auf die farbigen Pfeile angewiesen seid, um rechtzeitig auf Gegner hinter dem Spartaner zu reagieren. Wer diese Anzeige nicht benötigt, kann sie ebenso wie die Lebensbalken der Feinde im Menü abschalten.
Zu God of War gehören Bosskämpfe natürlich dazu und auch der neueste Teil bietet einige dicke Brocken, manche davon sogar komplett optional. Allerdings sind die Bossgegner trotz teils imposanter Größe bei weitem nicht so eindrucksvoll wie in God of War 3. Der neue Serienteil tut sich sichtlich schwer, das grandiose Spektakel des Götterschlachtens aus dem Vorgänger zu übertreffen. Wer also von Minute eins an ein Action-Feuerwerk erwartet, das einem die Kinnlade nach unten klappen lässt, dürfte minimal enttäuscht sein.

Auch in Sachen Gewaltgrad kann das neue God of War nicht mit Vorgängern wie Teil 3 mithalten. Rotes Blut fließt zwar (speziell bei größeren Gegnern und Bossen) und es gibt deftige Takedowns, um Kratos' Wutanzeige zu füllen und sodann für einige Sekunden den besonders mächtigen Wutmodus zu aktivieren.

Aber Gore-Fans vermissen in God of War abgetrennte Körperteile und rausgerissene Eingeweide, außerdem verlieren die meisten Standardgegner lediglich blaue oder orange Flüssigkeiten statt echtem Blut, selbst wenn Kratos in einem Finisher ihren Kopf zum Platzen bringt. So oder so ist God of War jedoch zurecht ein Ab-18-Spiel mit rotem USK-Siegel geworden, das Treffer-Feedback fällt befriedigend "matschig" aus. Auf die im God of War (2018)-Test aufgeworfene Gewaltfrage gehen wir im Video weiter unten näher ein.

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